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Erhard Renz

Abschaltmechanismus an Photovoltaikanlagen für die Feuerwehr

Montag, den 15. November 2010 von Erhard Renz

Es hat lange gedauert aber endlich fordert ein Interessenverband den Abschaltmechanismus für Photovoltaikanlagen. Verwunderlich ist aus meiner Sicht nur, daß diese Forderung gemeinsam mit der neuen “Handlungsempfehlung Photovoltaik-Anlagen für die Feuerwehr” gestellt wurde. Seit mehr als einem Jahr haben sich die verschiedensten Gruppen zusammen mit dem Bundesverband Solar Wirtschaft (BSW) beraten was im Brandfall mit Photovoltaikanlagen von der Feuerwehr getan werden muß. In der neu erstellten Broschüre sind zumindest für mich kaum neue Erkenntnisse enthalten. Es ist auch nicht zu erkennen, daß es diskutable Punkte in der Broschüre gibt. Weshalb hat man also mehr als ein Jahr gebraucht um diese Broschüre zu erstellen?

Die kann nur damit zusammen hängen, daß die Forderung nach einem Abschaltmechanismus für Photovoltaikanlagen auch in diesem Gremium diskutiert und abgelehnt wurde. Ich möchte dazu nur sagen, daß wir uns langfristig nicht erlauben können Photovoltaikanlagen auf die Dächer zu montieren die im Brandfall nicht deaktiviert werden können. Die immer wiederkehrenden Diskussionen bezüglich der Risiken für Feuerwehrleute und damit verbunden die Risiken der Immobilienbesitzer sollte den Modulherstellern zu denken geben.

Ich habe selbst schon auf einem Dach mit brennenden Modulen gestanden und kann die Bedenken der Feuerwehrleute verstehen. Es ist an der Zeit, daß die Modulhersteller diese Forderung der Feuerwehrleute ernst nehmen und entsprechende Produkte anbieten.

Erhard Renz

Ausbau der Photovoltaik im Vergleich

Mittwoch, den 3. November 2010 von Erhard Renz

Ich habe schon Vorträge für Erneuerbare Energien gehalten bei denen ich rumstottern musste wenn man mich nach dem Anteil der Windenergie an der Stromproduktion fragte. Bei einem halben Prozent (aufgerundet :-) ) dies muß ca. 1995 gewesen sein hab ich angefangen die Erneuerbaren Energien voranzutreiben. In der Windenergie gab es Dank des Stromeinspeisegesetzes im Jahr 1991 einen technologischen Schub. Aufgrund der Möglichkeit den Strom gegen ca. 17 Pfennigen zu verkaufen begann der Siegeszug der Windenergie.

Die Photovoltaik konnte sich mit diesem Gesetz genau so wenig entwickeln wie Biomasse oder Geothermie. Erst mit dem EEG im Jahr 2000 begann auch die Photovoltaik ihren langen Weg bis zur wirtschaftlichen Marktreife ohne Förderung. Zu Beginn belächelt werden die heutigen Zuwachszahlen bereits als “kritisch fürs Stromnetz” angesehen. In 2010 haben wir bereits 5.000 MW Photovoltaik in Deutschland installiert. Dies entspricht einer Spitzenleistung von ca. 4 Atomkraftwerken.

Diese Entwicklung einer dezentralen Energie, die von vielen hunderttausend Menschen getragen wird, wurde schon immer unterschätzt. Dabei hätte man von der Entwicklung der Windenergie lernen können. Ich habe mal die Installierte Leistung von Windenergie und Photovoltaik verglichen. Allerdings vergleiche ich die Installierte Leistung der Photovoltaik aus dem Jahr 1999 mit den installierten MW der Windenergie aus dem Jahr 1990.
Vergleich der Entwicklung von Windenergie und Photovoltaik (1)

Durch den 9jährigen Versatz (Wind 1990 – Sonne 1999) kann man die Entwicklung beider Techniken ersehen. Das EEG beabsichtigt ja eine Rendite von ca. 7% für die Investoren zu ermöglichen. In den ersten Jahren entwickelte sich die Windenergie schneller wie die Photovoltaik. Erst 2006 (Wind 1996) zieht die Photovoltaik an der Windenergie vorbei. Dieser schnellere Ausbau wie die Windenergie setzt sich bis heute fort.

Wenn man sich den Ausbau der Windenergie anschaut und die bereits in 2010 installierten Photovoltaikanlagen hinzuaddiert könnten wir fast an die Werte der Windenergie von 2004 ran kommen!
Vergleich der Entwicklung von Windenergie und Photovoltaik (2)
Wir würden also locker die Installationszahlen von drei Windjahren in 2010 realisieren.

Um die Windenergie einzuholen fehlen uns allerdings noch ein paar Jahre. Ob wir die Windenergie überhaupt einholen können wird natürlich politisch entschieden.
Vergleich der Entwicklung von Windenergie und Photovoltaik (3)
Es spielt natürlich auch eine Rolle ob man in den Vergleich die Offshore Windräder mit einbezieht.

Was ich allerdings aufzeigen wollte die allgemeine Empörung wie schnell die Photovoltaik ausgebaut wird hätte man längst schon erkennen können. Dezentrale Kraftwerke sind weitaus einfacher zu realisieren. Die Windenergie konnte ihr schnelles Wachstum nicht mehr beibehalten da sie auf Genehmigungen angewiesen ist. Die Photovoltaik dagegen wird von den Bürgern selbst entschieden und wenn deren Rendite Erwartung erfüllt wird dann baut der Bürger. Konzerne investieren bei diesen Renditen nicht!

Erhard Renz

Photovoltaik wird als relevant anerkannt!

Montag, den 18. Oktober 2010 von Erhard Renz

Es ist soweit!
Sie wollen uns platt machen.

Die dena wird vorgeschickt um die nächste Kampagne gegen Photovoltaik einzuleiten. Nachdem Schwarz Gelb seit der letzten Wahl eine Reduzierung der Einspeisevergütung nach der anderen durchzieht, wird jetzt auch noch die Planwirtschaft für Photovoltaik von der dena propagiert.

Schauen wir uns als erstes die Einspeisereduzierungen an:
Ausgangspunkt Dezember 2009 gab es 43,01 Cent je kWh. Diese Vergütung wurde im Januar um 9% auf 39,14 Cent, im Juli um 13% auf 34,05 Cent und im Oktober auf 33,03 Cent je kWh reduziert. Im Januar 2011 wird nochmals um 13% auf 28,74 Cent je kWh reduziert. Von Dezember 2009 – zum Januar 2011 wird der Ertrag einer Photovoltaikanlage um ein Drittel reduziert. Wenn wir die Einspeisevergütung von 2004 von 57,40 Cent je kWh betrachten haben wir die Kosten tatsächlich um 50% reduziert.

Es kann uns also keiner vorwerfen wir könnten keine Kostenreduktion vorweisen. Wir haben uns redlich bemüht diese neue Technik kostengünstiger zu machen. Erst vor kurzem habe ich den Effekt der Photovoltaik zum wiederholten male dokumentiert. Was versäumt wurde ist die Entwicklung von Speicher. Genauer gesagt von Kurzzeitspeicher. Man könnte auch sagen die Elektromobilität wurde bewußt verhindert.

Aber die dena sieht das anders. Die Oberschlafmütze der dena, Kohler meint man müßte den Ausbau der Photovoltaik auf ein zehntel des Ausbaus 2010 zurückfahren. Anstatt, daß er seinen gestreiften Schlafanzug auszieht und tatsächlich mal Energieeffizienz und kleine Energiespeicher pusht schwätzt er vom bremsen des Photovoltaikausbaus.

Hat der Kohler schon was von Klimaveränderung, von Knappheit der Ressourcen und Kosten der konventionellen Energien gehört? Wer da im Jahr 2010 noch vom bremsen des Ausbaus Erneuerbare Energien redet gehört in die Wüste geschickt um dort Solaranlagen zu bauen.

Wenn wir in 2010 ca. 9 Gigawatt Photovoltaik installieren, dann bedeutet dies die Spitzenleistung von ca. 6-7 Atomkraftwerken. Dies könnten wir auch in den kommenden Jahren installieren. Wir können in Kombination mit regelbaren Kraftwerken den Umbau zu einer dezentralen Energieversorgung schneller bewerkstelligen wie es sich jeder “dena Mitschläfer” träumen kann. Dazu müssen aber auch die anderen Techniken schneller werden. Wir brauchen Batterien oder andere Stromspeicher. Wir müssen Atomkraftwerke abschalten und intelligente Zähler und Netze installieren. Da es derzeit keine Interessenten gibt die mit ihren Milliardeneinnahmen diese Technik voranbringen müssen es die Bürger tun. Es muß eine Nachfrage nach Energieautonomie kommen. Jeder Bürger ist gefordert seine eigene Energieautonomie anzustreben. Mit Photovoltaik auf dem Dach kann man mehr Strom produzieren wie im Haus selbst verbraucht wird. Damit dies funktioniert werden Speicher gebraucht. Diese Speicher werden nur entwickelt wenn wir mutig voranschreiten und unser veraltetes Energiesystem umstellen auf dezentrale Energieversorgung. Dann profitiert auch “der kleine Mann”.

Aber “der kleine Mann” oder der Hartz IV Empfänger wird ja auch schon gegen die Photovoltaik aufgebracht. Da werden die kurzfristigen Mehr-Kosten für Photovoltaik gegen die Hartz IV Erhöhung aufgerechnet. Kein Wort von der letzten Finanzkrise die viele dieser Menschen erst in den Ruin getrieben haben. Kein Wort von unnötigen Boni für Banker/Konzerne die Zahlen von A nach B schieben und dafür Geld bekommen.

Eines der größten Probleme dieser Welt wird die Energieversorgung in Zukunft sein. Die Photovoltaik liefert dazu zukünftig den wichtigsten Beitrag. Wir in Deutschland sind auf dem besten Weg zu zeigen wie mächtig die Solarenergie ist. Wir sollten der Welt beweisen wie es möglich ist und diese Technik in Zukunft exportieren. So wie es bei der Windenergie schon der Fall ist. Laßt uns lieber Unternehmerisch handeln als uns eine Planwirtschaft von den dena Schläfern verschreiben zu lassen. Wir sind das Solarvolk!

Erhard Renz

Eröffnung PV-Freifläche in Beerfelden

Donnerstag, den 14. Oktober 2010 von Erhard Renz

Am kommenden Samstag wird die Freiflächenanlage in Beerfelden eröffnet. Zusammen mit E-Concept haben wir diese Anlage für die Energiegenossenschaft eG geplant und realisiert. Die Photovoltaikanlage gilt derzeit als die größte im Odenwald.

Von 11 Uhr bis 16 Uhr kann die Freiflächenanlage besichtigt werden. Natürlich wird auch Ralos vor Ort sein und interessierten Bürgern Informationen zur Photovoltaik geben. Als Appetithäppchen hab ich zwei Bilder zu bieten. Das erste wurde während der Bauphase erstellt.

Im Bau befindliche Freiflächenanlage in Beerfelden

Im Vordergrund sind die noch leeren Untergestelle zu sehen. Im Hintergrund sind die ersten Module bereits aufgebaut. Vorne Links liegt ein Stapel Holz das als Verpackungsmaterial für die Module diente. Fix und fertig sieht die Anlage viel aufgeräumter aus. :-)

Photovoltaik Freiflächenanlage in Beerfelden

Die Luftaufnahme wurd von unserem “fliegenden” Mitarbeiter Sven aufgenommen.

Wer bereits um 11 Uhr kommt erlebt die offizielle Eröffnung durch die Energiegenossenschaft. Aber auch während des Tages gibt es noch vieles zu sehen und zu besprechen. Die Anfahrt und vor allem die Parkmöglichkeiten sind natürlich begrenzt deshalb früh kommen. ;-) Vielleicht lassen sich auch ein paar Mitarbeiter sehen. Schließlich liegt die Freiflächenanlage direkt vor Ihrem Wohnort.

Erhard Renz

Photovoltaik macht den Strom teuer

Dienstag, den 12. Oktober 2010 von Erhard Renz

Wie oft habe ich mir dieses totschlag Argument schon anhören dürfen. Es ist immer schwer gegen die “alte Oma” zu argumentieren die über ihren Strompreis die “hohen Photovoltaikvergütungen” bezahlen muß. Oder noch übler damit die Investoren eine hohe Rendite erzielen muß mein Nachbar den teuren Solarstrom mit bezahlen. Dazu gibt es jetzt mal wieder eine schöne Grafik von Unendlich viel Energie.

Kosten und Nutzen der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien

Die EEG Differenzkosten (5,3 Milliarden Euro) werden meist in der Diskussion vom Gesprächspartner oder bei der Strompreiserhöhung vom Energieversorgungsunternehmen zitiert. Dieser Wert wird offiziell ermittelt und gleichmäßig (natürlich mit Ausnahmen) auf die Stromkäufer verteilt und erhöhen direkt die jährliche Stromrechnung. EEG Differenzkosten zwischen dem Börsenstrom und den gesetzlich garantieren Strompreisen (den die Investoren in EE-Kraftwerke erhalten) sind natürlich noch vorhanden. Da die Erneuerbaren Energien aber immer günstiger werden wird diese Differenz mit den Jahren geringer. Wir reden deshalb von einer vorübergehenden Belastung.

Auf der Nutzen Seite findet sich als Gegenrechnung die vermiedenen Umweltschäden in Höhe von 5,7 Milliarden Euro. Die sich bereits im Jahr 2009 in Summe höher addierten wie der Differenzpreis. Natürlich machen sich diese Kosten nicht im Portmonai der “Oma” bemerkbar aber fragt mal die “Oma” ob sie dies nicht gerne macht für Ihre Kinder/Enkel. Mit wieviel Euro bewertet man eigentlich saubere Luft? Oder wieviel Euro würde Mensch bezahlen wenn er sich eine Atemwegserkrankung eingefangen hat für seine Gesundung?

Ebenfalls in gleicher Höhe wie die Kosten sind die Kommunalen Wertschöpfungen (5,5 Milliarden Euro) die sich durch Erneuerbare Energien ergeben. Hier schlagen sich die inzwischen 340.000 Arbeitsplätze in der Branche nieder. Natürlich auch Pacht- und Gewerbezahlungen sind in dieser Summe enthalten. Aber auch hier hat die “Oma” keinen Grund zu jubeln bei ihr kommt das Geld nicht an! Ausser daß mit diesem Geld in der Kommune Infrastrukturen finanziert werden. Das könnte auch das Altersheim sein.

Es hilft ihr auch wenig, dass wir Deutsche eine Menge Geld nicht ins Ausland überweisen. Aber auch hier ist zu erwarten, daß diejenigen die im Besitz dieser 2,2 Milliarden Euro sind auch im eigenen Land investieren. Auch hier eine indirekte Infrastruktur Verbesserung durch die Reinvetition vor Ort.

Ein großer Batzen (3,6 – 4 Milliarden Euro) sammelt sich, dank des Merit-Order Effektes,  aber zunächst in den Säckel der konventionellen Energieerzeuger (80% – EON, RWE, EnBW + Vattenfall) und Stromhändler (80% dto.) an. Dort bleibt es auch, denn denen ist die “Oma” schon immer egal gewesen. Zum Merit Order Effekt werde ich in den nächsten Tagen nochmals einen Bericht schreiben.

Auf jeden Fall summieren sich die Kosten für Erneuerbare Energien in Deutschland aus Volkswirtschaftlicher Sicht in den positiven Bereich und sind somit ein Segen für die Menschen dieses Landes. Dass dies den Konzernen nicht gefällt kann ich verstehen muß allerdings sagen mir ist die Oma näher als alle Konzerne. :-)

Erhard Renz

Photovoltaik Einspeisevergütung 2011

Montag, den 11. Oktober 2010 von Erhard Renz

Es gibt Blogartikel die schreib ich mit einem gegrumel im Magen. Schon seit Tagen schiebe ich die Einspeisevergütungen für 2011 vor mir her. Heute kann ich mich dazu durchringen die dramatisch reduzierten Photovoltaikvergütungen ab dem 1.1.2011 nieder zu schreiben.

Die Bundesregierung hat ja den “atmenden Deckel” beschlossen der ab einer installierten Leistung von 3.500 MW greift. Bis 3.500 MW würde um 9% die Einspeisevergütung abgesenkt wenn der Deckel überschritten wird senkt sich die Einspeisevergütung um ein weiteres Prozent. Das maximum was die Bundesregierung an Kürzung angedacht hatte waren 13% wenn mehr wie 6.500 MW installiert wurden.

Da die Branche die Kürzung rechtzeitig kennen muß hat sich die Politik überlegt man könnte doch die Installationszahlen der Monate Juni, Juli, August und September nehmen und mal drei multiplizieren und schon hat man eine Jahresinstallationszahl. Jetzt hatten wir im Juni 2010 einen Supermonat mit 2.120 MW. Der Juli brachte 670 MW und der August 360 MW alles Installationszahlen von der Bundesnetzagentur.  Damit sind nach drei Monaten bereits 3.150 MW installiert. Multipliziert mit drei ergibt es bereits jetzt 9.450 MW und damit die höchstmögliche Photovoltaikreduktion von 13% für das Jahr 2011.
Ich kann die ketzerische Frage einfach nicht unterdrücken. Wenn die Politik der Meinung ist die Einspeisevegütung müsste um ein Prozent gekürzt werden, wenn in Deutschland 1.000 MW mehr installiert wird, warum gibt es dann eine Höchstreduktion von 13 Prozent? Wenn hinter dieser 1 Prozentkürzung ein Fünkchen Sinn wäre, müsste bei einer installierten Leistung von mehr als 6.500 MW auch weiter gekürzt werden. Natürlich konnte sich keiner eine höhere Installation von 6.500 MW vorstellen. Dank dieser Unterschätzung sind uns 17% Reduktion erspart geblieben.

Mit was wir im nächsten Jahr allerdings zu kämpfen haben sind folgende Vergütungssätze. Gültig ab dem 1.1.2011

Photovoltaikanlagen an oder auf Gebäuden (Dach, Fassade) bei Netzeinspeisung
28,74 Cent bis 30 kWp
27,34 Cent ab 30 kWp
25,87 Cent ab 100 kWp
21,56 Cent ab 1.000 kWp

Wenn der Strom von diesen Anlagen selbst verbraucht wird dann wird allerdings nur bei Anlagen bis 500 kWp dies als Eigenverbrauch vergütet. Es gibt zwei Vergütungsstufen. Eigenverbrauch bis 30% des produzierten Stroms und über 30%. Damit versucht die Politik weiterhin den Eigenverbrauch attraktiv zu gestalten.

PV Anlagen bis 30 kWp bis 30% 13,93 Cent je kWh über 30% 17,62 Cent je kWh*
PV Anlagen ab 30 kWp bis 30% 12,56 Cent je kWh über 30% 16,26 Cent je kWh*
PV Anlagen ab 100 kWp bis 30% 11,14 Cent je kWh über 30% 14,84 Cent je kWh*

PV Anlagen bis 30 kWp bis 30% 12,36 Cent je kWh über 30% 16,74 Cent je kWh*
PV Anlagen ab 30 kWp bis 30% 10,96 Cent je kWh über 30% 15,34 Cent je kWh*
PV Anlagen ab 100 kWp bis 30% 9,49 Cent je kWh über 30% 13,87 Cent je kWh*

*Ich bitte den Fehler zu entschuldigen die richtigen Werte habe ich korrigiert. Der Eigenverbrauch wird abgeleitet von der Einspeisevergütung. Beim Eigenverbrauch bis 30% der Gesamtstromproduktion werden 16,38 Cent von der Einspeisevergütung abgezogen bei über 30% nur noch 12 Cent je kWh.

Freiflächenanlagen werden in zwei verschiedenen Klassen gefördert.

Konversionsflächen, versiegelte Flächen dazu gehören z.B. Mülldeponien erhalten 22,08 Cent je kWh

Gewerbegebiete, auf baulichen Anlagen und an Verkehrswegen (Straße und Bahn 110 Meter bis Abstand) erhalten nur noch 21,11 Cent. Alle diese Zahlen sind zwar noch nicht veröffentlicht aber aufgrund der Zubauzahlen Juni, Juli und August schon absehbar.

Erhard Renz

Energiekonzept

Dienstag, den 28. September 2010 von Erhard Renz

Das Armutszeugnis der jetzigen Bundesregierung bezüglich Energievision ist da. Die Bundesesregierung nennt es Konzept. Bitte nicht ausdrucken es wäre Papierverschwendung. Maximal als pdf aufrufen, ankucken und vielleicht auch lesen.

Ihr werdet feststellen das Wort Photovoltaik wird achtmal verwendet.

Viermal um die Kürzungen der Einspeisevergütung (2010) zu verherrlichen.

Zweimal wird es als Beispiel für flukturierende Energieträger benannt.

Ein weiteres mal um auf die Innovationsallianz hinzuweisen und einmal wird die Fassaden-Photovoltaik erwähnt die anscheinend wieder besonders gefördert werden soll. Na da hat die Bundesregierung zumindestens was gelernt denn diese besondere Vergütung wurde von schwarz/rot im EEG ab 2009 gestrichen. Haben wir dies etwa dem Brüderle zu verdanken?

Unterdem Strich bleiben also die Innovationsallianz und die Fassaden Photovoltaik. Für eine Entwicklung und Umsetzung einer langfristigen, bis 2050 reichenden Gesamtstrategie ist das ein klein bißchen wenig.

Meine jedenfalls ich!

Zu einer detaillierteren Analyse bin ich heute noch nicht in der Lage. Dieses Mauschelpapier geht mir zu sehr auf die Nerven. Aber in den nächsten Tagen werde ich mich leider damit auseinander setzen müssen.

Erhard Renz

Anleitung für Feuerwehr bei Brand mit Photovoltaikanlage

Montag, den 20. September 2010 von Erhard Renz

Endlich gibt es eine BSW Feuerwehr Empfehlung was Feuerwehrleute tun sollen wenn am Brandherd eine Photovoltaikanlage installiert ist. Der Bundesverband Solar Wirtschaft (BSW) hat sich einiges an Zeit genommen um dieses Faltblatt gemeinsam mit allen beteiligten Experten zu entwerfen. Bei der ersten Besprechung dieser Broschüre war ich noch beteiligt habe mich dann allerdings aus diesem Arbeitskreis zurückgezogen.

Das äußerst einfach gehaltene Faltblatt beschreibt den Feuerwehren wie sie im Brandfall mit Photovoltaikanlagen umgehen sollen.

Mir fallen ein paar Anmerkungen zu dem Flyer ein.
Zum einen finde ich die Gleichstrom Freischaltstelle ein wenig dürftig beschrieben. Vor allem weil diese Freischaltstelle bei jedem Hersteller anders aussieht. Hier sollte es zumindest für Schulungszwecke ein Übersicht der möglichen Geräte vorhanden sein.

Die Empfehlung die PV-Anlage nach einem Brand von einer PV-Fachfirma in den sicheren Zustand versetzen zu lassen ist sicherlich eine Neuigkeit und war bisher so nicht definiert. Dies bedeutet natürlich für uns als PV-Fachfirma, dass wir vermehrt an Brandstellen gerufen werden die eine Photovoltaikanlag auf dem Dach haben.

Ähnlich ist es mit der Bemerkung die Einsatzstelle soll an den Betreiber übergeben werden. Wobei der Betreiber nicht unbedingt der Hausbesitzer ist und evtl. nicht vor Ort sein kann. Da wäre die Anlagendatenbank mit den Betreiberdaten heranzuziehen um Kontakt mit dem Betreiber aufnehmen zu können. 

Die Bemerkung “zerstörte Module seien als Brandschutt” zu behandeln ist mir zu oberflächlich. Hier hätte meines erachtens ein Hinweis auf Cadmium Tellurid Dünnschichtmodule hingehört. Wir sollten von Anfang an in Brandfällen mit diesen Modulen auf Nummer Sicher gehen und eine Untersuchung anordnen.

Erhard Renz

Energieszenario für Windenergie und Photovoltaik

Dienstag, den 14. September 2010 von Erhard Renz

Ich hab zwar schon über das Energieszenario der Bundesregierung geschrieben aber es waren nur Zahlen die ich da genannt habe. Zahlen sind zwar wichtig aber um das gesamte Dilemma des Energieszenarios darzustellen macht es Sinn den Ausbau der Photovoltaik und der Windenergie für ein halbes Jahrhundert graphisch darzustellen. Wohlgemerkt sind es 9 Jahre tatsächlicher Ausbau und 41 Szenario der Bundesregierung. Anhand dieser Zahlen möchte die Bundesregierung ein Energiekonzept erstellen.

Schauen wir uns als erstes die Photovoltaik an:
Energieszenario Photovoltaik

Einen ähnlichen Ausstieg aus der Windenergie sieht das Szenario bis 2050 vor.
Energieszenario Windenergie

Ich habe die Eckpunkte für die Jahre 2020, 2030, 2040 und 2050 auf die einzelnen Jahre einigermaßen logisch verteilt. Es wird klar, daß die Bundesregierung der Wind- und Solarbranche noch einen gemächlichen Rückbau Ihrer Kapazitäten bis 2020 erlaubt. Danach kann man den Ausbau der Photovoltaik und der Windenergie Onshore vergessen. Im Szenarion wurde er Plattgerechnet. Wer auf diese Zahlen eine Konzept aufbaut kann nicht erwarten, dass ein realistisches Ergebnis rauskommt.

Shit in Shit out! Allt Programmiererweisheit!

Zumindest bei der Photovoltaik steht aber im gleichen Szenario dass im Jahr 2020 der kWp Preis noch bei 1.350 Euro liegt und die Stromgestehungskosten damit niedriger sind wie der Strom der vom Energieversorger geliefert wird. Warum sollten dann die Hausbesitzer keine Photovoltaikanlage auf ihr Dach bauen? Die Hausbesitzer werden es tun.

Da kann im Szenario stehen was will.

Aber warum werden solch unrealistischen Zahlen angesetzt?
Klar man will die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke schönrechen. Ausserdem sollen Energieeinsparung im Gebäudebereich in bisher ungeahnter Höhe realisiert werden. Die Erneuerbaren Energien sollen in Großkraftwerken im Meer (Offshore oder in der Wüste) angewendet werden.

Dies wiederspricht aber unserem Ansatz der dezentralen Energieversorgung. Wir wollen viele kleine Kraftwerke dezentral von vielen Menschen für ihren Bedarf und nach ihren Möglichkeiten mit eigenen Finanzmittel finanziert. Anscheinend will dies die Bundesregierung nicht. Großkraftwerke werden von Großbanken finanziert.

Dann soll sich die Bundesregierung auch von den Großbanken wählen lassen.

Mit diesem Szenario wird der Ausbau von Photovoltaik noch der Windenergie realistisch beschrieben. Um ein Energiekonzept für die nächsten 40 Jahre zu vereinbaren brauchen wir realistische Zahlen und nicht politisch gefärbte.

Erhard Renz

Solarstromertrag August 2010

Donnerstag, den 9. September 2010 von Erhard Renz

Nicht nur die politsichen Nachrichten sind katastrophal sondern auch die Erträge in diesem Jahr. Der August 2010 brachte den niedrigsten Ertrag meiner Anlage der letzten zehn Jahren. Damit habe ich in diesem Jahr bereits in vier Monaten das schlechteste Ergebnis der Dekade eingefahren.

Langsam kriecht in mir doch der Gedanke hoch, dass es auch an einer Degradation der Module liegen könnte. Der letzte Rekordwert liegt bereits mehr als 18 Monate zurück. Der Januar 2009 war mein letzter Monats Rekordertrag danach habe ich dagegen sieben Negativmonatsrekorde eingefahren. Ich glaube ich muss demnächst mal wieder einen Vergleichscheck mit anderen Anlagen machen.

Es waren gerade mal 420 kWh Strom oder 97 kWh je installiertem kWp die meine Photovoltaikanlage in das öffentliche Netz im August 2010 einspeiste. Im August 2003 waren es 140 kWh und damit 43 kWh mehr in einem Monat. Aber all das Jammern hilft nix, die Sonneneinstrahlung muss besser werden. Die Wärme scheint ja vorhanden zu sein. Jedenfalls wird von Wärmerekorden berichtet.
Ich möchte mich auch nicht beklagen denn wenn die restlichen vier Monate durchschnittlich ausfüllen dann käme ich immerhin noch auf einen Jahresertrag von knapp über 900 kWh. Ein Ergebnis, dass gegenüber den kalkulierten 825 kWh immer noch Super ist. Also Kopf hoch  es müssen auch mal wieder sonnige Zeiten kommen! ;-)

Erhard Renz

Noch 7 Jahre Restlaufzeit für die Photovoltaik

Mittwoch, den 8. September 2010 von Erhard Renz

Das Energiekonzept der Bundesregierung begrenzt den Ausbau der Photovoltaik auf die nächsten 7 Jahre. Wobei dies die maximale Laufzeit wäre wenn wir in den nächsten Jahren keine Steigerung der Installationszahlen hinbekommen würden. Damit hat die Photovoltaikbranche sogar noch eine längere Perspektive zugeteilt bekommen wie die Windenergie die nur noch 5 Jahre Laufzeit erhalten soll.

Die Photovoltaik hat in den letzten Jahren ein enormes Wachstum hingelegt.
Im Jahr 2007 produzierten Photovoltaikanlagen “nur” 3 TWh Strom.
Bereits in 2008 stieg die Produktionsmenge auf 4,4 TWh Strom um dann im Jahr 2009 auf 6,6 TWh Strom anzusteigen. Also jeweils eine Steigerung von rund 50% Strom wie im Jahr zuvor.

Das Jahr 2010 dürft erstmals die 10 TWh Stromgrenze überschreiten und in den Folgejahren rechne ich mal konservativ mit je 3 TWh zusätzlich. Da die Bundesregierung bis 2020 aber nur ein Potential von 31 TWh ausbauen möchten, ist ab 2018 Schluß mit Lustig in der PV Branche. Vielleicht wäre Angela Merkel (wenn noch Bundeskanzlerin) aber auch gnädig und würde uns 2018, 2019 und 2020 nochmals jeweils 3 TWh Strom installieren lassen. So eine Art Laufzeitverlängerung wäre dass dann.  Dann hätten wir ein Photovoltaik Stromproduktion von 40 TWh bereits in 2020 erreicht!

Danach hätten wir zumindest von 2020 – 2050 Ruhe und bräuchten keine einzige Photovoltaikanlage mehr bauen und wir hätten trotzdem die Ziele des Energiekonzeptes der Bundesregierung für Photovoltaik (39 TWh bis 2050) erreicht und sogar um ein TWh überschritten.

Gut ich wäre in 2020 erst 66 Jahre alt und müsste mich noch nach einem neuen Arbeitsplatz umschauen aber was machen die anderen 30.000 sollen die sich auf die Wartung und Pflege konzentrieren? Wenn ich in das Energiekonzept der Bundesregierung nachschlage sehe ich man will Desertec politisch flankieren ein “Overlay-Netz” planen und ein “Zielnetz 2050″ entwickeln. Auf “praktisch” übersetzt: neue Netze bauen und die Arbeitsplätze und die damit verbundene Wertschöpfung ins Meer und die Wüste verlagern.

Die Bundesregierung will zentrale Energieversorgung und Wertschöpfung bei den Konzernen. Ich will dezentrale Energieversorgung und Werterhaltung bei den Bürgen. So minimal ist der Unterschied.

Ich empfinde die klaren Worte des Bundesverbandes für Wind Energie erfrischend klar und ehrlich und hab mich mal in der Solar Branche umgesehen:

Eurosolar
“Erneuerbare brauchen keine Brücke” und organisiert traditionell eine Anzeigenkampagne in den Printmedien.

SFV e.V.
Auf der Homepage ist die Laufzeitverlängerung noch nicht angekommen.

Bundesverband Solarwirtschaft (BSW)
Auf der Homepage ist die Laufzeitverlängerung noch nicht angekommen.

Deutsche Gesellschaft für Solarenergie (DGS)
Die DGS verlinkt auf ihre Fachzeitschrift Sonnenenergie und philosophiert über den Sinn von Aktiengesellschaften und Atomkraft. Vergisst aber die Solarenergie zu analysieren und kommentieren.

Photon
Selbst die Photon sonst immer für große Sprüche schnell zu haben. Dort wird unter aktuell ein 1,5 MW Solarpark beschrieben. Bei Politik findet sich ein Artikel über Spanische Einspeiseveränderungen vom 11.8.2010. Im Newsletter von Photon hab ich auch nix gefunden.

Photovoltaikforum
Im Forum diskutiert man den Atomausstieg das Energiekonzept ist dort auch noch nicht angekommen.

Solarserver
Hier finde ich zumindest einen hervorragenden Kommentar von Volker Quaschning der es nicht beruhigend findet “dass randalieren, bekifft Autofahren und das Betreiben von Kernkraftwerken versicherungsrechtlich gleichgestellt sind”. 

Was will ich damit sagen?
Die Solarbranche ist in einem katastrophalen Zustand was ihre Kommunikation gegenüber der Politik betrifft. Wenn eine Bundesregierung ein Energiekonzept veröffentlicht und die eigene Branche dermaßen “in den Eimer” plant erwarte ich Reaktionen. Harte Reaktionen. Die Branche kann solch ein Energiekonzept nicht akzeptieren und dies muß auch klar wie beim Bundesverband Windenergie kommuniziert werden. Damit dies geschieht benötigt die Photovoltaikbranche eine ähnliche Organisation wie die Windenergie in der Hersteller, Planer, Betreiber, Kommanditisten und einfache Mitglieder gemeinsam an einem Strang ziehen. Bei 30.000 Arbeitsplätzen und 600.000 Photovoltaikanlagenbesitzer müsste sowas doch möglich sein.

Die Atommafia erlaubt sich da ganz andere Dinge. Ich verwende das Wort Atommafia weil es ja anscheinend in Ordnung ist eine Branche mit der Mafia zu vergleichen.

Erhard Renz

Solarausstieg im Energieszenario festgelegt!

Mittwoch, den 1. September 2010 von Erhard Renz

Die Bundesregierung diskutiert zwar öffentlich über Atomkraftwerke ob deren Laufzeit verlängert werden soll. In den Energieszenarien legt sie aber bereits den Ausstieg aus der Solarenergie fest. Die Stromproduktion aus Photovoltaik soll von 2040 bis 2050 von 38 Terawattstunden auf 39 Terawattstunden also um sage und schreibe einer Terawattstunde erhöht werden.

Energieszenario beschreibt Ausstieg aus Photovoltaik 

Im Jahr 2008 lag die Stromproduktion aus Photovoltaik bei 4.420 GWh und bereits ein Jahr später bei 6.578 GWh. Dies bedeutet wir haben in einem Jahr mehr als 2 Terawatt Stunden Strom zugebaut. Entwicklung der Erneuerbaren Energien in der Stromproduktion 

Im Juni 2010 geht die Branche davon aus, dass wir ein GW Leistung installiert haben. Dieses eine GW produziert in einem Jahr eine Terawattstunde Strom! Wir haben diese Kraftwerke  IN EINEM MONAT installiert!

Wenn die Bundesregierung bei drei Wirtschaftsinstituten 9 verschiedene Energieszenarien erarbeiten läßt, dann wäre zu klären wer hat diese Photovoltaik Parameter vorgegeben? Wer hat für 2040 bis 2050 nur 1 Terawatt an Zubau vorgegeben? In zehn Jahren soviel Zubau wie wir heute schon in einem Monat montieren können. Dies sollte auch Herr Röttgen kennen aus dessen Ministerium stammen beide Statistiken
Energieszenario geht vom Ausstieg aus Photovoltaik aus

Diese Entwicklung für alle neuen Szenarien vorzugeben bedeutet man möchte die Solarbranche ab 2040 platt machen. Dann hätten wir ein kurzes Gastspiel in Deutschland gegeben.
Wenn sich die Bundesregierung auf dieses Spiel einläßt muss sie mit dem Protest der Solarbranche rechnen. Wir sind der Meinung die Solarbranche hat eine Zukunftsperspektive die weit über 2050 hinaus geht. Wenn die Bundesregierung anderer Meinung ist dann sollte sie es offen benennen und nicht in Szenarien still und heimlich vorbereiten.

Erhard Renz

Das EEG neu denken?

Freitag, den 27. August 2010 von Erhard Renz

Vor vierzehn Tagen habe ich einen Denkanstoß von Claus Scheuber der für die soltechnics GmbH im Marketing arbeitet veröffentlicht. Ich möchte mich heute noch nicht mit dem Inhalt beschäftigen sondern mit der Resonanz auf diesen Artikel. Ich gebe zu es ist kein einfaches Thema und die von Claus angesprochenen Probleme sind nicht trivial auch ist der Ralos Blog nicht die zentrale Meinungsplattform der Photovoltaik. Aber dass es keinerlei Reaktion auf die Überlegungen von Claus kommt ist schon bedauerlich. Allerdings kenne ich selbst ja diesen Effekt mit meinem Wunsch einer Sommerdegression statt Winterdegression hat ja auch sehr lange benötigt um Gehör zu finden.

Öffentlich diskutiert wird leider immer nur die “aktuelle Sau” die gerade durchs Dorf gejagt wird. Ansonsten erkenne ich derzeit keine gezielte Diskussion um die Weiterentwicklung unserer Energiefrage. Auch die jetzige Bundesregierung benötigt ein neues Energiekonzept für ihre weiteren Entscheidungen. Anstatt das bisherige Konzept weiter zu entwickeln gibt man einen Auftrag an Organisationen die im stillen Kämmerlein ein neues Konzept entwickeln. Dass die Großkonzerne diese Organisationen zum Teil finanzieren wird dabei einfach übergangen.

Wenn demnächst das Energiekonzept von den beauftragten Unternehmen veröffentlicht wird, bleibt kaum Zeit für uns Hobby Solarier dieses Papier qualifiziert zu analysieren und der Bundesregierung unsere Meinung dazu kundzutun. Angela Merkel besucht uns ja noch nicht einmal auf Ihrer Energiereise! Es wird also nach der Veröffentlichung des Energiekonzeptes eine Öffentlichkeitsschlacht zwischen Halbinformierten geben. Dieser Austausch wird über Fachzeitschriften, Kolumnen, Radioberichten, Fernsehbeiträgen und Blogs gehen. Er wird oberflächlich bleiben und die Feinheiten und Probleme der zukünftigen Energieversorgung nicht gerecht werden.

Feinsinnige Überlegungen wie sie von Claus Scheuber angestoßen wurden haben da keinen Platz. Wir brauchen aber solche Überlegungen und Diskussionen in der Öffentlichkeit um die Energieversorgung der Zukunft nicht nur Umweltfreundlich sondern auch Menschenfreundlich zu gestalten.

Will heißen die Menschen müssen auch noch verstehen warum es zu welchen Entscheidungen kommt. Wir wollen eine öffentliche Diskussion über die Energiepolitischen Weichenstellung und keine gekauften Gutachten.

Dies musste ich erst einmal los werden bevor ich mich in den nächsten Tagen inhaltlich zu den Vorschlägen von Claus äußern werde.

Erhard Renz

Solarmafia – dass geht zu weit Herr Pfeiffer

Freitag, den 20. August 2010 von Erhard Renz

Die Bundesregierung lasse sich nicht erpressen, entgegnete Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag – “weder von der Atomwirtschaft, der Solarmafia noch von Greenpeace”. (Hamburger Abendblatt)

Sehr geehrter Herr Joachim Pfeiffer dass geht zu weit. Wenn Ihnen die Argumente der Solarfreunde zuviel werden dann erwarte ich von Ihnen einen ordentlichen Umgang mit den vielen, vielen Solarkraftwerksbesitzern aber nicht eine diffamierende Beleidigung dieser Menschen.

Ich kann mir schon vorstellen, dass die vielen Solarfreunde und die vielen, vielen Atomkraftgegnern mit Ihren guten Argumenten Ihnen ständig in den Ohren liegen. Diese Menschen deshalb gleich einer mafiösen Verbindung zu unterstellen ist die unterste Schublade. Wir haben in Deutschland ca. 600.000 Photovoltaikanlagen. Vielleicht können Sie sich vorstellen, dass diese Menschen mit Ihren “Pfeifferschen Argumenten” nicht einverstanden sind und mit ihrer unverschämten Einstufung “Solarmafia” schon gar nicht.

Unsere Verbände sind in der Regel Organisationen mit weniger als 5.000 Mitglieder und im Vergleich zu den Lobbyverbänden der konventionellen Energien haben unsere Verbände minimale Beitragseinnahmen.

Aber Sechshunderttausend Menschen/Investoren/Umweltschützer/Solarkraftwerksbesitzer sind keine Solarmafia sondern es sind Menschen die erkannt haben, dass die Energie vor Ort auf das eigene Dach geliefert wird. Diese Menschen sind so schlau, dass sie diese Energie nutzen. Direkt vom Dach im eigenen Haus. Zwischen Dach und Haus ist kein Platz für eine Mafia. Diese Erkenntnis erzählen 600.000 Besitzer stolz an jedem Stammtisch, bei jedem Verein, bei jeder Feier und sicherlich auch gegenüber der Politik. Diese Menschen als “Solarmafia” zu bezeichnen ist eine bodenlose Frechheit!

Ich erwarte von Ihnen eine öffentliche Entschuldigung für diese Entgleisung. Wenn Sie dazu nicht den Mut haben sind Sie für mich nur eine “Pfeife”!

Erhard Renz

EEG Denkanstöße von neuem Gastblogger

Samstag, den 14. August 2010 von Erhard Renz

Ich darf mich mal wieder über einen neuen Gastblogger freuen der sich zum Thema EEG bei mir gemeldet hat. Es ist Claus Scheuber und er arbeitet bei der soltechnics GmbH in Baienfurt dort im Marketing. Ich hab ihn schon einmal im Blog zitiert und möchte ihm heute die Möglichkeit geben seine EEG Denkanstöße darzustellen. Natürlich geht es hautsächlich um die Weiterentwicklung der Photovoltaik.

Viel Spaß dabei…

Erhard Renz

CO2 Bilanz bei Photovoltaikanlagen

Mittwoch, den 11. August 2010 von Erhard Renz

Wenn es aussergewöhnliche Fragen zur Photovoltaik gibt erhalte ich schon mal diese Frage auf den Tisch. So auch diesmal mit der Frage nach einer positiven CO2 Bilanz der Photovoltaik. Eingerechnet soll der komplette CO2 Aufwand sein der bei der Herstellung bis zur Montage der Module entstanden ist.

Eine nette Frage die sich bei der bisherigen Energieversorgung noch nie stellte. Denn weder Kohle, Gas, Öl oder Atomkraft sind in der Lage jemals eine positive CO2 Bilanz hinzukriegen. Denn meist kommen von der eingesetzten Energie nur 40% beim Verbraucher an. Die Kraftwerke verursachen bereits beim Bau erhebliche CO2 Emmissionen aber auch beim Betrieb. Genaugenommen verursacht die Photovoltaik natürlich auch CO2 nur ist es eben erheblich weniger wie bei der Produktion durch konventionellen Energien entstehen würde. Denn während des Betriebs der Photvoltaikanlage wird kein CO2 mehr emittiert.

Deshalb muss man sich auch die CO2 Belastung anschauen die durch die Produktion bis zur Installation einer PV-Anlage entsteht. Als Kennzahl habe ich dazu die 2,5 Tonnen je installiertem kWp gefunden. Diese Belastung entsteht also erst einmal und nur wenn man die produzierten kWh des Sonnenstroms in Vergleich setzt zu den CO2 Emmissionen die in der konventionellen Stromerzeugung entstehen würden, dann kommt man auf eine positive Bilanz!

In Deutschland werden mit dem jetzigen Strommix je kWh zwischen 600 und 700 Gramm CO2 freigesetzt.  Dies wiederum bedeutet, dass die 2.500 kg CO2 durch die Produktion von ca. 4.000 Kilowatt Stunden Solarstrom ausgeglichen wären.

In unseren Breiten produziert eine Photovoltaikanlage mit 1 kWp Leistung im Jahr ca. 900 bis 1.000 kWh Strom. Dies wiederum bedeutet nach vier Jahren hat die Photovoltaikanlage die CO2 Belastung bei der Produktion und Installation wieder eingespart. Danach produziert sie also CO2 frei.

Bei Eurosolar wird die CO2 Belastung bei Photovoltaikstrom mit 60 Gramm je kWh angegeben. Dies ist natürlich auch ein Mittelwert zeigt aber wie umweltfreundlich der Solarstrom ist. Eines dürfte natürlich auch klar sein CO2 frei geht nicht jede Aktivität bedeutet CO2 Ausstoß!

Bei meiner Recherche ist mir allerdings noch ein weiteres Argument aufgefallen bezüglich des Cadmium. Bekanntermaßen bin ich kein Freund von Cadmium Tellurid Solarmodulen und trotzdem vermeiden selbst diese Module ausser CO2 noch erhebliche Mengen an Cadmium der durch das verbrennen von Kohle entstehen würde. Was sparen wir da erst durch ordentliche polykristalline und monokristalline Module ein?

Photovoltaik ist die Stromerzuegung der Zukunft und das schönste ist die Zukunft hat schon angefangen.

Erhard Renz

Photovoltaik im ZDF bei WISO

Dienstag, den 27. Juli 2010 von Erhard Renz

Die Photovoltaik wird immer Selbstverständlicher. Gestern Abend gab es im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) bei Wirtschaft und Soziales (WISO) einen Beitrag zur aktuellen Vergütungskürzung.

Den Beitrag finde ich sehr verständlich nur mit der Preisangabe hab ich so meine Problem. Bei einer 5 kW Anlage mit 13.300 Euro zu kalkulieren ist unrealistisch. Jedenfalls dann wenn man Qualitätsprodukte von einem Fachbetrieb haben will.

Schließlich haben wir eine grandiose Entwicklung schon hinter uns:

Kostenentwicklung Photovoltaik

Erhard Renz

Die 2. Einmal Degression

Donnerstag, den 15. Juli 2010 von Erhard Renz

Die Politik hält des öfteren nach der Wahl nicht dass was vorher versprochen war. Daran habe zumindest ich mich inzwischen schon gewöhnt. Manchmal aber entstehen durch die Kompromisse auch die tollsten Dinge. Bei dem neuesten Kompromiss der Solarkürzung zum Beispiel gibt es die:

2. Einmal Degression  :lachtot:

Ich finde diese Bezeichnung wirklich gelungen. Sie zeigt auf, dass hier so lange an der Photovoltaikvergütung herumgebastelt wurde bis am Ende keiner mehr so recht weiß was eigentlich sein sollte. Zumindest haben wir jetzt Sicherheit bezüglich der Frage wie wird die Absenkung gerechnet. Da hatte ich ja vor einigen Tagen die Probleme der DGS aufgezeigt.

Die Zweite Einmal Degression ist allerdings bereits die dritte Einspeisereduzierung in Jahr 2010 und allein schon aus diesem Fakt eine falsche Bezeichnung. Vielleicht wäre der Begriff die ”einmal Degression ab 1.10.2010″ treffender.  

Ich weiß was ich momentan mache ist Galgenhumor der uns nicht weiterbringt. Aber der Politik ist nicht klar wie katatrophal sich dieses gewurtschtel auf unsere Tätigkeit auswirkt. Wir haben ständig Rückfragen von verunsicherten Kunden. Wir benötigen endlich ein EEG in dem die Regelungen auf längere Zeit festgelegt sind und nicht ständig von der Politik in Frage gestellt werden. Eines dieser Themen die auf uns zukommen sehe ist die Regelung für den Eigenverbrauch. Die jetzige Regelung wurde erst einmal auf den 31.12.2011 zeitlich begrenzt. Eine Regelung die aber nur für 15 Monate angeboten wird kann keine Innovation auslösen. Wer wird sich Kampagnen ausdenken, ausarbeiten und umsetzen wenn danach nicht sicher ist ob diese Regelung tatsächlich noch angewendet werden kann?

Mit drängt sich immer mehr die Befürchtung auf, dass es der jetzigen Bundesregierung ganz recht ist wenn die Solarbranche nicht mehr so erfolgreich agiert wie in den letzten Jahren.

Erhard Renz

Lobbyismus Strom

Sonntag, den 11. Juli 2010 von Erhard Renz

Da kürzt man uns die Einspeisevergütung zusätzlich um 13 % und so ein Schreiberling feiert den Solar Lobbyismus!

Lieber Schreiberling wir haben in Deutschland 500.000 Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Tausende von Arbeitsplätze geschaffen. Hunderttausende Darlehen laufen. Hunderttausende Versicherungen laufen. Das sind keine Lobbyisten sondern Menschen die ihre Arbeit machen. Wir brauchen keine Lobbyisten anzustellen wir sind so viele dass man uns Ernst nehmen sollte.

Leider tut es die Regierung nicht!

Erhard Renz

Solarstrom Ertrag Juni 2010

Dienstag, den 6. Juli 2010 von Erhard Renz

Unabhängig vom politischen Zickzack der Bundesregierung strahlte die Sonne im Juni 2010 und lieferte damit den Rohstoff für meine Photovoltaikanlage. Ich konnte ein Überdurchschnittlich gutes Ergebnis einfahren. Am Ende des Monats hatte meine Photovoltaikanlage 578 kWh Strom produziert. Die Anlage produzierte bereits zum zehnten mal einen Juni Monatsertrag und der Juni 2010 war das viertbeste Ergebnis in dieser Zeit. Selbst wenn ich alle Monatsergebnisse in die Betrachtung mit einbeziehe war dies das siebtbeste Monatsergebnis (von 111 Monaten) bisher. Damit kann man zufrieden sein.

Trotzdem ist das Halbjahresergebnis 2010 eher traurig. Mit 480 kWh je installiertem kWp fällt die Ernte etwas niedrig aus. Im Schnitt der letzten 9 Jahren waren es immerhin 515 kWh und im Traumjahre 2003 konnte ich 598 kWh mir gutschreiben lassen. Aber schließlich kann ich nicht in jedem Jahr einen Jahrhundertsommer erwarten.

Natürlich hoffe ich jetzt auf einen sonnigen Sommer und einen goldenen Herbst. Der Winter sollte auch nicht so viel Schnee bringen und dann könnte das Solarjahr noch gut in Erinnerung bleiben. Dann müsste sich aber die Politik auch noch verbessern. Nach den bisherigen Leistungen bezüglich Erneuerbarer Energie fällt dies jedenfalls nicht schwer! :-)

Erhard Renz

Solarstrom Ertrag Mai 2010

Freitag, den 4. Juni 2010 von Erhard Renz

Dass es ein Desaster wird war jedem klar gegen Ende Mai 2010. Aber die Erträge waren diesmal unterirdisch schlecht. Ich hatter gerade 386 kWh mehr auf dem Zähler wie Ende April. Das sind nur 89 kWh je installiertem kWp. Das bisher schlechteste Ergebnis hatte ich im Mai 2002 mit 108 kWh also nochmals ein Minderergebnis von 20%. Gegenüber dem “langjährigen” Durchschnitt meiner Anlage (alle Mai Erträge seit 2001) sind es sogar 30% weniger. Bei solch einem schlechten Ergebnis kommen natürlich gleich die Zweifel hoch. Funktioniert noch alles richtig?

Den wichtigsten Check den ich machen kann ist natürlich der Ertragsvergleich mit anderen PV Anlagen in meiner Gegend. Dazu trage ich die Erträge aus meiner PV-Anlage beim Solar Förder Verein in die Datenbank ein. Dann rufe ich dort den Ertragsvergleich in meinem Postleitzahlenbereich (PLZ 68) auf. Dieser Vergleich machte mich allerdings nur noch nervöser. Denn der Durchschnittsertrag aus 35 Anlage liegt bei 99 kWh immer noch 10% mehr wie bei meiner Anlage. Erst wenn ich die erweiterte Übersicht auswähle komme ich dem ganzen auf die Spur!
Photovoltaik Ertrag Mai 2010

Meine Anlage (4,32 kWp) gehört zur kleinsten Kategorie in der 14 Anlagen dokumentiert sind und bei diesem Anlagentyp lag der Durchschnittsertrag bei 88 kWh. Das hat mich erstmal beruhigt. So ganz daneben liegt meine Anlage also doch nicht. Der Schnitt für den Postleitzahlen Bereich 68 wurde im Mai von zwei großen Anlagen (über 50 kWp) nach oben gezogen. Dies kann daran liegen, dass dies neuere Anlagen mit neuer Technik effizienter wie meine 9 Jahre alte Anlage ist. Oder aber es liegt einfach am Wetter. Ich hab halt 15 Stunden weniger Sonne gehabt und das obwohl ich in der Sonnenstadt mit einer Sonnenbotschafterin wohne!

Erhard Renz

Öldesaster im Golf von Mexico

Mittwoch, den 2. Juni 2010 von Erhard Renz

Wir hören täglich aus den verschiedensten Medien wie schlimm das Öldesaster im Golf von Mexico ist. Aber können wir uns überhaupt vorstellen wie groß die verschmutzte Wasserfläche ist? Eine Flächenangabe allein reicht da nicht aus deshalb gibt es jetzt eine Homepage “If it is my Home” (Wenn es in meiner Heimat wär!) auf der man sich den Ölfleck in seiner Heimat darstellen kann.

Das Öldesaster hat zwar nichts mit Photovoltaik direkt zu tun aber wenn wir in der Branche immer wieder die Kosten vorgehalten bekommen dann müssen wir auch aufzeigen dürfen welche Schäden/Kosten/Leid wir vermeiden.

Momentan würde dieser Ölfleck, wenn wir Michelstadt als “Mitte” definieren, zwischen Luxemburg, Kassel, Baden Baden und Bamberg rumschwappen.
Da kann ich nur noch sagen:

Das ist eine Riesensauerei!

Erhard Renz

Neuer Name ralos Solar GmbH

Montag, den 31. Mai 2010 von Erhard Renz

Ja nach gut neun Jahren ralos Vertriebs GmbH war mal ein neuer Name fällig.

ralos Solar GmbH

Wir sind jetzt eingebettet in die ralos Familie.
Da ist natürlich die Mutter: ralos New Energies AG aber auch die “Schwester” ralos Projects GmbH.

Sowohl die ralos Solar GmbH als auch die ralos Projects GmbH bearbeiten Photovoltaik Anlagen. Der Unterschied liegt in der Größe der Anlagen. Wie der Name schon sagt kümmert sich die ralos Projects GmbH um größere Projekte. Dort wo es um mehrere hundert kWp geht. Wo Genehmigungen, Finanzierungen erforderlich sind und ein Baustellenmanagement von mehreren Wochen/Monaten. Solche Projekte können von der ersten Idee und Kontaktaufnahme bis zur Inbetriebnahme mehrere Jahre dauern. Ausserdem agiert die ralos Projects GmbH International auf fast allen Photovoltaikmärkten.

Der Gegenpart quick und schick wird von ralos Solar erledigt. Hier werden die Solaranlagen realisiert die von der Musteranlage für Kindergärten mit 1 kWp bis zu großen Dachanlagen die von den Dachbesitzern als langfristige Investition auf dem eigenen Dach gewünscht werden. Diese Photovoltaikanlagen sind innerhalb 6 Wochen zu realisieren. Von diesen Anlagen kann die ralos Solar GmbH hunderte im Jahr in Deutschland realisieren.

Ich hoffe ihr trauert unserem alten Namen nicht allzu lange nach und freut euch mit uns über den neuen Namen der jetzt auch dem letzten unwissenden aufklärt wie das Kunstwort ralos entstanden ist.

Erhard Renz

Solarstrom „die ehrlichste Energieart“

Sonntag, den 30. Mai 2010 von Erhard Renz

Auf einen Artikel im Bergsträsser Anzeiger von einer CDU Veranstaltung mit Peter Stephan dem Energie Sprecher der hessischen Landesregierung mit der Überschrift “Solarstrom die teuerste Energieart” habe ich folgenden Leserbrief heute abgeschickt.

Solarstrom „die ehrlichste Energieart”

Leider findet sich im Artikel nichts aber auch gar nichts zu der polemischen Überschrift Solarstrom wäre die teuerste Energieart. Dies erleben die Protagonisten der Erneuerbaren Energien derzeit überall wo sie hinkommen. Wir wären teuer, die Preistreiber und denken nur an unseren eigenen Geldbeutel. Da ich bereits seit 9 Jahren eine Photovoltaikanlage betreibe erfreuen mich diese Beschimpfungen, denn früher war ich nur der bemitleidenswerte Ökospinner. Die nächste Stufe die es vorzubereiten gilt ist die, dass alle einsehen es geht kein Weg an den Erneuerbaren Energien vorbei. Wir werden uns zu 100% aus erneuerbaren Energien versorgen müssen. Dazu gehört auch, dass wir weniger Strom verbrauchen müssen. Da hilft es wenig wenn die Experten von gestern sagen „Es war schon immer so, dass mehr verbraucht wurde”. Die Grenze des Wachstums wird irgendwann erreicht sein. Deshalb muss jetzt der Umstieg auf Erneuerbare Energien mit aller Macht erfolgen. Der Wohlstand der Bundesrepublik wurde aufgebaut durch das Wissen der Menschen und den Rohstoffen die wir importiert und dank importierter Energie verarbeitet haben. Demnächst werden wir diese Energie im eigenen Lande erzeugen müssen weil es unbezahlbar wird diese Energierohstoffe einzukaufen. Um die Energie weltweit jeweils im eigenen Land zu produzieren braucht man aber Technik die Sonne, Wasser, Wind und Biomasse in Energie wandelt. Da sind wir Deutschen momentan auf vielen Feldern im Spitzenfeld und diese Position gilt es auszubauen. Dass beste weltweite Signal dafür wäre endlich unsere alten Atomkraftwerke abzuschalten. Dann wüsste die Welt die Deutschen können das und es wäre die beste Werbung für unsere deutschen Windräder, Wasserkraftanlagen und Solaranlagen.

Die Photovoltaik ist deshalb die ehrlichste Energieart weil sie alle Kosten im Preis direkt aufzeigt. Strom der auf dem eigenen Dach produziert wird muss nicht mehr transportiert werden. Solarzellen die auf dem eigenen Dach liegen beeinträchtigen nicht die Silhouette des Odenwalds. Photovoltaikstrom verursacht keinen Lärm. Photovoltaik produziert mehr Strom wie für die Herstellung notwendig war. Photovoltaikstrom belastet nicht die Atemluft für unsere Kinder. Photovoltaikstrom verändert nicht das Klima für uns und unsere Enkel. Photovoltaikstrom strahlt nicht und muss von unseren Ur-Ur-Ur-Enkel nicht bewacht werden. Photovoltaikstrom zeigt deshalb in seinem Preis in heutigen Betriebswirtschaftlichen Kalkulationen alle Kosten auf. Deshalb meinen die Peanutszähler Photovoltaikstrom wäre teuer. Dabei ist Photovoltaik nur ehrlich im Preis. Natürlich ist dies in unserer heutigen Gesellschaft fast schon unerwünscht. Denn diejenigen die momentan sich die Taschen mit Geld vollstopfen, vertuschen lieber und wälzen auf die Allgemeinheit und zukünftige stimmlose Generation ab. Ehrlich wäre deshalb nicht den 500.000 Photovoltaikanlagenbesitzer in Deutschland ein schlechtes Gewissen einzureden sondern den vier großen Energieversorgern und der Politik die so etwas unterstützt.

Jetzt bin ich mal gespannt ob der Leserbrief veröffentlicht wird!

Erhard Renz

Hühnerhaufen Solarbranche

Montag, den 3. Mai 2010 von Erhard Renz

Am Mittwoch beabsichtigt die Bundesregierung Ihr Gesetz zur Einspeisevergütung in trockene Tücher zu bringen. Ich hab mich am Wochenende entschlossen mir die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen und keinen letzten Appell an die Politik zu schreiben. Die CDU/CSU/FDP Regierung hat kein Interesse sich mit Fachleuten zu unterhalten und auf deren Rat zu hören. Sie wollen “Ihr” Ding durchziehen und es der Solarbranche mal richtig zeigen. Schließlich wussten diese Damen und Herren ja schon immer, dass es mit dem Solarkram nie richtig funktionieren kann. Jetzt wo plötzlich die Masse da ist 3,8 TW in einem Jahr wird plötzlich der Kostenjoker gezogen. Frau Merkel macht lieber einen auf dicke Lippe in Mexico und fordert mal wieder von anderen: „Ich halte es für wichtig, dass nach dem nicht zufriedenstellenden Ergebnis von Kopenhagen Cancún ein Erfolg wird.“ Auch Röttgen darf in Mexico philosophieren “Wir brauchen schnellstmöglichen praktischen Klimaschutz.“ Da bleibt mir die Spucke weg.

Schamlose Schönredereien die Taten in Deutschland sprechen eine andere Sprache.

Kürzung der Photovoltaikvergütung,
Verlängerung der Atomkraftwerkslaufzeiten
Haushaltssperre für das Marktanreizprogramm

Wenn wir tatsächlich “schnellstmöglichen praktischen Klimaschutz” brauchen, dann müssen Atomkraftwerke abgeschaltet werden, die Photovoltaikvergütung maßvoll gekürzt und das Marktanreizprogramm durchgehend finanziert werden.

Dann müsste man sich aber aber auch mal die Sorgen und Nöte der Branche anhören.

Aber auch die Solarbranche zeigt sich in einem schlechten Licht. Wer hält denn gegen die Pläne der Bundesregierung?

Der Solarförderverein Deutschland e.V. (SFV)?
Die Deutsche Gesellschaft Sonnenenergie e.V. (DGS)?
Eurosolar e.V. ?
Die bayrischen Solarinitiativen?
Der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW)? (entschuldigung wenn ich einen Verein vergessen habe)
Ja wer vertritt uns denn? Alle?
Wer vertritt denn die 500.000 Photovoltaikanlagen Besitzer?

So lange wie wir uns diesen Vertretungs Hühnerhaufen leisten werden wir bei der Politik nicht ernst genommen und ich als Firmen Blogger schon garnicht. Was die Branche braucht ist ein Bundesverband Photovoltaik in dem die Interessen aller die mit Photovoltaik zu tun haben gebündelt sind. Auch hier kann ich nur wieder einmal auf den Bundesverband Wind Energie (BWE) verweisen. Allein schon der Professionelle Auftritt im Internet zeigt wie sich ein Branchenverband heutzutage präsentieren muss. Es ist an der Zeit, daß die Photovoltaikbranche auch in der Lobbyarbeit proffesionell wird.