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Erhard Renz

Sie könnens nicht lassen

Montag, den 30. Mai 2011 von Erhard Renz

Anstatt sich um einen klaren, verständlichen Atomausstieg zu kümmern haben die Regierungsparteien CDU, CSU und FDP mal wieder gegen die Photovoltaik lästern müssen. Als ob Sie gestern ihre Hausaufgaben schon gemacht hätten. Einen Atomausstieg innerhalb ihrer drei Parteien zu beschließen.

Die bisher bekannt gegebenen Absprachen sind alles andere als klar oder nachvollziehbar. Sieben Atomkraftwerke sollen nicht mehr angefahren werden aber eines oder zwei sollen im Kaltbetrieb Einsatzbereit sein. Kaltbetrieb soll bedeuten, wenn im Winter nicht genug Strom produziert werden kann schaltet man das Kraftwerk wieder an. Siegmar Gabriel hat gleich geantwortet und gesagt Angela Merkel müsste wissen wie lange das hochfahren eines Atomkraftwerkes dauert. Die technische Begründung ist also Makulatur. Bleibt nur noch die finanzielle Begründung, man gibt dem Kraftwerksbetreiber jährlich 50 Millionen damit er im Kaltbetrieb seine Mitarbieter vor sich hindösen läßt…

Was bis 2021 passiert wird natürlich noch nicht verraten. Aber 2021 sollen alle Atomkraftwerke abgeschaltet sein. Halt hier gibt es natürlich auch noch ein Hintertürchen (Scheunentor!) es soll einen Sicherheitspuffer geben. Diesmal sind es drei Atomkraftwerke die auch noch 2022 Atomstrom produzieren dürfen.

Wir sollen also das Risiko eines Atomgaus noch mehr als 11 Jahre tragen. Da sag ich nein, jeder Tag länger ist ein Risiko deshalb alle Atomkraftwerke abschalten sofort! Wenn keines der deutschen Atomkraftwerke die Sicherheitsstufe 3 (Absturz eines größeren Flugzeuges) übersteht dann kann auch ein Ethikrat dieses Manko nicht am Kaffeekränzchen wegreden.

Natürlich hatte die Regierungskoalition noch die Zeit eine “stärkere Kürzung” wie sie von Umweltminister Norbert Röttgen (bereits 24 % !) anzukündigen. Ich empfehle der Bundesregierung erst einmal einen ordentlichen Ausstieg aus der Atomenergie zu beschließen. Anschließend sich auf dem Internationalen Parkett für einen Ausbau aller erneuerbarer Energien stark zu machen. Es gibt genug bedrohliche Meldungen die den schnellstmöglichen Ausbau von Erneuerbaren Energien nötig machen!

Erhard Renz

Was wäre wenn…

Freitag, den 21. Januar 2011 von Erhard Renz

in den Monaten März, April und Mai die gleiche Menge an Photovoltaikanlagen installiert würden wie im Jahr 2010? Um wieviel Prozent würde die Einspeisevergütung zum 1.7.2011 reduziert werden?

Na das ist eigentlich leicht zu errechnen. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht ja die angemeldeten PV-Anlagen. Demnach sind 2010 im März 331 Megawatt (MW), im April 454 MW und im Mai 573 MW installiert worden. In Summe wären dies 1.358 MW auf eine theoretische Jahresmenge hochgerechnet ergibt dies 5.432 MW Photovoltaikleistung.

Mit den Kürzungsvorschlägen von H. Röttgen ergäbe sich eine 6% Kürzung zum 1.7.2011.
Da es bei den Meldungen an die Bundesnetzagentur unterjährig aber immer “Überhänger” gibt glaube ich an eine höhere Anzahl installierter Photovoltaikanlagen. Mit “Überhänger” meine ich am Monatsende bereits fertiggestellte Photovoltaikanlagen die noch nicht angemeldet wurden und erst im Folgemonat gemeldet werden. Bei einer Einspeisereduzierung gibt es diese Überhänge natürlich nicht. Jeder meldet seine Photovoltaikanlage sofort an!

Anhand den 2010er Zahlen müsste man also von einer 9% Reduzierung ausgehen. Bei den kleinen Anlagen wäre dies eine Reduzierung von bisher 28,74 Cent je kWh auf 26,15 Cent je kWh.

Erhard Renz

Kürzungswünsche des Umweltministers Röttgen

Donnerstag, den 20. Januar 2011 von Erhard Renz

Jetzt hat Röttgen seine Wünsche veröffentlicht.

Er zieht die vorgesehene Kürzung aufgrund installierter Mengen vom 1.1.2012 auf den 1.7.2011 vor. Da bis zum 1.7.2011 allerdings keine installierte Jahresmenge vorliegt nimmt er einfach die Monate März, April und Mai und multipliziert diese Menge mit vier und hat dadurch eine theoretische installierte Jahresmenge Photovoltaik.

Wenn diese theoretische Menge 3.500 MW übersteigt wird die Vergütung (z.B. 28,74 Cent je kWh) um 3 Prozent gekürzt.

Wenn mehr als 4.500 MW berechnet werden dann sind es 6%. Bei mehr als 5.500 MW 9%. Mehr als 6.500 MW 12% und die maximale Kürzung läge bei 15% wenn mehr als 7.500 MW berechnet werden.

Zum 1.1.2012 soll die Kürzung um 9% anscheinend erhalten bleiben.

Dass eine Kürzung vorgesehen war hatte ich bereits gestern beschrieben. Dass es nur eine prozentuale Reduzierung gibt ist schade, denn es hätten viele Qualitative Verbesserungen angegangen werden können. Aber vielleicht kommt dies ja noch in den parlamentarischen Beratungen.

Natürlich habe ich mein Problem, daß hier argumentiert wird “wenn viel installiert wird muß der Preis sinken!”. Die Formel wird aber nicht an einer real installierten Menge sondern an einer theoretisch installierten Menge ausgerichtet. So kann es nicht funktionieren. Preisreduzierungen ergeben sich nur wenn tatsächlich hohe Stückzahlen produziert werden. Herbeigezaubert können die Kostenvorteile nicht.

Gleich mit “rasiert” wurde das sogenannte Grünstromprivileg. Diejenigen Stromversorger die mehr als 50% ihres gelieferten Stroms aus Erneuerbaren Quellen beziehen der nicht nach EEG bezahlt wurde, müssen die EEG Umlage von 3,5 Cent derzeit nicht abführen. Meines erachtens betrifft dies vor allem die vier Ökostromanbieter EWS, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom die in letzter Zeit einen Nachfrageboom erlebt haben. Klar war dies den großen Konzernen ein Dorn im Auge. Deshalb jetzt die mehr als zweifelhafte Begründung:

“Durch den Anstieg der EEG-Umlage von rd. 2 ct/kWh im Jahr 2010 auf 3,53 ct/kWh in 2011 wächst der Anreiz, das Grünstromprivileg zu nutzen, unverhältnismäßig und begünstigt Mitnahmeeffekte, die zu Lasten der anderen Stromverbraucher gehen.”

Das Grünstromprivileg sollte doch Anreize schaffen. Wenn diese Anreize aber “zuviel” greifen dann muß natürlich gleich gegengesteuert werden.

Öko ja, aber bloß nicht “so viel” daß es relevant wird.

Herr Röttgen, daß ist nicht christlich sondern scheinheilig!

Erhard Renz

Der Bundestag debattiert

Samstag, den 2. Oktober 2010 von Erhard Renz

Zwei Stunden pralle Unterhaltung pur. Mit gegenseitigen Vorwürfen und wenig konkreten nachvollziehbaren Fakten. Aber ich empfehle es trotzdem jedem diesen Mitschnitt aus dem Bundestag sich anzusehen. Hier werden die Gesetze von morgen gemacht und niemand schaut zu!

Wer sich nicht alles anschauen möchte ein paar Hinweise wann wer redet:

Brüderle zu erst ihn sollte man sich auch nicht entgehen lassen. Wind aus der Nordsee und Sonne aus der Wüste. Mein geliebter “Brotherle” hat nix gelernt er macht das Handwerk arbeitslos. Ausserdem droht er mal wieder die Lichter gingen aus…

Kelbert von der SPD rechnet aus dem Energieszenario vor daß ein enormer Rückgang der Erneuerbaren Energien eingeplant sind. Bioenergien um 85%, 94% bei Photovoltaik und 98% bei Windenergie. Gute Nacht Ökobranche.

Dr. Michael Fuchs hat einen genialen Versprecher:
Die Kilowattstunde die nicht verbraucht wird ist die günstigste!” ca. bei 23:00 Minuten.

Scheer greift bei der 28 Minute ein. Gysi (genialer Redner) bei 34 Minute und Trittin bei Minute 46 mit mächtig viel Dampf. Michael Kauch will ab 58 min. Desertec. Hans Josef Fell ab 1:05 Stunde danach Röttgen ab 1:20 Std. Er gibt zumindest zu:

“Jürgen Trittin hat auch keine Chance gehabt bei den Rotwein und Zigarrenrunden”. Daraus leite ich ab, dass auch Röttgen keine Chance hatte in den Gesprächen mit den Konzernen. An dieser Wortwahl erkennt man “alle” kungeln mit den Konzernen…

Danach kam noch Marco Bühlow SPD, Dr. Christian Ruck CDU/CSU und ab 2:10:00 Bernhard Schulte-Drüggelte CDU/CSU.

Nach zwei Stunden wurden die einzelnen Themen in die Ausschüsse verwiesen. Dort geht es demnächst weiter.

Erhard Renz

Keiner redet mehr über das Energiekonzept…

Donnerstag, den 2. September 2010 von Erhard Renz

es geht nur mehr um die Laufzeitverlängerung.” Diese Worte von Joachim Pfeiffer (CDU) heute in der TAZ kann ich nur unterstreichen. Éigentlich brauchen wir keine Laufzeitverlängerung sondern wir müssen uns nur auf die Erneuerbaren Energien konzentrieren und dann klappt die Energieversorgung auch ohne Atom.

Ansonsten habe ich aber andere Ansichten wie Herr Pfeiffer. Sein Spruch bezüglich der Solarmafia habe ich noch nicht vergessen. Im Gegenteil ich hab bei Abgeordnetenwatch ihn öffentlich um ein Erklärung gebeten. Mal sehen ob ich dort eine Antwort erhalte.

Herr Pfeifer hat es anscheinend mit den markigen Sprüchen. In der TAZ meint er:
“Ziel ist es, dass die Erneuerbaren den Hauptanteil an der Energieversorgung übernehmen. Auf diesem Weg werden in einem dynamischen Energiemix die konventionellen Energieträger kontinuierlich durch alternative Energien ersetzt.”

Nun sehen alle neun Energieszenarien der Bundesregierung folgenden “Ausbau” der Photovoltaik vor.
Ausgangsbasis 4,4 TWh in 2008
Ausbau bis 2020 auf 31,0 TWh (entspricht jährlicher Zubau um 2 Terawattstunden)
Ausbau bis 2030 auf 36,0 TWh (entspricht jährlicher Zubau um nur noch 0,5 Terawattstunden)
Ausbau bis 2040 auf 38,0 TWh (entspricht jährlicher Zubau um nur noch 0,2 Terawattstunden)
Ausbau bis 2050 auf 39,0 TWh (entspricht jährlicher Zubau um nur noch 0,1 Terawattstunden)

Ein dynamischer Ausbau wäre mir lieber als die Wortwolke “dynamischer Energiemix”. Herr Pfeiffer wenn Sie gegen Röttgen argumentieren dann sollten Sie ihm den fehlenden Ausbau der Solarenergie vorwerfen. Denn wenn der Ausbau mit Kostengünstiger Photovoltaik (lt. Szenario kWp Preis 2020 von 1.375 Euro!) vorgenommen wird ergeben sich volkswirtschaftliche Vorteile die in den Szenarien nicht im geringsten abgebildet sind.

Bei solch einem Ausbau kann die Photovoltaik auch keine anderen Energieträger ersetzen. Die Solarbranche kann heute schon locker 5 GW Photovoltaik in einem Jahr installieren. Dies entspricht ca. 5 TWh Strom. Keines der Szenarien bildet aber diese Leistungsfähigkeit der Branche ab.

Ich fühle mich verschaukelt von der Bundesregierung. Die Bundesregierung kann diese Szenarien nicht als gewollt bezeichnen. Ich erwarte Klarstellungen wenn nicht von den Regierenden dann von den Fraktionen der Parteien die im Bundestag sitzen. Die Opposition wird sicherlich auf der Seite der Solarbranche sein. Die Opposition wird auch mit uns über das Energiekonzept reden…

Erhard Renz

Kurioses, wahres und lustiges aus der EEG Debatte

Freitag, den 7. Mai 2010 von Erhard Renz

Mir ist klar, dass nur die wenigsten zwanzig Seiten Debatte durchlesen. Deshalb kurioses, wahres, trauriges und lustiges aus der EEG Debatte am 6.5.2010

Natürlich sollte jeder sich die Zeit für die Debatte im Detail nehmen aber so richtige Sachargumente hab ich da nicht gefunden und meine Sommerdegression schon garnicht.

Viel Spaß bei den “Highlights”

Bärbel Höhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie ziehen den Menschen verdammt viel aus der Tasche! In vielen Bereichen!

Dr. Christian Ruck (Cdu/CSU) “Das hat etwas mit der Frage zu tun, was wir mit unseren Äckern, Landschaften, Wiesen in Zukunft anfangen wollen.”
Hans-Josef Fell [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Stoppen Sie den Autobahnbau! Da wächst nichts mehr!

Ulrich Kelber [SPD]: Lahme Ente schon nach einem halben Jahr! (über Umweltminister Röttgen)

Bärbel Höhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie haben doch die erneuerbaren Energien kaputtgemacht! (an die FDP)

Bärbel Höhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: 25 Prozent Rendite sind bei der FDP immer drin! Das, was Sie da erzählen, können Sie doch selber nicht glauben!

Michael Kauch (FDP): Die Wettbewerbsfähigkeit der Solarbranche wird in vollem Umfang erhalten bleiben. (Ulrich Kelber [SPD]: Sagt wer? Wer außer Ihnen?

Michael Kauch (FDP): Das Ausbauziel für Solaranlagen ist in diesem Gesetzentwurf gegenüber dem, was der SPD-Umweltminister Gabriel damals verabschiedet hat, um mehr als 50 Prozent gesteigert worden.
Ulrich Kelber [SPD]: Das ist die Unwahrheit! Es gab kein Ausbauziel! 

 Michael Kauch (FDP):
Auch bei den Freiflächenanlagen haben wir den Vertrauensschutz verbessert, allerdings nicht so sehr, wie wir Liberale uns das gewünscht hätten. Solche Gesetze sind eben immer auch Kompromisse.
Bärbel Höhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist ein Abwürgen, kein Vertrauensschutz!

Michael Kauch (FDP):
Falls sich herausstellen wird, dass nicht genügend Flächen für die Fotovoltaik vorhanden sind, kann man gegebenenfalls im Rahmen der großen EEG-Novelle im Jahre 2012 Veränderungen vornehmen.
Ulrich Kelber [SPD]: Dann können Sie ja die Betriebe wieder aufbauen!

Ralph Lenkert (DIE LINKE):
Wir zahlen 2 Cent je Kilowattstunde zusätzlich für die erneuerbaren Energien, aber seit 2006 stiegen die Strompreise um 4 Cent je Kilowattstunde, und das ohne Gegenleistung und ohne Kostengründe.

Bärbel Höhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Genau! Das ist die Monopolstruktur!

Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Es ist ganz wichtig, dass wir die Technologieführerschaft Deutschlands, die wir in den letzten zehn Jahren, angefangen  mit Rot-Grün, aufgebaut haben, behalten.

Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der LINKEN – Axel E. Fischer [Karlsruhe-Land] [CDU/CSU]: Die sozial Schwachen müssen das alles bezahlen!

Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Bleiben Sie bitte noch stehen.
Ulrich Kelber [SPD]: Genau! Stehen bleiben, Herr Kollege! Das gehört noch zur Antwort! –
Michael Kauch [FDP]: Oh, ich dachte, die Antwort ist zu Ende!

Hans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Offensichtlich gilt in der FDP nicht das Wort eines Ministers und in der CSU auch nicht das Wort eines Parteivorsitzenden.
Jürgen Trittin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das war schon immer so!

Dr. Norbert Röttgen, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit:
Dass wir diesen Punkt ernst nehmen, drückt sich darin aus, dass wir die „Innovationsallianz Photovoltaik“ ins
Leben gerufen haben und die Mittel für die Förderung der Forschung um bis zu 100 Millionen Euro aufstocken
werden. Das heißt, Innovation, Forschung und Technologie sind der Weg, mit dem wir Erfolge erzielen werden.
Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP – Jürgen Trittin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist die Rückkehr der Forschung in den Elfenbeinturm, Herr Minister!

Waltraud Wolff (Wolmirstedt) (SPD):
Ich habe heute Morgen per E-Mail den Hilferuf eines Bauern aus Schwandorf bekommen – das ist in der Oberpfalz –, Dr. Maria Flachsbarth [CDU/CSU]: Den haben alle bekommen!

Horst Meierhofer (FDP):
Wir bauen aus. Wir sorgen für mehr erneuerbare Energien, wir sorgen für mehr Fotovoltaik, als Sie sich jemals zugetraut hätten.
Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU –
Waltraud Wolff [Wolmirstedt] [SPD]: Auch wenn man es ständig wiederholt, wird es nicht richtig!

Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt:
Herr Scheer, vielen Dank. Eine Kurzintervention darf nicht länger als drei Minuten dauern, und die sind um. Deswegen möchte ich jetzt gern den Bundesminister fragen, ob er antworten möchte. – Das möchte er nicht.
Iris Gleicke [SPD]: Das traut er sich nicht! – Ulrich Kelber [SPD]: Dafür hat er keinen Sprechzettel!
Dann gebe ich das Wort der Kollegin Dr. Maria Flachsbarth für die CDU/CSU-Fraktion.

Die Aussage von Horst Meierhofer (FDP) halte ich für die größte Unverschämtheit. Eine Partei die fast zehn Jahre lang das EEG bekämpft hat stellt sich nach einem halben Jahr Regierungszeit hin kürzt die PV Einspeisevergütung und will den kompletten Erfolg des EEG kassieren. Schämen Sie sich Herr Meierhofer!

Erhard Renz

Gesamtkonzept ist gefragt kein Flickenteppich

Sonntag, den 14. Februar 2010 von Erhard Renz

Mit dem Photovoltaik Einspeisereduzierungs Startschuß am 20.1.2010 von Herrn Röttgen wurde eine Diskussion über die zukünftige Photovoltaikvergütung ausgelöst. Viele meldeten sich mit Hinweisen zu Wort wie sie sich die zukünftige Vergütung vorstellen. Es wäre an der Zeit, daß Herr Röttgen nachdem er sich schon öfters zu Wort gemeldet hat eine Zusammenfassung zu veröffentlichen.

Jede Veröffentlichung löst hier bei uns Nachfragen aus. Die aktuellen Kunden fragen nach ob es sie betrifft. Unsere Bestandskunden treibt immer wieder die Angst ob die Vergütung nicht auch bei Bestandsanlagen gestrichen werden könnte. Interessenten fragen nach ob wir noch bis April/Juni liefern könnten oder wenn nicht wie die Preise nach der Einmalabsenkung aussehen.

Momentan sieht es für die Mehrzahl unserer Kunden folgendermaßen aus.

Vergütung bisher bis zum 31.12.2009 waren 43,01 Cent.
Erhöhte Absenkung aufgrund des vereinbarten EEG auf 39,14 Cent je kWh.
Drohende Einmalabsenkung durch die CDU/CSU/FDP Regierung ab 1.6.2010 um 16 % auf 32,88 Cent je kWh.

Für die “Planmäßige” Kürzung der Einspeisevergütung zum 1.1.2011 steht uns aber auch noch ein Brocken bevor. Denn das Eckpunktepapier von H. Röttgen sieht da nochmals eine drastische Reduzierung vor.

Denn nur wenn der Korridor von 2.500 MW – 3.000 MW nicht überschritten wird bleibt es bei den bisher bekannten 9% Reduzierung. Ab 3.500 MW werden schon um 11,5% reduziert und bei 4.500 MW wären es 14 Prozent.

Der Zeitraum der für die Mengen herangezogen wird wäre der Oktober 2009 bis September 2010. Da schon einige Zahlen bekannt sind möchte ich eine “kleine Hochrechnung” durchführen.

370 MW Oktober 2009
500 MW November 2009
600 MW Dezember 2009 (geschätzt)
— MW Januar 2010 (2010 alles Schätzzahlen)
50 MW Februar 2010
600 MW März 2010
700 MW April 2010
700 MW Mai 2010
100 MW Juni 2010
200 MW July 2010
200 MW August 2010
200 MW September 2010

Die März bis Mai Zahlen wären eine Vollauslastung der Branche wobei die 700 MW je Monat durch nichts belegt ist die hab ich einfach mal angesetzt. Im Juni dürfte die Montagezahl in den Keller gehen. Für die Monate July bis September habe ich 200 MW angesetzt da ich davon ausgehe, daß diese Menge benötigt wird um die derzeitigen Mitarbeiter weiterhin beschäftigen zu können.

Mit dieser kleinen Rechnung komme ich also auf 4.220 MW was einer weiteren Reduzierung von 11,5% bedeuten würde. Wir sind aber auch nah an der 14% Reduzierung dran! Wir hätten also am Jahresende wieder den Schnäppchenboom (wenn er überhaupt darstellbar wäre?). Aus meiner Sicht ist diese Hohe Reduzierung zu diesem Zeitpunkt total überhöht.

Eine 11,5% Reduzierung ergibt eine Einspeisevergütung von 29,10 Cent. Wir hätten dann vom 31.12.2009 bis zum 1.1.2011 eine Veränderung von 43,01 auf 29,10 und damit ein Drittel weniger.

Ob damit eine hochwertige Qualität von Modulen, Wechselrichtern und Montage noch möglich ist habe ich meine Zweifel.

Warum greift Röttgen nicht den Hinweis der Bayrischen Solarinitiativen auf die 11,5% auf vier Termine zu verteilen? Am 1.1.2011 nur 3% zu Reduzieren,
am 1.4.2011 weitere 3%, am 1.7.2011 nochmals 3% und am 1.10.2011 erneut 3% ergibt ebenfalls genau die 29,10 Cent je kWh. Aber der Jahresendrun wäre weg. Ob die Branche mit der Höhe der Absenkung klar kommt wage ich allerdings zu bezweifeln aber wenigstens der Jahresendrun wäre weg.
Aber vielleicht hat Herr Röttgen ja andere Zahlen wie er auf seine Absenkungen kommt. Ich kann sein Ansinnen nicht für gutheissen. Auch wenn es bedeuten würde, daß wir 2012 eine Einspeisevergütung hätten die in der Höhe des Steckdosenpreises läge.

Erhard Renz

Röttgen veröffentlicht seine Eckpunkte

Samstag, den 23. Januar 2010 von Erhard Renz

Endlich veröffentlicht Herr Röttgen seine Überlegungen wie es mit der Einspeisevergütung weitergehen soll. Damit kann man sich jetzt in Ruhe auseinandersetzen.

Erhard Renz

Lügt Herr Röttgen oder wird er falsch informiert oder hat er neuere Umfragen?

Mittwoch, den 20. Januar 2010 von Erhard Renz

Ich möchte nochmal auf die Transparenz zu sprechen kommen. Wie kommt die CDU dazu 15% der Einspeisevergütung zu streichen? Herr Röttgen ich möchte nur wissen wie Sie zu dieser Entscheidung kommen. Welche Experten haben Ihnen was aufgetischt. Man muß sie ja vollkommen falsch informiert haben. Im Spiegel Online werden sie zitiert mit:
“Die bisherige “Überförderung” werde in der Bevölkerung nicht länger akzeptiert, sagte der Minister.”

Mir liegt folgende Umfrage von Forsa von 12/2009 vor:

Forsa Umfrag Erneuerbare Energien

Sie dürfen in dieser Grafik die Prozentsätze derjenigen die meinen die Förderung soll zurückgefahren werden nicht addieren. :-)
(Entschuldigung aber das ist Galgenhumor…)