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Erhard Renz

765 sonnige Artikel – das wars!

Donnerstag, den 30. Juni 2011 von Erhard Renz

Am 12. Februar 2008 habe ich meinen ersten Blog Artikel geschrieben. Mit diesem heutigen Bericht sind daraus insgesamt 765 größere und kleinere Geschichten von mir geworden. Ich hätte damals nie geglaubt dass ich soviel schreiben würde. Die Leser mögen mir meine Kommaschwäche verzeihen aber eigentlich war schreiben auch nie mein Ding… bei mir gilt eigentlich das gesprochene Wort!!!

Anfangs angetrieben von einem Griechen (Niko) der mich in das Bloggen eingewiesen hat, habe ich mich drei Jahre, vier Monate und 28 Tage bemüht immer wieder neues hier im Blog zum Thema Photovoltaik und Ralos zu veröffentlichen.

Ich habe mich jetzt entschlossen einer neuer Herausforderung (ohne Ralos) zu stellen. Welcher steht noch nicht fest, ich brauch noch ein paar Tage und ein paar Gespräche. Sicher dürfte sein, dass ich in der Branche der Erneuerbaren Energien aktiv bleiben werde.

Vielen dank an alle Gastblogger die mich unterstützt haben, an alle Kommentatoren und vor allem an die Ralos Mitarbeiter die immer dafür gesorgt haben, dass der Blog voller Geschichten ist. Mir hat es viel Spaß mit euch bereitet aber wenns am schönsten ist soll man aufhören…

Wenn morgen der wachsweiche Atomausstieg beschlossen wird müssen wir uns alle umso mehr anstrengen, damit wir gemeinsam meine geliebte “Solare Weltrevolution” endlich auf die Schiene bringen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen, sonnige Tage.

Erhard Renz

P.S.: … und haltet die Module steif!

Erhard Renz

Photovoltaik Vortrag in Michelstadt am 30.6.2011

Montag, den 27. Juni 2011 von Erhard Renz

Am Donnerstag den 30.6.2011 um 17 Uhr ist es wieder soweit. Bei Ralos in Michelstadt Unterer Hammer 3 gibt es die neuesten Informationen zur Photovoltaik. Ich werde in unserem Besprechungszimmer auf die aktuelle Vergütungshöhe eingehen. Als wir die Veranstaltung geplant haben, dachten wir die neuesten Vergütungssätze müssten wir bekanntgeben. Daraus wird nun nichts, denn die alten Vergütungen bleiben weiter gültig. Bis Ende des Jahres 2011 lautet die Einspeisevergütung 28,74 Cent je Kilowattstunde Photovoltaikstrom. Natürlich nur für die “kleinen” Photovoltaikanlagen bis zu einer Nennleistung von 30 kWp. In dieser Vergütungsstufe finden sich alle Einfamilienhäuser da für eine 30 kWp Photovoltaikanlage mehr als 200 Quadratmeter Dachfläche benötigt würden.

Was sich die Bundesregierung zum 1.1.2012 noch einfallen läßt wissen wir nicht. Schließlich weiß dies die Bundesregierung selbst nicht. Wir hoffen, dass bei den Beratungen noch die Belange der Solarbranche einfließen und das schlimmste verhindert wird.

Aber für das nächste halbe Jahr haben wir mal wieder Planungssicherheit. Da wir mit einer Absenkung der Vergütung gerechnet hatten, waren die Urlaubsplanungen für die Monteure in die zweite Jahreshälfte verschoben worden. Nichts desto trotz sind wir in der Lage Aufträge schnell umzusetzen. Für eine erste Information über die Photovoltaik eignet sich der Ralos Infoabend bestens. Ich freue mich wenn wieder viele zu uns finden und bitte Sie um eine kurze tel. Anmeldung unter der Telefon-Nr. 06061 – 9670 142

Erhard Renz

Sie könnens nicht lassen

Montag, den 30. Mai 2011 von Erhard Renz

Anstatt sich um einen klaren, verständlichen Atomausstieg zu kümmern haben die Regierungsparteien CDU, CSU und FDP mal wieder gegen die Photovoltaik lästern müssen. Als ob Sie gestern ihre Hausaufgaben schon gemacht hätten. Einen Atomausstieg innerhalb ihrer drei Parteien zu beschließen.

Die bisher bekannt gegebenen Absprachen sind alles andere als klar oder nachvollziehbar. Sieben Atomkraftwerke sollen nicht mehr angefahren werden aber eines oder zwei sollen im Kaltbetrieb Einsatzbereit sein. Kaltbetrieb soll bedeuten, wenn im Winter nicht genug Strom produziert werden kann schaltet man das Kraftwerk wieder an. Siegmar Gabriel hat gleich geantwortet und gesagt Angela Merkel müsste wissen wie lange das hochfahren eines Atomkraftwerkes dauert. Die technische Begründung ist also Makulatur. Bleibt nur noch die finanzielle Begründung, man gibt dem Kraftwerksbetreiber jährlich 50 Millionen damit er im Kaltbetrieb seine Mitarbieter vor sich hindösen läßt…

Was bis 2021 passiert wird natürlich noch nicht verraten. Aber 2021 sollen alle Atomkraftwerke abgeschaltet sein. Halt hier gibt es natürlich auch noch ein Hintertürchen (Scheunentor!) es soll einen Sicherheitspuffer geben. Diesmal sind es drei Atomkraftwerke die auch noch 2022 Atomstrom produzieren dürfen.

Wir sollen also das Risiko eines Atomgaus noch mehr als 11 Jahre tragen. Da sag ich nein, jeder Tag länger ist ein Risiko deshalb alle Atomkraftwerke abschalten sofort! Wenn keines der deutschen Atomkraftwerke die Sicherheitsstufe 3 (Absturz eines größeren Flugzeuges) übersteht dann kann auch ein Ethikrat dieses Manko nicht am Kaffeekränzchen wegreden.

Natürlich hatte die Regierungskoalition noch die Zeit eine “stärkere Kürzung” wie sie von Umweltminister Norbert Röttgen (bereits 24 % !) anzukündigen. Ich empfehle der Bundesregierung erst einmal einen ordentlichen Ausstieg aus der Atomenergie zu beschließen. Anschließend sich auf dem Internationalen Parkett für einen Ausbau aller erneuerbarer Energien stark zu machen. Es gibt genug bedrohliche Meldungen die den schnellstmöglichen Ausbau von Erneuerbaren Energien nötig machen!

Erhard Renz

10 Jahre Ralos Jubiläumsfest

Mittwoch, den 4. Mai 2011 von Erhard Renz

Ja die ersten Einladungen sind schon rausgeschickt. Die ersten Plakate stehen an den Straßenrändern und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Ralos feiert ihr Jubiläumsfest am 14.5.2011 in der Niederlassung Michelstadt am Unteren Hammer 3. Das dazugehörige Plakat habe ich hier mal vorgestellt:

Plakat zum Jubiläumsfest der Firma Ralos

Wir haben natürlich wieder einige Überraschungen rund um die Photovoltaik vorbereitet. Sonne haben wir auch schon bestellt und so wie es aussieht wird es auch schönes trockenes Solarwetter. Also merken Sie sich den Termin schon mal vor und wenn möglich kommen Sie zwischen 11 Uhr und 17 Uhr bei uns mal vorbei. Im persönlichen Gespräch lassen sich viele Dinge besser besprechen wie hier im Blog. Ich freu mich drauf.

P.S.: Jetzt packe ich meine Sachen und ab gehts zur Eröffnung der Woche der Sonne in Berlin.

Erhard Renz

Sonnenstrom schlägt Atomstrom

Donnerstag, den 21. April 2011 von Erhard Renz

Unbemerkt von den Medien haben es die 840.000 Photovoltaikanlagen geschafft in einer Stunde mehr Strom zu produzieren wie die 17 deutschen Atomkraftwerke. Diese denkwürdige Moment fand bereits am 29.3.2011 um 12 bis 13 Uhr statt. Aus Atomkraftwerken wurden 10.700 MW eingespeist, die Photovoltaik kam allerdings auf 11.304 MW.

Atomstromproduktion am 29.3.2011

Von den 17 Atomkraftwerken mit Genehmigung produzierten zu diesem Zeitpunkt auch nur neun Strom. Alle anderen waren aus den verschiedensten Gründen abgeschaltet. Leider noch nicht stillgelegt!

Vor einigen Jahren hätte man mich ausgelacht wenn ich von mehr Solarstrom als Atomstrom geredet hätte. Jetzt ist es schon Realität! Der Eingespeiste Solarstrom von 12-13 Uhr betrug in Summe aus den vier Regelzonen 11.304 MW und damit 600 MW mehr als die Atomkraftwerke lieferten…

Solarstrom an der EEX am 29.3.2011
Aber damit nicht genug auch von 13-14 Uhr und 14-15 Uhr war der Sonnenstrom den alten Atomkraftwerken überlegen. Erst danach hatte sich Mutter Erde von der Sonne so weit abgewandt, dass die Solarzellen nicht mehr Strom produzierten wie die strahlenden Meiler.

Sonne und Wind stellen einen Rekord nach dem anderen auf. Sonne und Wind werden immer günstiger. Die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien. Mit diesem tröstlichen Ausblick verabschiede ich mich in die Ostertage. Vielleicht sieht man sich ja am Ostermontag!

Erhard Renz

Solarstromertrag März 2011

Montag, den 4. April 2011 von Erhard Renz

Der März 2011 hat mal wieder einen Spitzenertrag erbracht. Mit 110 kWh je installiertem kWp habe ich genau den bisherigen Spitzenertrag aus dem Jahr 2003 erreicht. Das Jahr 2003 war ja das absolut tollste Sonnenjahr der letzten 10 Jahre. So einen Spitzenertrag ausgerechnet in dem Monat in dem ich das zehnjährige meiner Photovoltaikanlage feiere ist natürlich sehr beruhigend. Denn allen Unkenrufen zum Trotz. Selbst nach 10 Jahren erzielt meine Photovoltaikanlage noch Spitzenerträge von Degradation ist nix zu merken. Das sage ich so selbstbewußt weil ich auch die Erträge aus anderen Solaranlagen aus der Gegende von Mannheim als Vergleich habe. Die Erträge werden in der Datenbank beim Solar Förder Verein (SFV) hinterlegt.

Photovoltaikertrags Datenbank Solarförderverein

Meine Anlage hat also mit 110 kWh im März den höchsten Ertrag erzielt. Klar spielt dabei das “steile” Dach mit 40 Grad eine Rolle. Aber auf der anderen Seite sind meine Module bereits 10 Jahre alt und die Wechselrichter ebenso.

März 2011 war ein voller Erfolg. Jetzt wünsch ich mir nur noch weiter Top Ergebnisse wie in 2003!

Erhard Renz

Die Solarrekorde purzeln

Montag, den 21. März 2011 von Erhard Renz

Heute scheint es einen neuen Solarrekord zu geben. Über 11.000 MW Photovoltaikleistung soll um die Mittagszeit produzieren. Zwar sind die Prognosen der Strombörse mit Vorsicht zu genießen aber wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich nur eines: blauer Himmel
Odenwälder blauer Himmel
Der Einspeiserekord von Photovoltaik liegt bei 11.134,4 GW am 2.3.2011 um 12:15 Uhr. Diese Werte werden im viertelstunden Takt veröffentlicht.

Die Frage die sich mir stellt ist, wie wird dieser Rekord in nächster Zeit ansteigen. Bei bundesweitem herrlichem Sonnenwetter müsste es doch möglich sein eine Abschätzung vorzunehmen.

Der Einstrahlwinkel verändert sich täglich, die Temperatur steigt kontinuierlich und jeden Tag werden neue Photovoltaikanlagen ans Netz angeschlossen. Der bessere Einstrahlwinkel und die neuen Photovoltaikanlagen erhöhen die Werte und die hohen Temperaturen werden die bundesweiten Höchstwerte reduzieren… Wo geht also die Reise hin? Welchen Spitzenwert werden wir in diesem Jahr erreichen?

Gut wäre es wenn wir am 21. und 22.5.2011 viel Sonnenschein haben. Denn an diesen beiden Tagen werden nur 4 von 17 Atomkraftwerken am Netz sein. Da müssen dann die Solarmodule und Windräder zeigen was sie können.

Dank der chaotischen Energiepolitik der letzten zwei Jahre gehen wir in diesen Streßtest ziemlich unvorbereitet rein. Es macht halt keinen Sinn einmal die Verlängerung von Laufzeiten von Atomkraftwerken zu beschließen. Den Photovoltaikanlagen Besitzer vorzuschreiben, man müsste nachrüsten um Photovoltaikanlagen aus der Ferne abschalten zu können. Aus Angst es wäre zuviel Solarstrom im Netz um anschließend 7 Atomkraftwerke ohne Vorplanung vom Netz zu nehmen. Jetzt brauchen wir wieder jedes kWp. Aber rumjammern weil keine Speicher vorhanden sind. Wo sollen die auch herkommen. Es macht derzeit keinen Sinn in Speicher zu investieren. Sinn vielleicht schon, nur wäre es unwirtschaftlich und wenn ich es machen würde, dann hätte ich ruck zuck wieder den Ökospinner Titel am Hals.

Also liebe Bundesregierung wie wärs einmal mit einer Energiepolitik die so wie unsere Photovoltaik Spitzenleistung von Tag zu Tag mehr und kontinuierlich ausgebaut wird. Das Aktionsprogramm vom Bundesverband Erneuerbare Energien gibt dazu sicherlich eine gute Anleitung. Wenn wir alle Atomkraftwerke abschalten wollen, muß dies politisch begleitet werden. Hau Ruck Aktionen sind da wenig hilfreich. Die Umgestaltung unserer Stromversorgung weg von zentralen Kraftwerken zu dezentralen Strukturen braucht auch ein Verständnis in der Politik. Aber nicht nur Verständnis sondern auch konsequentes handeln. Auch wenn sich die alten Profiteure der Stromversorgung wenig kompromissbereit geben.

Erhard Renz

Sonn ja

Montag, den 14. März 2011 von Erhard Renz

An manchen Tagen möchte ich weit weg sein. Am besten auf einer Insel, aber bitte jetzt nicht Japan denken. Was haben wir davor gewarnt, was haben wir begeistert/verkauft/montiert und trotzdem ist es uns nicht gelungen diesen Gau zu verhindern. Neben Trauer, Wut und Ratlosigkeit bleibt der Gedanke: “jetzt erst recht”. Abschalten von Atomkraftwerken und weiter wie die verrückten Photovoltaikanlagen bauen und ablenken von den Sorgen der Welt.

Was könnte es da schöneres geben als mit unserer Son(n)ja für die Sache zu werben. Sonja arbeitet ja inzwischen im Controlling und fällt deshalb für die Messestände aus. Vielleicht hat der viele Regen sie wie z.B. in Heppenheim bei der Happy Haus Messe verärgert. Zwar auch nass, aber im Hallenbad ein Cocktail im Blick war ihr da natürlich schon lieber:

Sonja taucht aus dem Hallenbad auf!

Auch wenn uns die Volksbank erzählen will Sonja schaut auf die e@sy card ich bin mir sicher, Sonja hat auf den leckeren Cocktail geblickt und sich schon drauf gefreut ihn zu verputzen…

Aber ihr Weg war damit gezeichnet Sie hat sich dem schnöden Mammon verschrieben und setzte noch einen drauf indem Sie sich aufs Dach räkelte setzte und behauptete ihr Dach würde das Geld verdienen. Alles darf man aber in der Werbung nicht glauben. Sonja Controlled ja inzwischen und ihr Blick richtet sich auf die Wirtschaftlichkeit von unseren Projekten.
Ob Sie hier auf diesem Bild unsere Monteure bei der Arbeit verfolgt habe ich ihr nicht abgenommen.

Auf was blickt Sonja?

Aber inzwischen habe ich rausgefunden was Sonja so entspannt in die Zukunft schauen läßt.

Ich sag nur Frauen und Autos! (rechts das Werbefilmchen anklicken!)

Erhard Renz

10 Jahre Photovoltaik

Montag, den 7. März 2011 von Erhard Renz

Vor zehn Jahren am 6. März 2001 konnte ich die ersten 16 Kilowattstunden Solarstrom mit meiner 4,32 kWp Photovoltaikanlage in das öffentliche Netz einspeisen. Im ersten Jahr war es noch ein tägliches Vergnügen die Sonnenernte vom Einspeisezähler abzulesen. Inzwischen bin ich Sonnengläubiger und verlass mich voll und ganz auf die Monatswerte die ich aber immer noch regelmäßig am letzten Tag des Monats ablese. Natürlich gehört auch ein täglicher Wechselrichter Check dazu. Aber nur im vorbeilaufen wenns zu der Getränkekiste geht. Ein kurzer Blick ob alles auf grün steht und das wars. Die Monatserträge gebe ich in mein selbst erstelltes Excel ein und natürlich tippe ich den Ertrag auch in die Datenbank des Solarförder Vereins ein.

Die Jahreserträge sind ja in der PV Branche das Mass der Dinge. Auf meinen Vorträgen erzähle ich von einem Jahresertrag von 900 – 1.000 kWh die ein kWp Photovoltaikmodule in unserer Gegend produzieren. Die Jahreserträge variierten bei mir zwischen 877 kWh (2002) und 1.134 kWh (2003) danach kam nur noch “Mittelmaß”. Aber wieviel Strom in zehn Jahren produziert wird diese Messgröße gibt es erst seit heute.

Meine PV Anlage hat in zehn Jahren 9.532 kWh Strom je kWp produziert.

Dies ist der zehn Jahres Ertrag vom 6. März 2001 bis zum 6. März 2011. Korrekter wäre natürlich den Zehnjaresertrag vom 1.1.2000 bis 31.12.2009 in einem Zehnjaresertrag darzustellen. Aber diesen Zeitraum kann ich noch nicht anbieten. Den ersten Dekadenertrag kann ich ja leider erst am 31.12.2019 anbieten. Bis dahin ist es aber noch ein Weilchen.

Auf jeden Fall bin ich vollauf zufrieden mit dem Ertrag meiner Photovoltaikanlage. Nur die Vorhersage hätte ein wenig genauer sein können. Die “neutrale Stelle” die ich damals befragte, riet mir mit einem Ertrag von 825 kWh zu rechnen. Selbst die Installationsfirma “Rothenbach” rechnete nur mit 875 kWh.
Wenn ich gewußt hätte, daß 953 kWh rauskommen hätte ich doch viel früher schon das Leben genießen können. :-)

Erhard Renz

Allgemeine Infoveranstaltung zu Photovoltaik

Donnerstag, den 3. März 2011 von Erhard Renz

Wir haben uns entschlossen hier in Michelstadt in unserer Zentrale Vorträge über Photovoltaikanlagen anzubieten. In kleiner Runde werde ich über den aktuellen Stand der Photovoltaik berichten. Die Veranstaltung soll jeweils am letzten Donnerstag des Monats stattfinden. Die Erste Veranstaltung wird deshalb am 31.3.2011 um 17 Uhr beginnen. Wir beabsichtigen die Veranstaltung in Michelstadt, Unterer Hammer 3 in unserem Besprechungszimmer durchzuführen.

Dort haben wir die Möglichkeit in gemütlicher Runde, zehn Personen zu empfangen. Sollten wir mehr Personen begrüßen dürfen, werden wir voraussichtlich in das Hüttenwerk ausweichen. Toll wäre es wenn Sie sich tel. 06061 9670-142 anmelden.

Vortrag Photovoltaik

Die Vorträge richten sich an Personen die sich grundsätzlich über Photovoltaik informieren möchten. Ich werde auf die allgemeinen Dinge, die aktuelle Preissituation und natürlich auf die Fa. Ralos eingehen. In kleiner Runde können auch Fragen gestellt werden. Ich werde mich bemühen Ihnen einen informativen Abend zu gestalten.

Erhard Renz

EEX Strombörse Wind und Solar Prognose

Dienstag, den 1. März 2011 von Erhard Renz

An der Strombörse in Leipzig werden seit neuestem die Erträge der Photovoltaik stündlich veröffentlicht. Wie an anderen Börsen auch gibt es einen Ausblick wieviel Strom in Zukunft (am aktuellen Tag) produziert werden soll. Immer im Stundentakt werden die erwarteten Strommengen angezeigt. Für den 28.2.2011 habe ich mir mal vorgenommen diese erwartetenPhotovoltaik Mengen mit den tatsächlich produzierten Strommengen zu vergleichen.

Wie zu erwarten war beginnt die Tabelle für Photovoltaik erst mit dem Eintrag ab 8 Uhr. Davor sind nur die niedrigen Ertragswerte des Windes zu sehen die in der Realität noch niedriger ausfallen wie laut Prognose.

EEX Tranparenzplattform Wind

Die niedrigeren Windstrom Erträge bewegen sich in einer Höhe von maximal 611 MW und entsprechen damit einer Leistung eines halben Atomkraftwerkes. Prozentual ausgedrückt ergibt sich um 5 Uhr eine negative Abweichung von 32%.

Warum es überhaupt solch hohe Abweichungen gibt ist mir unerklärlich. Der Bundesverband Windenergie (BWE) behauptet die Abweichung liegt bei einer Vorhersage von 48 bis 72 Stunden bei einer durchschnittlichen Abweichung von 8 Prozent bei der Vorhersage von unter 6 Stunden sogar nur bei 5%. In der Praxis (EEX Strombörse) stimmt dies allerdings nicht…

Noch gravierender (sowohl in den absoluten Werten als auch in den Prozentabweichungen) sind die Abweichungen im Solarbereich.

EEX Tranparenzplattform Sonne

Der Istertrag von 14 Uhr von 5.218 MW weicht immerhin vom Prognosewert von 3.269 MW mit 1.949 MW ab. Dies entspricht zwei Atomkraftwerken. Die Stromproduktion von 16 Uhr ist fast doppelt so hoch wie die Prognose. Auch bei der Solarenergie ist es mir unverständlich wie diese schlechten Prognosewerte ermittelt werden. Am 28.2. haben sich die beiden Prognosen gegenseitig zwar abgeschwächt. Denn die Windprognose war zu hoch und die Solarprognose zu niedrig in Summe sah es dann etwas besser aus. Aber die Abweichungen sind nicht akzeptabel. Da muß noch nachgearbeitet werden. Vielleicht möchte die Transparenzplattform auch keine besseren Werte. Auf jeden Fall ist es unbefriedigend was da an Prognosen veröffentlicht wird und wenn sich die Energieversorger daran orientieren würden wären sie schlecht beraten.

Erhard Renz

EEG 2012

Mittwoch, den 16. Februar 2011 von Erhard Renz

Ich kann es mal wieder nicht lassen. Vor einer Minute hab ich per Mail an einen umfangreichen Verteiler folgende Mail versendet:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe Sie heute an, weil ich der Meinung bin, dass sich die Vertreter der Solarenergie an einen Tisch setzen und über die Einspeisevergütung 2012 reden sollten. Die Photovoltaikbranche hat es bisher leider versäumt, ein Sprachrohr für alle zu bilden. Das sollte sich ändern. Als Vorbild möchte ich die Windenergie nennen, die mit dem Bundesverband Wind Energie (BWE) einen Verband hat, der allen Interessenvertretern Platz lässt.

Die Photovoltaikbranche wird von vielen Organisationen vertreten. Sicherlich haben alle Ihre Berechtigung, aber keine Organisation kann für alle sprechen und schon gar nicht für die 700.000 Photovoltaikanlagenbesitzer. Der Gegenseite spielt diese Situation in die Hände. Bei allen EEG-Kompromissen, die wir in den letzten Jahren eingehen mussten, ist es immer wieder gelungen, einzelne Photovoltaik-Vertreter mit ihren Argumenten/Aussagen für die Einschnitte beim EEG heran zu ziehen.

Jetzt, wo wir kurz vor der „letzten Schlacht“ stehen, sollten wir gemeinsam eine Diskussion zum EEG 2012 beginnen. In dieser Diskussion darf es nicht nur um die Vergütungshöhe gehen. Die Photovoltaik als demokratischste Stromerzeugung hat viel mehr Möglichkeiten bei der Ausgestaltung der Förderung als alle anderen Erneuerbaren Energien.

Ich habe Sie angeschrieben, weil ich Sie in der Diskussion um das EEG in den letzten Jahren wahrgenommen habe. Ich wünsche mir eine Veranstaltung, bei der wir unsere Argumente austauschen und als Ergebnis eine gemeinsame Forderung an die Politik richten können.

Da ich als Einzelperson nicht in der Lage bin, solch eine Veranstaltung durchzuführen, bitte ich die Organisationen dies zu übernehmen. Natürlich ist mein Verteiler willkürlich und kann jederzeit erweitert werden.

Es wäre sicherlich sinnvoll, diesen Aufruf offizieller zu formulieren, aber ich denke jeder von Ihnen versteht, um was es mir geht!

Wir sollten sehr bald versuchen, einen Austausch aller Ideen zum EEG 2012 anzugehen und nach Möglichkeit einen Konsens herzustellen. Sonst wird dieser “Konsens” von anderen hergestellt.

In der Hoffnung, dass mein Vorschlag breite Unterstützung findet, sende ich allen

Sonnige Grüße

Erhard Renz

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Da ich sicherlich nicht alle per Mail erreicht haben die sich in die Diskussion EEG 2012 aus Sicht der Photovoltaik einbringen wollen möchte ich auch über den Blog animieren sich zu beteiligen. Einfach kommentieren oder eine Mail schreiben.

Ich hoffe, daß mein Wunsch gehört wird und es eine gemeinsame Veranstaltung gibt an der sich alle einbringen können.

Erhard Renz

Journalismus und das EEG

Montag, den 14. Februar 2011 von Erhard Renz

Die Überschrift hab ich geklaut vom Photovoltaikbüroblog. In dem gut recherchierten Artikel wird die Mediendominanz der großen Konzerne wunderbar beschrieben. Es ist an der Zeit, daß wir dieser Dominanz durch unsere Vielfältigkeit entgegentreten. Mit Geld können wir dies nicht erreichen. Da bleiben wir den vier Konzernen immer unterlegen. Aber unserer Vielfalt und unserer Kreativität können die Konzerne nichts entgegensetzen.

Dazu gehören auch Filme wie der vom Photovoltaikbüroblog

Ich hoffe nur, daß bald die weiteren Folgen veröffentlicht werden. Die filmisch aufbereitete Information schlägt die schriftliche Form um Längen. Der Film ist unterhaltsam und bringt die Hintergrundinformationen gut rüber. Um es mit Facebook zu sagen: “Gefällt mir!”

Erhard Renz

Solarstrom ist zu teuer!

Mittwoch, den 26. Januar 2011 von Erhard Renz

Armes Deutschland, wenn wir uns solche Sachverständigen leisten können. Kein Wunder wenn unsere Politiker nicht zu den richtigen Entscheidungen kommen.

Ralos hat in den Jahren 2004-2005 die weltgrößte Photovoltaikanlage mit 5 MW Leistung gebaut. Die 5 MW Anlage wurde von der Fa. Tauber Solar zum Preis von 4.600 Euro je kWp vermarktet. Heute lese ich, daß in Frankreich auf insgesammt 188 Dächern von der Fa. Tenesol (im Besitz von EDF und TOTAL) Photovoltaik mit einer Leistung von 7 MW installiert wird. Das Auftragsvolumen beträgt 34 Millionen Euro. ::o:

Nach meiner Berechnung sind das je installiertem kWp 4.850 Euro.

Das heißt in Frankreich werden heute Photovoltaikanlagen zum Deutschen-Photovoltaik Preis von 2005 installiert. Wenn sich dann Herr Olaf Hohmayer hinstellt und von der teuren Photovoltaik spricht weiß ich auch nicht wo er sein Sachverständnis erworben hat.
Dieses Beispiel zeigt auch auf wie die Situation in Europa ist. Photovoltaik wird in Deutschland zum günstigsten Preis auf die Dächer gebracht. In allen anderen Ländern kostet das installierte kWp mehr als in Deutschland. Nur wenn der Ertrag weitaus höher ist wie in Deutschland kann die Kilowattstunde Solarstrom günstiger erzeugt werden wie in Deutschland.

Ich möchte aber eine weitere Grafik ins Spiel bringen die auf den ersten Blick nichts mit Photovoltaik zu tun hat.
Heizung und Installation
Via: Heizung und Heizungsbau

Hier sieht man anschaulich was es bedeutet dezentral Energie zu nutzen. 50.000 Heizungsbetriebe mit 271.000 Mitarbeitern und 35.000 Auszubildenden.

Ich sehe aber auch es gibt in Deutschland 19 Millionen Heizungen!

Wir haben aber “nur” 700.000 Photovoltaikanlagen derzeit auf den Deutschen Dächern. Wo eine Heizung steht kann auch eine Photovoltaikanlage aufs Dach gebaut werden. Wenn dies geschieht dann haben alle Vorteile von dieser Technik. In eins – zwei Jahren wird es für den Kunden günstiger sein sich selbst mit Photovoltaik den Strom zu produzieren wie ihn aus der Steckdose zu kaufen. Spätestens dann werden die ca. 18 Millionen Dachbesitzer ohne Photovoltaik sich Gedanken machen und wenn jährlich eine Million Dachbesitzer bei Photovoltaikfirmen anrufen dann ist das o.k. so.

Der Brüller den sich H. Hohmayer aber leistet ist die Aussage bis 2050 würde die Photovoltaik nur eine “winzige Rolle” spielen. Er läßt der Photovoltaik noch nicht einmal 1% an der Stromproduktion. Da sag ich nur, liebe Politik bevor ihr euch mit solchen Laienschauspielern umgebt, bewerbe ich mich als Sachverständiger für Photovoltaik zum halben Lohn (Kaffee und Kekse inclusive) wie H. Hohmayer.

Erhard Renz

EU einheitliche Energiepolitik

Dienstag, den 25. Januar 2011 von Erhard Renz

Was in Deutschland mit Gesetzen nicht verhindert werden kann, soll jetzt über die EU verhindert werden. Die EU-Kommission fordert verstärkte Kooperation und verspricht dem Bürger 10 Milliarden Einsparung. Man müsse nur an einem Strang ziehen. Der schwäbische EU Energiekommisar Günther Öttinger fordert eine “gemeinsame Infrastruktur” sonst drohe eine “Energiearmut”.

Energiearmut könnte nur entstehen wenn wir keine Sonne mehr in Deutschland hätten. Dann würde uns enorm viel Energie fehlen. Wenn ein paar Leitungen oder Speicher fehlen dann muß noch lange keine Energiearmut ausgerufen werden. Ab so sind die Rufer der alten Energien immer eine Drohung parat wie schrecklich es sein wird ohne den rundum sorglos Tarif der Energiekonzerne. Dass genau diese Konzerne bei den Bürgern keinen Rückhalt mehr haben merken die EU-Politiker anscheinend nicht. Es geht nicht nur um Geld sondern auch um andere Werte wie man derzeit in Hanau sehen kann.

Ein dicker Hund ist aber der Spruch bei Spiegel Online:
“Das führe unter anderem dazu, dass einige Märkte – wie beispielsweise die Solarenergie in Deutschland – überfördert würden und die Entwicklung anderer Märkte bremsen.”

Die Solarenergie ist in Deutschland also überfördert und bremst die Entwicklung anderer Märkte?

Es ist doch merkwürdig, dass ausgerechnet in dem “überförderten Deutschland” die Einspeisevergütung am niedrigsten ist! Auf diesen Umstand habe ich bereits im August 2010 hingewiesen.

Europaweite Einspeisevergütung

Inzwischen wurde die Vergütung ja bereits auf 27,84 Cent je kWh reduziert. Das europäische Geschwätz zielt natürlich nicht auf die Einspeisevergütung sondern auf den Deckel der in fast allen Ländern vorgegeben ist. Unter einem Deckel entwickelt sich aber der Preis nicht so dynamisch nach unten wie mit unserer Deutschen Einspeisevergütung.

Wir deutschen Solarunternehmen stehen ständig in Konkurenz zu unseren Mitbewerbern. Nur wer Qualität zu einem vernünftigen Preis liefert bekommt die Aufträge. Wer viele Aufträge bekommt schafft neue Arbeitsplätze und expandiert.
Bei einem Deckel wird die Planwirtschaft erfüllt, nach und nach abgearbeitet sowie das Plansoll aufs Jahr verteilt und die Montagekapazität dem Kunden huldvoll zugeteilt. So was mag in den Bürobunkern bei der EU sich toll anhören mit der Praxis hat dies nichts zu tun. Die aufstrebende Photovoltaikbranche hat andere Visionen von einer umweltfreundlichen dezentralen Energieversorgung die den Menschen Energiereichtum bringt und nicht den Ministern Pöstelchen im Hochhaus bei Kaffee und Keksen.

Erhard Renz

Photovoltaik statt Atomkraft

Montag, den 24. Januar 2011 von Erhard Renz

In der Schweiz steht ein Volksbegehren am 13.2.2011 an. Es geht um den Bau eines Atomkraftwerkes AKW Mühleberg II. Rechtzeitig vor der Volksabstimmung hat die Firma Megasol (toller Name :-) ) ein sensationelles Angebot gemacht.

Anstelle des Atomkraftwerks sollen 8.900 MW Photovoltaik bis zum Jahr 2025 gebaut werden. Nachzulesen sind diese Infos unter Solarzukunft.ch. Sicherlich gehört zu so einem Angebot eine Menge “sich zur Schau” stellen aber es ist abzuwarten wie dieses “Angebot” die Schweizer beeinflusst. Auf jeden Fall werde ich jetzt die Volksabstimmung genauestens verfolgen.

Wie die Schweizer mit der Volksabstimmung umgehen obwohl eine Mehrheit im Großen Rat für Mühleberg II gestimmt hat könnte für die deutschen Parlamentariere wegweisend sein.

Jedenfalls verspreche ich wenn mich jemand fragt: “Wer Photovoltaik statt Atomkraftwerke erfunden hat” immer, wirklich immer die Schweizer sagen werde. :-)

Erhard Renz

Kürzungswünsche des Umweltministers Röttgen

Donnerstag, den 20. Januar 2011 von Erhard Renz

Jetzt hat Röttgen seine Wünsche veröffentlicht.

Er zieht die vorgesehene Kürzung aufgrund installierter Mengen vom 1.1.2012 auf den 1.7.2011 vor. Da bis zum 1.7.2011 allerdings keine installierte Jahresmenge vorliegt nimmt er einfach die Monate März, April und Mai und multipliziert diese Menge mit vier und hat dadurch eine theoretische installierte Jahresmenge Photovoltaik.

Wenn diese theoretische Menge 3.500 MW übersteigt wird die Vergütung (z.B. 28,74 Cent je kWh) um 3 Prozent gekürzt.

Wenn mehr als 4.500 MW berechnet werden dann sind es 6%. Bei mehr als 5.500 MW 9%. Mehr als 6.500 MW 12% und die maximale Kürzung läge bei 15% wenn mehr als 7.500 MW berechnet werden.

Zum 1.1.2012 soll die Kürzung um 9% anscheinend erhalten bleiben.

Dass eine Kürzung vorgesehen war hatte ich bereits gestern beschrieben. Dass es nur eine prozentuale Reduzierung gibt ist schade, denn es hätten viele Qualitative Verbesserungen angegangen werden können. Aber vielleicht kommt dies ja noch in den parlamentarischen Beratungen.

Natürlich habe ich mein Problem, daß hier argumentiert wird “wenn viel installiert wird muß der Preis sinken!”. Die Formel wird aber nicht an einer real installierten Menge sondern an einer theoretisch installierten Menge ausgerichtet. So kann es nicht funktionieren. Preisreduzierungen ergeben sich nur wenn tatsächlich hohe Stückzahlen produziert werden. Herbeigezaubert können die Kostenvorteile nicht.

Gleich mit “rasiert” wurde das sogenannte Grünstromprivileg. Diejenigen Stromversorger die mehr als 50% ihres gelieferten Stroms aus Erneuerbaren Quellen beziehen der nicht nach EEG bezahlt wurde, müssen die EEG Umlage von 3,5 Cent derzeit nicht abführen. Meines erachtens betrifft dies vor allem die vier Ökostromanbieter EWS, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom die in letzter Zeit einen Nachfrageboom erlebt haben. Klar war dies den großen Konzernen ein Dorn im Auge. Deshalb jetzt die mehr als zweifelhafte Begründung:

“Durch den Anstieg der EEG-Umlage von rd. 2 ct/kWh im Jahr 2010 auf 3,53 ct/kWh in 2011 wächst der Anreiz, das Grünstromprivileg zu nutzen, unverhältnismäßig und begünstigt Mitnahmeeffekte, die zu Lasten der anderen Stromverbraucher gehen.”

Das Grünstromprivileg sollte doch Anreize schaffen. Wenn diese Anreize aber “zuviel” greifen dann muß natürlich gleich gegengesteuert werden.

Öko ja, aber bloß nicht “so viel” daß es relevant wird.

Herr Röttgen, daß ist nicht christlich sondern scheinheilig!

Erhard Renz

Jahresertrag 2010

Donnerstag, den 13. Januar 2011 von Erhard Renz

Jetzt habe ich schon neun komplette Jahreserträge meiner privaten Photovoltaikanlage vorliegen. Dass der Ertrag im Jahr 2010 nicht besonders war hab ich ja bereits erwähnt.
Photovoltaik Ertrag 2002 - 2010

Mit den produzierten 906 kWh je installiertem kWp liege ich ca. 20% unter dem Spitzenjahr 2003 und ca. 5% unter dem Durchschnittsertrag von 960 kWh. Genauer gesagt waren die letzten vier Jahre alle “Unterdurchschnittlich”. Es wird mal wieder Zeit, dass ein “fetter” Ertrag eingefahren wird. Vielleicht gibt es ja wirklich den 7 Jahre Rhytmus. Dann hätten wir die sieben mageren Jahre gerade hinter uns und die Zukunft sähe rosig aus.

Es könnte natürlich aus sein, daß der Jahrhundertsommer 2003 nur alle hundert Jahre kommt. Dann sähe es natürlich schon anders aus. Wenn ich einen Mittelwert aus den 2002 und 2004 bis 2010 errechne hätte ich “nur” noch einen Ertrag von durchschnittlich 935 kWh. Aber wenn ich ehrlich bin, dann sind die 25 kWh Unterschied so schlimm auch nicht. Durch das Super Sonnenjahr 2003 erhöht sich mein “durchschnittlicher” Ertrag also um ca. 3 Prozent.

Oder anders ausgedrückt wenn ich 2002 als Basis nehme. Das beste Jahr hatte 29% mehr Ertrag wie im Basisjahr. Das hört sich doch schon besser an oder?

Aber alle schön Rederei bringt nix, wenn ich aus dem Fenster schaue habe ich nicht den Eindruck, daß wir einen sonnigen Sommer kriegen. Eher nasse Füße!

Erhard Renz

Solarstrom Ertrag Dezember 2010

Mittwoch, den 12. Januar 2011 von Erhard Renz

Im Dezember 2010 hat meine Photovoltaikanlage nur die Hälfte des Stroms wie im Vorjahr produziert. Damit krönt der Dezember das miese Solarjahr 2010. Mit 43 Kilowattstunden Gesamt Ertrag (10 kWh je kWp) ist es mit Abstand das schlechteste Ergebnis was meine Anlage in den letzten 10 Jahren eingefahren hat.

Aber es war auch klar, daß die verschneiten Solarmodule keine Erträge bringen können. Deshalb ist dieses schlechte Ergebnis nicht überraschend. Wenn ich mir die Erträge beim Solarförderverein anschaue dann sind meine 10 kWh je kWp noch viel denn dort ist momentan der Schnitt im Postleitzahlenbereich “68″ sogar nur bei 7 kWh.

Das kann an meiner etwas steiler installierten Anlage liegen. Selbst wenn die Photovoltaikanlage nur wenige Grade steiler installiert ist kann dies dazu führen, dass der Schnee eben früher von den Modulen rutscht wie bei der Vergleichs Photovoltaikanlage. Da kann dann schon eins zwei Tage früher Eisfrei ein zusätzlicher Ertrag von 3 kWh je kWp bedeuten. Aber was solls drei kWh mehr oder wenige…

Finanziell sind die schlechten Dezember Erträge kein Problem. Selbst der Spitzen Dezember in 2003 mit 37 kWh je kWp reißt einem nicht vom Hocker. Der Dezember und der Januar sind nun mal die Monate mit dem niedrigsten Ertrag.

Das Jahr 2010 wird allerdings als schlechtes Sonnenjahr in die Geschichte eingehen. Mit 906 kWh je kWp war dies das drittschlechteste Ergebnis von bereits 9 vollen Jahren. In den nächsten Tagen werde ich aber noch einen Artikel zum Jahresergebnis schreiben. Im März dann wird es meine erste 10 Jahres Bilanz Photovoltaik geben. Eins kann ich schon verraten, es kam alles viel besser wie berechnet. Deshalb hoffe ich auch nach dem schlechten Sonnenjahr 2010 auf ein sonniges 2011.

Erhard Renz

2011 wie gehts weiter?

Montag, den 3. Januar 2011 von Erhard Renz

Ich hab mich in den letzten Tagen (Wochen) hier ziemlich rar gemacht. Diese Pause war einfach notwendig um mal wieder Abstand zum Thema Photovoltaik zu kriegen.

Es ist für mich unerträglich wenn wir die Photovoltaikbranche den schwarzen Peter für die Strom Preisentwicklung zugeschoben bekommen.
Es ist für mich unerträglich wenn der Klimawandel, die Ressourcenendlichkeit und die steigenden Rohstoffpreise einfach ignoriert werden.
Es ist unerträglich wenn der Zubau den wir in 2010 geschafft haben als bedrohlich für die Netze dargestellt wird und es ist unerträglich wenn eine schwarz gelbe Regierung so tut als ob die dezentralen Photovoltaikanlagen nicht notwendig wären.

Die Branche der Erneuerbaren Energien ist erfolgreicher wie alle vorher gesehen haben. Ich verweise auf das Ziel von Rot/Grün bis 2010 den Anteil Erneuerbarer Energien auf 12,5% zu erhöhen. Dieses Ziel wurde von Schwarz/Gelb als Phantasterei abgetan. Erreicht haben wir 17%!

Anstatt mal zuzugeben, daß man sich getäuscht hat wird sofort ein Geplärre initiiert, daß dieses Wachstum zu enormen Kosten führen würde. Aussen vor läßt man dabei, daß die Gewinne der großen Stromkonzerne eine höhere Belastung als die EEG Vergütungen für die Verbraucher darstellen! Aber den Konzernen ist man ja wohlgesonnen – siehe Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.
Aussen vor läßt man auch, daß der saubere Strom zu Volkswirtschaftlichen Einsparungen führt. Hier sei nur der niedrigere Strompreis (Meritt Order Effekt) an der Börse aufgeführt.

Die Solarbranche hat schon jahrelang auf die hohen Zubau Möglichkeiten in der Photovoltaik hingewiesen. Wer untätig war und ist sind die Konzerne und die Politik. Wir benötigen einen Ausbau der Verteilnetze auf regionaler Ebene und dieser Ausbau muß finanzielle unterstützt werden. Entschuldigung untätig ist falsch man hat uns bekämpft von Seiten der Konzerne und von Seiten der Schwarz/Gelben Regierung. Zumindest die Politik hat mit Ihrem ständigen “Degressions Kürzungsgerede” sich selbst ein Bein gestellt. Die Panikmache hat bei den Häuslebesitzer nur dazu geführt, dass jeder meinte noch unbedingt eine Photovoltaikanlage vor dem schwarz/gelben Kürzungsschnitt zu bauen.

Wir brauchen Anreize um mit “kleinen” Speichern den Strom kurzfristig (max ein paar Tage) zwischen zu speichern. Momentan fehlt dazu der Anreiz. Wir brauchen finanzielle Anreize um den steuerbaren Erneuerbaren Energien es schmackhaft zu machen dann Strom zu produzieren wenn Wind und Sonne schwächeln.

Wir brauchen einen schnellen Einstieg in intelligente Zähler und intelligente Netze. Das sind alles Felder auf denen sich nichts tut. Jedenfalls tut sich dort wenig, viel weniger wie bei der Photovoltaikbranche.

Was wir nicht brauchen sind längere Laufzeiten für Atomkraftwerke die uns nur die Netze verstopfen mit ihrem “Grundlast” Strom. Der Name ist Programm im “Grund” ist dieser Strom rund um die Uhr eine “Last” die von den Verbrauchern gefälligst abgenommen werden muß damit die Kraftwerke wirtschaftlich laufen.
Zahlen dürfen die nachfolgenden Generationen die sich Tag und Nacht, Woche für Woche, Monat für Monat… Jahrtausend für Jahrtausend um den radioaktiven Müll kümmern darf… Grundlast eben!
Wir brauchen auch keine MEGA Netze die Strom von der Nordsee oder aus der Sahara irgendwann mal zu uns nach Hause liefern können. Wir brauchen eine kleinteilige Infrastruktur die es uns ermöglicht mit vielen kleinen Kraftwerken Strom zu produzieren und damit zu handeln.

Wir sind schneller im Wandel wie die Konzerne und die Politik. Dass wir deshalb abgestraft werden sollen halte ich für falsch und ich werde deshalb auch wieder hier im Blog regelmäßig meine Meinung kund tun und nicht nur hier. :-)

Auf ein energet(h)isches Jahr 2011!

Erhard Renz

Solarstrom Ertrag November 2010

Mittwoch, den 8. Dezember 2010 von Erhard Renz

Oh je, erneut ein mieses Ergebnis im November. Mit 21 Kilowattstunden (kWh) Stromertrag je installiertem Kilowatt peak (kWp) war dieser November erneut der niedrigste November Ertrag in der 10 jährigen Geschichte meiner Anlage. Im letzten Jahr hatten wir schon wenig (24 kWh) aber die kläglichen 21 Kilowattstunden imVergleich zum Spitzenwert im “Sonnenjahr” 2003 mit 40 kWh sind schon enttäuschend wenig.

Damit liege ich mit 895,8 kWh je installiertem kWp in 2010 immer noch unter dem “magischen” 900 kWh Ertragsziel. Da im Dezember aber auch noch mit ca. 20 kWh (trotz Schnee) zu rechnen ist wird diese Grenze sicherlich noch übertroffen. Damit endet das neunte volle Jahr meiner Photovoltaikanlage.

Bereits fünf Monate in 2010 fallen durch die niedrigsten Ergebnisse seit Inbetriebnahme auf. Solch eine Häufung von schlechten Monatserträgen hatte ich noch nie. In 2008 und 2009 waren es je zwei Monatsergebnisse mit Negativrekord. Aber 2010 ist schon der Hammer. Wenn ich solche Erträge sehe dann kommt im Kopf gleich die Frage hoch, hat das was mit Degradation zu tun? Eine permanente Verringerung der Erträge?

Bisher habe ich dies Mindererträge noch nicht erlebt aber mit den 5 schlechten Monatsergebnissen bin ich mal wieder aufgeschreckt. Ich werde die Erträge weiterhin verfolgen und hoffe, dass 2011 ein neues 2003 wird. :-)

Erhard Renz

Energiekosten / Preise

Dienstag, den 7. Dezember 2010 von Erhard Renz

Da momentan im Blog aber auch in anderen Medien die Diskussionen um die Kosten der Photovoltaik so richtig hochkochen möchte ich heute zwei Folien aus einem Vortrag von Prof. Uwe Leprich vorstellen. Er hat bei den Bayrischen Solarinitiativen am 3.12.2010 diesen Vortrag gehalten. Thema war “Wie die Strompreise entstehen und gemacht werden”. Diese Veranstaltung war mit ca. 70 Personen sehr gut besucht und die Referenten begeisterten durch ihr Fachwissen. Aus den 50 Folien von Prof. Leprich kann ich sicherlich noch einige in nächster Zeit vorstellen aber allein die folgenden zwei Folien relativieren sicherlich einiges.

Nicht immer ist es am wichtigsten was hinten raus kommt, es kann auch wichtig sein was im Portmonai drin bleibt. Deshalb muß man die momentane Medienschelte gegen die Photovoltaik mal relativieren. Sicherlich stimmt es, daß in 2011 die Belastung durch die EEG Umlage steigen wird. Aber wie sieht denn die Belastung der deutschen Haushalte durch Energie aus und wie haben diese Belastungen sich entwickelt.

Gesamt Energiebelastung Entwicklung

Die Stromkosten fallen dadurch auf, dass sie nicht auffallen. Mit weniger als 500 Euro sind die Stromkosten am Gesamtenergieaufwand mit ca. 20 % beteiligt.
Die Kosten für den Sprit der Fahrzeuge und für die Heizung der Wohnung sind bei weitem der größer Anteil am Gesamtaufwand. Auch die Steigerung seit 1996 sind beträchtlich. Der aktuelle Ölpreis liegt derzeit bei 90$ und wird vonJPMorgan für 2012 bei 120$ angesiedelt. Ach wie schön ist es da sich über die steigenden Photovoltaik Umlagen aufzuregen. Die meisten Tankstellen verlangen derzeit auch mal wieder 1,30 Euro je Liter Diesel aber nö die Photovoltaik wird wegen hoher Preise angeprangert.
Der Strom wurde aber auch so teuer in den letzten Jahren durch die Erneuerbaren Energien und vor allem durch die Photovoltaik. Auch hier kann der verehrten Blogleserschaft geholfen werden:

Entwicklung der Energiepriese

Während Strom seit 1991 um 50% teurer wurde haben Gas, Öl und Fernwärme mit 100% zugeschlagen. Nur die Briketts sind nicht so stark gestiegen wie der Strom. Nun ja wer heizt auch heute noch mit Briketts…

Was will ich mit diesen beiden Folien aufzeigen. Der momentane Hype um den teuren Photovoltaikstrom ist eine gesteuerte Kampagne von den Stromkonzernen und von der Politik die ihre Interessen durchdrücken wollen. In Wahrheit ist Strom günstig und belastet die Menschen bei weitem nicht so stark wie der allgemeine Medienwahn dem Leser weismachen will.

Wir die vielen kleinen Firmen der Erneuerbaren Energien wollen auch unsere Interessen geahrt wissen. Wir wollen viele kleine Photovoltaikanlagen bauen. Wenn die erst einmal 20 Jahre alt (und abgeschrieben) sind dann werden wir ja sehen wo der billige Strom herkommt. Aus Gas, Öl, Kohle oder Atom bestimmt nicht.

Die erneuerbaren sitzen am längeren Hebel. :-)

Erhard Renz

Photovoltaik ist anders und man muß sie verstehen!

Mittwoch, den 1. Dezember 2010 von Erhard Renz

Die Photovoltaik ist eine “neue” Technik um Strom zu produzieren. Klar es gibt den Photovoltaischen Effekt schon mehr als 50 Jahre aber zur Produktion von Strom im Großen Stil wurde die Photovoltaik erst in den letzten Monaten wahrgenommen. Zumindest von denen die bisher die Photovoltaik als Spielerei angesehen haben.

Diese Technik unterscheidet sich aus technisch zu den anderen Erneuerbaren Energien. Bei allen Erneuerbaren Energien wird eine Drehung erzeugt. Mit Wind, Wasser oder Biomasse wird durch technisches “Zubehör” Energie aufgefangen und in Drehung (z.B. Turbine) gebracht. Dies sind aber “uralte” Techniken die schon lange am Markt zu finden sind. Die Photovoltaik dagegen erzeugt durch “aufgearbeitetem Sand und Sonnenstrahlen Strom”. Direkt und ohne weiteren Firlefanz.

Es ist deshalb verwunderlich wenn die Photovoltaik mit anderen Erneuerbaren Energien oder sogar den konventionellen Energien verglichen wird. Photovoltaik ist Neuland! Photovoltaik hat deshalb auch noch Einsparpotentiale. Aber die Photovoltaikentwicklung schläft nicht sondern sie ist hoch Innovativ. Ich möchte dies gerne mit drei Grafiken verdeutlichen.

Die EEG Vergütung für Windstrom und Photovoltaik habe ich von 2004 bis 2011 in Cent je Kilowattstunde Strom aufgetragen. Als Orientierung habe ich noch den Strompreis den die Endkunden seit dieser Zeit zahlen mit aufgeführt.
Strompreis bis 2011

Es ist klar erkenntlich, die Photovoltaik wurde seit 2004 um 50% (Die Hälfte) günstiger. Die Windenergie dagegen steht bedingt durch die Verteuerung von Rohstoffe (z.B. Stahl) fast noch auf dem gleichen Wert wie 2004. Der Verkaufspreis des Stroms dagegen wurde in diesen Jahren um 30% erhöht.

Im nächsten Bild hab ich die Einspeisevergütungen von Wind und Solar bis 2015 aufgetragen.
Strompreis bis 2015

Bis 2015 wurde die Vergütung für Windenergie schon festgelegt. In jedem Jahr wird die Vergütung um 1 % reduziert. Die Photovoltaik wurde nur bis 2012 festgelegt. Da eine Grundreduzierung von 9% im EEG sowie ein “atmender Deckel” mit zusätzlich bis 12 % festgelegt wurde muss bei dem starken Ausbau ab dem 1.1.2012 mit einer erneuten 21% Reduzierung gerechnet werden. Danach habe ich eine 13% Reduktion eingerechnet. Wobei dies absolute Kaffeesatzleserei ist. Erkenntlich wird aber die ganz andere Entwicklung der Photovoltaik gegenüber der Windenergie. Die Windenergie wurde zwar immer größer effizienter und technisch ausgereifter. Die Basis der Windenergie ist aber eine traditionelle Technik mit Stahlbau und Turbinen. Die Photovoltaik dagegen ist neu und entsprechend sind noch Einsparungen auf allen Ebenen zu finden. Es ist auch kein Ende der Kostenreduktion absehbar.

Wenn ich jetzt noch den Strompreis linear bis 2015 ansteigen lasse:

Strompreis bis 2015 mit linearer Erhöhung

Dann wird klar die Photovoltaik wird zukünftig keine Förderung in Form von erhöhter Einspeisevergütung benötigen sondern nur ein Zugangsrecht zum Netz. Dies gilt zumindest für Photovoltaikanlagen auf Dächern unter denen auch Stromverbraucher leben. Die werden versuchen den Strom selbst zu nutzen. Dies ist auch der zweite Unterschied von Photovoltaikanlagen zu den “konventionellen” Erneuerbaren Energien. Photovoltaik kann auf dem eigenen Dach Strom produzieren. Weder Wind, noch Wasser, noch Biomasse (außer Holzfeuer) sind dazu geeignet und benötigen immer einen Transport vom Kraftwerk zum Verbraucher. Dies kann bei der Photovoltaik identisch sein.

Auf jeden Fall dürfte jetzt mal mit dem Vorurteil die Photovoltaik würde nicht günstiger werden aufgeräumt sein. Oder gibt es da noch Zweifel?

Erhard Renz

Photovoltaik ist Geldvernichtung

Donnerstag, den 25. November 2010 von Erhard Renz

Mich hatte zwar Claus vorgewarnt aber, dass es so dicke kommt hätte ich mir nicht träumen lassen. Vor zwei Wochen hatte ich ja am Gymnasium Michelstadt einen Vortrag gehalten. Gestern war ein zweiter Vortrag von Prof. Dr. Specht mit dem Thema “Effiziente Klimapolitik – Ökologisch handeln mit Instrumenten der Ökonomie“. Ich hatte schon die Befürchtung, daß die Ökonomie mal wieder vorgeschoben wird um gegen Photovoltaik zu polemisieren aber alle Erwartungen wurden übertroffen.

Im einzelnen will ich nicht auf die Argumente von Prof. Dr. Specht eingehen aber sein Fazit “Photovoltaik ist Geldvernichtung” kann ich so nicht stehen lassen.

Wir haben in Deutschland eine Zustimmung von über 90% der Bevölkerung für die Solarenergie. Die Politik hat auf diesen Wunsch der Bewohner reagiert und ein Gesetz (EEG) erlassen nachdem eine Rendite von 7% erzielt werden kann. Photovoltaik ist die demokratischste Energieerzeugung in Deutschland. Es gibt keine andere Energieerzeugung die von mehr Bürgern auf ihrem Eigentum (Grundstück) erfolgen kann wie die Photovoltaik. In Deutschland gibt es bereits 697.291 Photovoltaikanlagen.

Für Deutschland muß man feststellen wir haben kaum Ölquellen, kaum Gasvorkommen, wenig Steinkohle (sehr teuer), kein Uran und nur die Braunkohle kann auch in Deutschland kostengünstig aber Klimaschädlich gefördert werden. Alle diese Energie-Rohstoffe muß für viel Geld aus anderen Ländern importiert werden.

Was wir in Deutschland kostenlos und nachhaltig haben sind die Erneuerbaren Energien. Wind und Sonne werden kostenlos von der Natur überall vor Ort angeliefert. Wasserkraft und Geothermie können, wenn regional vorhanden, kostenlos genutzt werden. Nur die Biomasse muß angebaut und zum Kraftwerk gebracht werden.

Bei der Photovoltaik sind die Solarzellen aus Silizium derzeit noch die Kostentreiber. Allerdings findet sich der Rohstoff für die Solarzellen auch in Deutschland. Quarzsand kommt in Massen auch in Deutschland vor.

Um aus Quarzsand (und anderen Rohstoffen) ein Modul herzustellen benötigt man Fabriken/Maschinen deren Deutsche Hersteller weltweit führend sind.

Aber auch mit einigen Millionen Arbeitslosen haben wir genügend kluge Köpfe die aus Quarzsand, Energie, Maschinen und Ingenieurswissen Solarmodule machen können. Die Aufgabe heißt also wir müssen Kraftwerke bauen die anschließend kostenlos von der Natur beliefert werden. Wenn wir Deutsche Rohstoffe nehmen, in deutschen Fabriken, mit deutschen Maschinen und erneuerbarer Energie Solarmodule fertigen und diese auf deutschen Dächern installieren dann ist Photovoltaik volkswirtschaftlich gesehen für alle ein Gewinn. Ausser den Stromkonzernen denen wir mit jeder Photovoltaikanlage ein Stückchen ihres Umsatzes wegnehmen.

Es ist ein Kreislauf der uns den Import von teurer Energie erspart. Natürlich gibt es eine Umverteilung der Geldströme. Die Energie die nicht mehr importiert werden muß, reduziert die Gewinne der Energieexporteure. Rußland verkauft weniger Gas, Saudi Arabien weniger Öl und Australien weniger Steinkohle. Diejenigen die den Handel und die Stromerzeugung aus diesen Energien gemanagt und erzeugt haben verdienen auch weniger. Zu 80% sind das in Deutschland EnBW, EON, RWE und Vattenfall.

Dafür machen die Firmen (z.B. Wacker aus Burgshausen) die aus Quarzsand Silizium herstellen Umsätze und natürlich auch Gewinne.
Die Zellhersteller (z.B. Q-Cells,Thalheim) die aus Silizium Wafer oder sogar Solarzellen herstellen machen Umsatz und hoffentlich auch Gewinn.
Die Modulhersteller (z.B. Solon, Berlin) machen Umsatz und hoffentlich Gewinn.
Die Systemlieferanten (z.B. Ralos, Michelstadt) machen Umsatz und hoffentlich Gewinn.
Die Solaranlagenbetreiber (z.B. ich) machen Umsatz und hoffentlich Gewinn.
Allen gemein ist sie zahlen in Deutschland Steuern und kaufen in Deutschland ihre Produkte fürs tägliche Leben.
Dazu sagt man regionale Wertschöpfung.

Der Import von Energie wird durch die Arbeit der Mitarbeiter und der Sonne ersetzt. Die Photovoltaikbranche macht aus Sand Energie. Die Höhe der Vergütung spielt keine Rolle dieses Geld wird “nur” innerhalb Deutschlands umverteilt. Weg von den Konzernen und ausländischen Rohstoffbesitzer zu den Mitarbeiter, Firmen und Betreibern von Solarstromanlagen. Das Geld wird also nicht vernichtet sondern sinnvoll in Solartechnik investiert die in Zusammenspiel mit der Sonne Strom generiert.

Wir können unser Geld in Deutschland kreisen lassen. Klar ist es gibt Kunden die kaufen lieber die Hardware aus dem Ausland, das ist aber nicht das Ziel des Gesetzes und es ist natürlich jedem überlassen wo er einkauft. Wer dies verurteilt sollte nicht die Photovoltaik allgemein verunglimpfen sondern spezifizieren!

Das ist zwar sicherlich “blumig” von mir umschrieben und auch ohne Quellenangaben von mir nur so hingeschrieben. Aber dafür bin auch der Sonnenflüsterer und weder Prof. noch Dr. ich mache es halt.

Ansonsten möchte ich zum Vortrag nur anmerken, es ist ein Unterschied im “Sandkasten” irgendwelche Aussagen zu machen oder ob man die Untersuchungen auch umsetzt. Es ist ein unterschied ob man betriebswirtschaftliche Renditen, technische Effizienzen oder Volkswirtschaftliche Effekte betrachtet. Es ist ein Unterschied ob man Philosophiert oder ob man den Konsens von vielen Menschen suchen muß. Ich hatte gestern das Gefühl da wird viel zusammengeschmissen was nicht zusammengehört und was nicht zusammenpasst. Aber wie gesagt eine Quellenangabe dazu hab ich nicht ausser mein Bauchgefühl. :-)

Auch wenn es unwissenschaftlich ist der Verweis auf Wikipedia und den Erntefaktor. Bei manchen Angaben gibt es sogar Quellenangaben. Zur Erinnerung ich hatte behauptet Windenergie hat eine energetische Amortisationszeit von 3 bis 6 Monaten und Photovoltaikanlagen von ca. 3 bis 4 Jahren. Jetzt kann auch jeder nachvollziehen woher ich mein Wissen habe.

Erhard Renz

Photovoltaik Nachfrage

Montag, den 22. November 2010 von Erhard Renz

Das Online Portal Quotatis vermeldet eine sinkende Nachfrage nach Photovoltaik. Nun muß man sehen, daß dieses Vermittlungsportal natürlich nicht die gesamte Branche abbildet. Da eignet sich eher das Tool “Insights” von Google . Vor gut einem Jahr habe ich über dieses kostenlose Tool von Google geschrieben.

Googel stellt in diesem Tool die Anzahl der Google Suchen gegenüber. Es stehen vielzählige Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung. Damit kann das Suchverhalten der Google Benutzer transparent dargestellt werden. Für den Begriff Photovoltaik habe ich mal Insights bemüht.
Suche von Photovoltaik mit Google

Die Auswertung kann über 5 Jahre erstellt werden. Gegenüber 2006 haben sich die Suchabfragen verdoppelt. Die Spitzenzugriffe fanden im Januar 2010 statt. Im Jahr 2010 sind bisher die Gesamtzugriffe (69) noch höher wie die Zugriffe 2009 mit 62. Allerdings kippten die Zugriffe im Vergleich von 2009 zu 2010. In den ersten 6 Monaten 2010 waren die Zugriffe um einiges höher wie 2009. Ab der zweiten Jahreshälfte sind die Suchvorgänge nach dem Wort “Photovoltaik” fast schon auf das Niveau der vergangenen Jahre zurückgegangen. Somit dürften sich in Summe am Ende von 2010 die Zugriffe auf dem Niveau von 2009 einpendeln.

Viel dramatischer finde ich die regionalen Unterschiede.
Photovoltaik Abfrage nach Bundesländer
Demnach wird im Saarland dreimal mehr nach Photovoltaik gesucht wie in Hessen? Natürlich dürften sich dadurch auch mehr Kunden finden lassen die eine Photovoltaikanlage möchten. Richtig deutlich wird die Hessische “Solar-Wüste” wenn man sich den Zeitverlauf anschaut.

Ich rufe die Suchhäufigkeit von Photovoltaik ab. Auf der Übersichtsgrafik ist zu erkennen, daß der Begriff Photovoltaik mehr gesucht wurde wie in den Jahren zuvor. Wenn man unter der Deutschlandkarte auf “Veränderung im Zeitverlauf” klickt kann man erkennen wie sich die Suchhäufigkeit von 2004 bis heute verändert hat. Das Hessische Suchvolumen hat nie die 30% vom jeweiligen Spitzenreiter überschritten. Die Ostdeutschen Länder haben allerdings mächtig zugelegt. Wurde 2004 kaum aus dem Osten nach Photovoltaik “gegoogelt” haben sich zumindest Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen auf 50% vom Top Ergebnis hochgegoogelt.  

Wie läßt sich solch ein Verhalten erklären? Warum suchen die Hessen weniger nach Photovoltaik wie die Mitbürger in anderen Bundesländer? Da kann man natürlich herrlich spekulieren. Fakt ist jedenfalls wir sind bei den Suchanfragen mit dem Begriff “Photovoltaik” wieder auf dem Nieveau von 2008!