ralos solarevolution
Impressum   
ralosBlog - Die sonnige Seite vom Leben   
Erhard Renz

10 Jahre Photovoltaik

Montag, den 7. März 2011 von Erhard Renz

Vor zehn Jahren am 6. März 2001 konnte ich die ersten 16 Kilowattstunden Solarstrom mit meiner 4,32 kWp Photovoltaikanlage in das öffentliche Netz einspeisen. Im ersten Jahr war es noch ein tägliches Vergnügen die Sonnenernte vom Einspeisezähler abzulesen. Inzwischen bin ich Sonnengläubiger und verlass mich voll und ganz auf die Monatswerte die ich aber immer noch regelmäßig am letzten Tag des Monats ablese. Natürlich gehört auch ein täglicher Wechselrichter Check dazu. Aber nur im vorbeilaufen wenns zu der Getränkekiste geht. Ein kurzer Blick ob alles auf grün steht und das wars. Die Monatserträge gebe ich in mein selbst erstelltes Excel ein und natürlich tippe ich den Ertrag auch in die Datenbank des Solarförder Vereins ein.

Die Jahreserträge sind ja in der PV Branche das Mass der Dinge. Auf meinen Vorträgen erzähle ich von einem Jahresertrag von 900 – 1.000 kWh die ein kWp Photovoltaikmodule in unserer Gegend produzieren. Die Jahreserträge variierten bei mir zwischen 877 kWh (2002) und 1.134 kWh (2003) danach kam nur noch “Mittelmaß”. Aber wieviel Strom in zehn Jahren produziert wird diese Messgröße gibt es erst seit heute.

Meine PV Anlage hat in zehn Jahren 9.532 kWh Strom je kWp produziert.

Dies ist der zehn Jahres Ertrag vom 6. März 2001 bis zum 6. März 2011. Korrekter wäre natürlich den Zehnjaresertrag vom 1.1.2000 bis 31.12.2009 in einem Zehnjaresertrag darzustellen. Aber diesen Zeitraum kann ich noch nicht anbieten. Den ersten Dekadenertrag kann ich ja leider erst am 31.12.2019 anbieten. Bis dahin ist es aber noch ein Weilchen.

Auf jeden Fall bin ich vollauf zufrieden mit dem Ertrag meiner Photovoltaikanlage. Nur die Vorhersage hätte ein wenig genauer sein können. Die “neutrale Stelle” die ich damals befragte, riet mir mit einem Ertrag von 825 kWh zu rechnen. Selbst die Installationsfirma “Rothenbach” rechnete nur mit 875 kWh.
Wenn ich gewußt hätte, daß 953 kWh rauskommen hätte ich doch viel früher schon das Leben genießen können. :-)

Erhard Renz

Solarstrom ist zu teuer!

Mittwoch, den 26. Januar 2011 von Erhard Renz

Armes Deutschland, wenn wir uns solche Sachverständigen leisten können. Kein Wunder wenn unsere Politiker nicht zu den richtigen Entscheidungen kommen.

Ralos hat in den Jahren 2004-2005 die weltgrößte Photovoltaikanlage mit 5 MW Leistung gebaut. Die 5 MW Anlage wurde von der Fa. Tauber Solar zum Preis von 4.600 Euro je kWp vermarktet. Heute lese ich, daß in Frankreich auf insgesammt 188 Dächern von der Fa. Tenesol (im Besitz von EDF und TOTAL) Photovoltaik mit einer Leistung von 7 MW installiert wird. Das Auftragsvolumen beträgt 34 Millionen Euro. ::o:

Nach meiner Berechnung sind das je installiertem kWp 4.850 Euro.

Das heißt in Frankreich werden heute Photovoltaikanlagen zum Deutschen-Photovoltaik Preis von 2005 installiert. Wenn sich dann Herr Olaf Hohmayer hinstellt und von der teuren Photovoltaik spricht weiß ich auch nicht wo er sein Sachverständnis erworben hat.
Dieses Beispiel zeigt auch auf wie die Situation in Europa ist. Photovoltaik wird in Deutschland zum günstigsten Preis auf die Dächer gebracht. In allen anderen Ländern kostet das installierte kWp mehr als in Deutschland. Nur wenn der Ertrag weitaus höher ist wie in Deutschland kann die Kilowattstunde Solarstrom günstiger erzeugt werden wie in Deutschland.

Ich möchte aber eine weitere Grafik ins Spiel bringen die auf den ersten Blick nichts mit Photovoltaik zu tun hat.
Heizung und Installation
Via: Heizung und Heizungsbau

Hier sieht man anschaulich was es bedeutet dezentral Energie zu nutzen. 50.000 Heizungsbetriebe mit 271.000 Mitarbeitern und 35.000 Auszubildenden.

Ich sehe aber auch es gibt in Deutschland 19 Millionen Heizungen!

Wir haben aber “nur” 700.000 Photovoltaikanlagen derzeit auf den Deutschen Dächern. Wo eine Heizung steht kann auch eine Photovoltaikanlage aufs Dach gebaut werden. Wenn dies geschieht dann haben alle Vorteile von dieser Technik. In eins – zwei Jahren wird es für den Kunden günstiger sein sich selbst mit Photovoltaik den Strom zu produzieren wie ihn aus der Steckdose zu kaufen. Spätestens dann werden die ca. 18 Millionen Dachbesitzer ohne Photovoltaik sich Gedanken machen und wenn jährlich eine Million Dachbesitzer bei Photovoltaikfirmen anrufen dann ist das o.k. so.

Der Brüller den sich H. Hohmayer aber leistet ist die Aussage bis 2050 würde die Photovoltaik nur eine “winzige Rolle” spielen. Er läßt der Photovoltaik noch nicht einmal 1% an der Stromproduktion. Da sag ich nur, liebe Politik bevor ihr euch mit solchen Laienschauspielern umgebt, bewerbe ich mich als Sachverständiger für Photovoltaik zum halben Lohn (Kaffee und Kekse inclusive) wie H. Hohmayer.

m_merkel

Federleichtes Photovoltaik Montagesystem

Dienstag, den 16. Februar 2010 von m_merkel

Hallo heute schreibe ich Marcus Merkel meinen ersten Blogbeitrag. Bei Ralos bin ich für den Vertrieb Deutschland zuständig. In den vergangenen Jahren mussten wir des öfteren aus statischen Gründen unseren Kunden vor der Installation einer Photovoltaikanlage abraten. Wir waren deshalb schon lange auf der Suche nach einem “leichten” Montagesystem für Flachdächer.

Ich bin froh, daß wir anscheinend fündig geworden sind. Am 23.12.2009 nahm die Ralos die erste Photovoltaikanlage mit dem Leichtbausystem Scirocco von HB Solar offiziell in Betrieb.

Es wurden insgesamt 475 Solon Module Typ 230/07 mit einer Gesamtleistung von 102,125 kWp auf dem Bauhof in Plankstadt verbaut.

Bei diesem Leichtbausystem behält sich die Firma HB Solar aus Rietberg das Recht vor die Anlage zu planen. Die Objekte werden nach PLZ und Gebäudehöhe eingeordnet und in der Feinplanung werden dann die kritischen Windlastzonen durch HB Solar definiert. In diesen Bereichen werden keine Module angeordnet. Es kommen nur zertifizierte Module zum Einsatz welche von HB Solar vorab einer Prüfung unterzogen wurden. Ralos hat in seinem Produktportfolio derzeit 3 Modulhersteller die für dieses System bereits eine Zertifizierung erhalten haben. Dazu gehören die genannten Solon Module aus Deutschland, Siliken Module aus Spanien und Moser Bear Module aus Indien.
1.Modulreihe mit Abstand zur Attika

Bild: Erste Reihe mit Abstand zur Attika. Der Folien Untergrund ist zu erkennen. Die Aluminium Unterkonstruktion liegt auf einer Baumatte auf zur Schonung der Folie. Die Rückseite der Module wird ebenfalls geschlossen um dem Wind keine Angriffsfläche zu geben.

Ralos Monteur Roland Helfmann und sein Team waren sehr angetan von der leichten und schnellen Aufbauweise der neuen Unterkonstruktion. HB Solar stellt für die ersten 3 Anlagen jeweils einen Regiemonteur unseren Mitarbeitern zur Seite. Der Aufbau unserer Premierenanlage in Plankstadt dauerte knapp 2 Wochen und es wurde eine geringere Auflast als 10 kg/m² realisiert. Somit hat Ralos nun die Möglichkeit auch Dächer zu belegen für die es in der Vergangenheit keine Alternative gab und nicht umgesetzt werden konnten. Nach einer Studie von Greenpeace zu urteilen gibt es für solche Flachdächer mit Folienbeschichtung ein Potential in Deutschland von sage und schreibe 25 Gigawatt. Das nächste Projekt mit Scirocco ( Größe 120 kWp )  und Moserbear Modulen ist schon unterschrieben und wird im März / April 2010 umgesetzt. In der Hoffnung das im neu novellierten EEG die Deckelung des Eigenverbrauchs bei 30 kWp wegfällt, würde uns dieses Leichtbausystem wieder ein Stück weit mehr an gewerbliche oder kommunale Kunden heranführen.

Bei solch einem Projekt schicken wir natürlich gerne unseren fliegenden Monteur Sven los. Schicke Photovoltaikanlage oder?

Bauhof Plankstadt Photovoltaik Luftaufnahme

Erhard Renz

Einspeisevergütung Photovoltaik

Dienstag, den 5. Januar 2010 von Erhard Renz

Es läßt mir einfach keine Ruhe. Die Bundesregierung beabsichtigt ja zum 1.7.2010 zu der bereits erfolgten Einspeisereduzierung am 1.1.2009 eine weitere Reduzierung der Photovoltaik Einspeisevergütung vorzunehmen. Da sich die Bundesregierung am 13.1.2010 mit der Solar Industrie trifft und über die Photovoltaik Einspeisevergütung redet, habe ich mir nochmals die Mühe gemacht meinen Vorschlag per Mail an die entscheidenden Personen des Bundestages zu senden. Dieser Vorschlag wurde nur von mir entwickelt und nicht innerhalb der Fa. Ralos abgestimmt. Natürlich stelle ich diese Gedanken auch hier im Blog zur Diskussion. Viel Spaß dabei…

Sehr geehrte Damen und Herren, 

ich bin seit ca. 10 Jahren mit Vorträgen zur Solarenergie unterwegs. Seit zwei Jahren habe ich mich von meinem langjährigen Arbeitgeber Daimler getrennt und bin nur noch als Öffentlichkeitsarbeiter für Solarenergie unterwegs. Zusammen mit meinen Freunden der Fa. Ralos konnte ich so spektakuläre Photovoltaikanlagen wie 2005 die weltgrößte Photovoltaikanlage in Betrieb nehmen oder die wohl längste Photovoltaikanlage der Welt auf der A3-Einhausung mit 2,7 km Länge realisieren. Sowie viele andere Photovoltaikanlagen planen, verkaufen und montieren. In 2008 und 2009 haben wir weit mehr als tausend PV-Anlagen ans Netz gebracht. Bei den Gesprächen bezüglich der Solar-Förderung werden zwar die Hersteller mit Ihnen an einem Tisch sitzen die Montagefirmen bleiben aber anscheinend außen vor.

Erlauben Sie mir deshalb ein paar Worte zum Photovoltaikmarkt und der derzeitigen Einspeisevergütung zu schreiben.

Ich musste jahrelang auf Vorträgen vor allem den ökologischen Nutzen einer Photovoltaikanlage in den Vordergrund stellen. Dies hat sich in den letzten zwei Jahren gravierend verändert. Jetzt sind die ökonomischen Werte einer Investition in Photovoltaik gefragt. Parallel zu dieser Entwicklung haben der Ausbau von Fabriken und Montagekapazitäten stattgefunden. Inzwischen deckt die Photovoltaik ca. 1% der deutschen Stromproduktion ab. Die Photovoltaik wird plötzlich als relevant wahrgenommen. Hinter diesem einen Prozent stehen ca. 500.000 Photovoltaikanlagen deutschlandweit. Da die Photovoltaik im Betrieb ohne Abgase, ohne Geräusche, ohne Bewegung auskommt und selbst die Energie von der Sonne direkt vor Ort geliefert wird, empfinden die Photovoltaikanlagenbesitzer diese Energiegewinnung äußerst positiv. Sie werben in ihrem persönlichen Umfeld für diese Art der Stromgewinnung. Wir die Solarbranche haben 500.000 Außendienstmitarbeiter die unser Produkt weiterempfehlen.

Zu diesem Massenmarkt hat sich die Branche mit vielen Problemen technischer Verfügbarkeit hochgearbeitet. Am Anfang fehlte das Silizium, dann fehlten Module, dann waren es zu viele Module und momentan fehlen Einzelteile für die Wechselrichter Produktion. Die Branche fehlt einfach eine Basis um die kommenden weltweiten Entwicklungen abschätzen zu können. Eines scheint klar zu sein, technisch geht ein sehr schneller Ausbau der Photovoltaik. Obwohl wir immer nur als klein und mickrig dargestellt wurden.

Zu dieser äußerst positiven Entwicklung, kam in 2009 noch der Wahlkampf in Deutschland und der bewusst herbeigeführte Markteinbruch durch die spanische Regierung in Spanien hinzu. Wie sollte da noch eine vernünftige Disposition vorgenommen werden?

Im Wahlkampf zeichnete sich durch die Äußerungen von CDU/CSU und FDP ab, daß die Vergütung stärker als geplant reduziert würde, wenn diese Parteien die Mehrheit erhalten. Dies hat in der Solarbranche eine ungeahnte Nachfrage in der zweiten Hälfte 2009 ausgelöst. Hatten die Solarfabriken im ersten Halbjahr noch mit Kurzarbeit zu kämpfen, waren plötzlich Überstunden und Schichten rund um die Uhr angesagt. Dass die im Sept. gewählte Regierung nicht schnell handeln konnte war vielen klar und die angekündigten Gespräche mit der Solarbranche lassen alle davon reden ab 1.7.2010 wird es eine weitere Degression geben. Dies hat zur Folge, daß der Boom nach Photovoltaikanlagen Anfang 2010 ungebremst anhält. Derzeit sind Wechselrichter Mangelware nur weil ein paar Zulieferteile nicht geliefert werden können. Der Kunde wird vor allem von der Angst getrieben er könnte ein Schnäppchen (Hohe Rendite auf 20 Jahre) verpassen. Gekauft wird was geliefert werden kann. Qualität kann sich in solch einem Umfeld nicht entfalten.

Ich schreibe Sie deswegen an, weil Sie an den Entscheidungen zur Einspeisevergütung 2010 beteiligt sind. Die Solarbranche braucht eine langfristige Basis auf die sich die einzelnen Firmen verlassen können. Welche Firma wird (trotz des derzeitigen Booms) Mitarbeiter einstellen wenn die Gefahr besteht ab Juli 2010 wird es mit Aufträgen eng? Welche Bank wird neue Fabriken finanzieren wenn der langfristige Absatz nicht gewährleistet ist? Welcher Kunde wird sich auf das zweite Halbjahr vertrösten lassen wenn die Gefahr besteht, daß seine Rendite um mehrere Prozent geringer ist? Welcher junge Mensch wird einen Lehrberuf ergreifen bei dem er nicht weiß ob er eine Zukunft in seiner Heimat hat? Wir brauchen deshalb eine schnelle Entscheidung wie es ab dem 1.7.2010 weitergeht.

 Mein persönliches Anliegen zur Einspeisevergütung liegt nicht in der Höhe der Vergütung sondern am Zeitpunkt der Einspeise Degression. Ich konnte in den letzten beiden Jahren erleben wie am Ende des Jahres bei miesestem Wetter unsere Monteure früh morgens auf die Baustelle fahren und unter widrigsten Bedingungen Photovoltaikanlagen installiert haben. Da ich schon mehrere Anläufe genommen den Degressions Termin zu ändern, kenne ich auch die mageren Gegenargumente. Wir sollten besser planen, unsere Monteure müssten natürlich die Sicherheitsvorschriften beachten und bisher wäre es doch immer so gewesen und keiner hat sich beschwert.

 Bei einem verschieben der Degression vom 31.12. auf den 30.6. eines jeden Jahres würde sich die Situation am Jahresende entspannen.

 Ich habe drei Kundentypen kennengelernt.

Diejenigen die sich dem Thema Photovoltaik annehmen sich einmal informieren und in kürzester Zeit die Investition tätigen oder eben nicht. Dieser Kundentyp kann verplant werden da sich immer mehr Menschen für Photovoltaik interessieren und irgendwann jeder Häuslebesitzer sich diese Frage stellt. Dieser Kundentyp kommt gleichmäßig verteilt über das Jahr und stellt kein Problem dar.

 Dann gibt es diejenigen die am Jahresende aufgrund eines guten Geschäftsjahres (oder guter Ernte) dazu entschließen unbedingt  noch in diesem Jahr eine Photovoltaikanlage aus steuerlichen Gründen zu bauen. Diesen Kundentyp gibt es ebenfalls jedes Jahr aufs Neue aber eben am Ende des Jahres. Diese Kunden investieren in größere Objekte meist Flachdächer oder Freiflächen bei denen die Jahresend Problematik (schlechtes Wetter) zumindest kein gesundheitliches Risiko für die Montagemitarbeiter darstellt.

 Als letztes habe ich diejenigen Kunden identifiziert die sich gut (sehr gut) informieren und bei mehreren Firmen ein Angebot einholen. Danach unschlüssig sind und die Entscheidung hinauszögern. Bis das Datum der Einspeise Vergütungs Degression vor der Tür steht. Dann wird schnell noch versucht den Auftrag unter Dach und Fach zu bringen. Wir die Firmen die diesen Interessenten ja bereits ein Angebot unterbreitet haben, möchten natürlich diesen Auftrag auch annehmen. Leider füllt sich unser Auftragsbuch am Jahresende viel zu schnell. Denn die Natur sorgt dafür, daß wir im Winter nur an wenigen Stunden des Tages installieren können. Ganz zu schweigen von den Temperatur Bedingungen und den äußeren (Schnee und Eis auf dem Dach) Einflüssen. Dieses Kundenpotential würde ich gerne vom Jahresende in die Jahresmitte schieben.

 Bei einem Degressionszeitpunkt von 30.6. spielt uns die Natur in die Hände. Die Tage werden länger und die Temperaturen angenehmer. Es liegt auf der Hand, daß die Qualität höher, die Installationskosten niedriger sind wie bei einer Montage im Winter. Durch eine erhöhte Nachfrage im ersten Halbjahr wird es eine kontinuierliche Auslastung der Solarfabriken geben. Alle drei Vorteile müssten Ziele einer verantwortungsvollen Förderpolitik der Photovoltaik sein.

 Deshalb möchte ich Sie ermuntern den Degressionszeitpunkt nicht nur in 2010 auf den 30.6. sondern auch in Zukunft auf den 30.6. zu legen. Eine jährliche Degression reicht aus. Die Branche kann nicht ständig veränderte Einspeisevergütungssätze kommunizieren.

Damit trotzdem eine angemessene Degression über einen längeren Zeitraum definiert werden kann schlage ich eine Degression mit Mengendeckel vor.

Dieser Mengendeckel wurde bei der letzten EEG Novelle bereits praktiziert allerdings war es nur ein fixer Deckel und kein variabler. Zur Veranschaulichung:

Diese Deckelung (EEG 2009) sollte greifen wenn entweder mehr oder weniger Photovoltaikanlagen (Leistung) installiert werden wie von der Politik und Branche vorhergesehen.

Wenn weniger wie 1.000 MW installiert worden wären, hätte sich die Degression um 1% reduziert und anstelle 8 Prozent wäre die Einspeisevergütung nur um 7 Prozent verringert worden.
Umgekehrt wenn mehr als 1.500 MW installiert werden, soll sich die 8 Prozent Degression um 1% auf 9 Prozent erhöhen. Es wird also davon ausgegangen, daß durch die bundesweite Installation von 500 MW eine Kostenreduktion bei der Herstellung und Installation von 1% erreicht werden kann.

Wenn man sich diese Formel genauer ansieht könnte ich sie auch so definieren.
Bis 1.000 MW gibt es eine Degression von 7% wenn mehr installiert wird erhöht sich die Degression um ein weiteres Prozent und dies jeweils nach weiteren 500 MW.
Im EEG 2009 wurde diese Formel “nur” bis 1.500 MW weiter festgeschrieben. Diese Deckelung müsste aufgehoben werden und in 500 MW Schritten um ein weiteres Prozent erhöht werden.

Beispiel:
bis 1.000 MW – 7%
bis 1.500 MW – 8%
bis 2.000 MW – 9%
bis 2.500 MW – 10%
bis 3.000 MW – 11%
bis 3.500 MW – 12%
usw.

Wenn ich diese Logik auf die 2009 berechneten/installierten MW (ca. 3.000 MW?) anwenden würde, käme ich auf eine Degression von 11-12 %. Also ca. 2-3% mehr wie zum 1.1.2010 bereits reduziert wurde.

Ausgehend von diesen Überlegungen möchte ich folgendes vorschlagen:
Zum 31.12.2009 ermittelt die Bundesnetzagentur den tatsächlichen PV Leistungs Zubau laut Meldungen an die Bundesnetzagentur in 2009. Nach der obigen Formel wird die Degression ermittelt. Da bereits 9% reduziert zum 1.1.2010 reduziert wurden muß diese Degression beim Reduktionsfaktor für den 1.7.2010 berücksichtigt werden. Diese Vergütung bleibt dann ein Jahr lang gültig und wird zum 1.7.2011 nach dem gleichen System nur mit anderen Installations-Werten ermittelt.
Aus meiner Sicht diskutierbar wären für den 30.6.2011:

bis 2.000 MW – 7%
bis 2.500 MW – 8%
bis 3.000 MW – 9%
bis 3.500 MW – 10%
bis 4.000 MW – 11%
bis 4.500 MW – 12%
usw.

Wenn am 31.12.2010 die Einspeisewerte ab dem 30.6.2011 und damit bis 30.6.2012 feststehen kann die Politik eine neue Degressionstabelle beschließen. Damit bleibt allen genügend Zeit sich auf diese neuen Einspeisevergütungen einzustellen. Ich möchte nochmals betonen, daß die Reduzierungs Prozentsätze nicht meine Kernkompetenz sind. Die Systematik einer „Sommerlichen“ Degression wollte ich allerdings unbedingt in die Debatte einbringen.

Für die Installationsfirmen und die vielen Endkunden wäre eine speziellere Förderungen von Kleinanlagen bis 10 kWp sinnvoll. Diese Photovoltaik Anlagen haben eine Größe von maximal 80 Quadratmetern und profitieren nicht so stark von den Preisreduzierungen der Photovoltaikmodule. Für solche „Kleinanlagen“ entstehen die gleichen Vertriebs-, Finanzierungs-, Planungs-, Anfahrts- und Gerüstkosten wie bei größeren Anlagen. Die Kleinanlagen sind das „tägliche Brot des Handwerks“. Allerdings sind bei diesen Anlagen die Renditen für die Häuslebesitzer bei weitem nicht so hoch wie bei den Anlagen bis 30 kWp (oder größer) die oft auf kleinen Hallen oder landwirtschaftlichen Gebäuden entstehen. Aber gerade die Anlagen bis 10 kWp sind in der Lage den Strombedarf der Bewohner des Gebäudes zu decken und deshalb sehr wichtig beim zukünftigen Energiemix. Diese Menschen müssen unbedingt weiterhin motiviert werden Photovoltaikanlagen zu bauen.
Ich möchte Ihnen deshalb nahe legen, die Klasse bis 30 kWp zu splitten und eine Klasse bis 10 kWp einzuführen. Bei der Klasse bis 10 kWp sollten Sie den Einspeisepreis von 39,14 Cent je kWp zum 1.7.2010 nicht reduzieren,

Zum Schluß möchte ich Sie noch bitten zu überlegen ob es nicht sinnvoll wäre für die Installation an einer Fassade wieder eine erhöhte Vergütung anzubieten. Dies müsste die schlechteren Erträge einer senkrechten Montage ausgleichen. Die Photovoltaikbranche braucht aber diese Flächen um den Druck von den Freiflächen zu nehmen.

Ich würde mich freuen wenn meine Anregungen Ihnen bei der Findung einer allgemein tragbaren Photovoltaik Degression behilflich waren.

Mit sonnigen Grüßen

Erhard Renz

Erhard Renz

Solarstrom toppt Windkraft in 2009

Sonntag, den 22. November 2009 von Erhard Renz

Jahrelang belächelt in 2009 aber unbemerkt Spitzenreiter im Neubau von Kraftwerken. Die Photovoltaik wird in 2009 die meisten Kraftwerksleistung an das Netz bringen. Auch hier muß ich wieder mal sagen was wäre das für ein Aufschrei wenn irgendwo auf der Welt ein Atomkraftwerk fertig gebaut würde. Wir bauen aber hunderte täglich und bringen Sie ans Netz. Deshalb ist es nicht mehr als Recht wenn wir 2009 auch zum größten Baustein der Erneuerbaren Energien werden.

Wir werden voraussichtlich mehr als 2.300 MW Photovoltaik installieren. Die Windenergie hat zuletzt 2006 mehr als 2.000 MW genauer gesagt 2.233 MW installiert. In 2007 und 2008 wurden dagegen “nur” noch knapp 1.700 MW installiert. Voraussichtlich wird man 2009 unter 2.000 MW bleiben wie die nachfolgende Statistik zeigt.

In 2009 installierte Leistung

In der Photovoltaik aber sind ständig steigende Installationszahlen zu vermelden.

2006 waren es noch 833 MW
2007 wurden 1.103 MW installiert
2008 waren es bereits 1.505 MW.

Aber in 2009 erwarten wir mehr als 2.300 MW denn Ende September hatten wir bereits 1.470 MW installiert. Da wir in der Lage sind monatlich gut 300 MW zu installieren werden wir die vermutlich 1.700 MW der Windenergie locker toppen.

Liebe windigen Brüder es tut mir ja leid. Aber den sonnigen Typen gehört nun mal die Welt. :-)

Erhard Renz

Elektromagnetische Strahlung und Photovoltaik

Dienstag, den 17. November 2009 von Erhard Renz

Viele Kunden fragen nach den elektromagnetischen Strahlungen die von der Photovoltaikanlage ausgehen. Natürlich haben die Kunden recht, es geht eine gewisse Strahlung sowohl elektrische als auch magnetische Strahlung von der Anlage aus. Die Elektrosmog – Belastung durch eine Photovoltaikanlage ist bei richtiger Ausführung allerdings sehr gering im Gegensatz zu dem, was sich viele Mitmenschen durch trafobetriebene Niedervolt – Halogenleuchten, DECT – Telefone, Handys usw. zumuten.

Aber was viele nicht wissen, mit den Solarmodulen kann man sich auch vor elektromagnetischen Strahlen eines nahegelegenen Mobilfunksenders schützen. Dazu muss der Mobilfunksender südlich zu dem zu schützenden Raum stehen. Die Solarmodule (hauptsächlich das Glas) halten die elektromagnetische Strahlung ab. Natürlich sollten in solch einem Fall die Module eng beieinander liegen damit eine geschlossene Fläche entsteht. Allerdings wieder nicht so nah beisammen, daß es zu mechanischen Spannungen kommt. Da ist das Ralos Montagesystem RazFaz genau das richtige.

Wir hatten den konkreten Fall, daß eine Familie im Einflussbereich eines Mobilfunksenders sein Schlafzimmer hat. Die gemessene Strahlung lag bei 60 bis 400 Mykro Watt nach der Installation der Photovoltaikmodule konnte die Strahlung mit dem Messgerät kaum noch erfasst werden. Die Anzeige schwankte zwischen null und einem Mykro Watt. Die Solarmodule wirken wie ein Schutzschild gegen die starke Strahlung des Mobilfunkmasten. Zu beachten ist natürlich, daß die Module beidseitig keine Strahlung durchlassen sondern reflektieren. Dies kann bedeuten, daß durch eine Strahlungsquelle im Haus oder aus Norden sich die elektromagnetische Strahlung verstärkt. Wie so oft, man muß wissen was man macht!

Jedenfalls haben sich unsere Kunden gefreut, daß die Elektromagnetische Strahlung vom Mobilfunksender vorerst aus dem Schlafzimmer draußen ist. Uns freut dieses neue Verkaufargument natürlich. Schließlich setzen wir uns schon lange mit dem Thema Elektrosmog auseinander.

Erhard Renz

Photovoltaik in Deutschland

Samstag, den 18. April 2009 von Erhard Renz

Ich kann mich noch an die Überschriften erinnern: Chinesen produzieren Deutsche bezahlen! So oder ähnlich wurde argumentiert wenn es um die “teure” Photovoltaikförderung ging. Es wurde behauptet, die Chinesen produzieren die Solarmodule und in Deutschland werden diese Module installiert und damit vom Stromverbraucher teuer bezahlt. Dass dies zu kurz gedacht war kann ich mit folgender kleinen Statistik entkräften.

PV Entwicklung Deutschland

Ich habe die Produktions und Installationszahlen in Deutschlan der letzten vier Jahre aufgelistet. Die Produktion von Solarmodulen hat sich in dieser Zeit fast verfünffacht von 253 MW in 1.207 MW. Die Installationszahlen sind in dieser Zeit nur verdoppelt worden von 850 MW auf 1.500 MW. Letztendlich hat sich der Prozentanteil der in Deutschland produzierten Module von 30% auf 80% erhöht.

Für 2009 sind ca. 2.100 MW Photovoltaikproduktion in Deutschland anvisiert. Die Kapazitäten werden sogar auf ca. 3.300 MW ausgebaut. Wir werden also immer mehr in Richtung Photovoltaik Exportnation kommen. Was in der Windenergie bereits gelungen ist wird auch in der Photovoltaik langfristig für Arbeitsplätze sorgen.

Photovoltaik Produktion Deutschland
Da wir inzwischen von der Netzparität in Deutschland schon ab 2013 sprechen, werden wir gerade rechtzeitig mit den Fabriken zur Stelle sein wenn die weltweite Nachfrage anläuft. Was wollen wir mehr als in einer umweltfreundlichen Technik viele Arbeitsplätze zu schaffen. :-)