Unter dieser Überschrift zeigt Franz Alt mal wieder in aller Klarheit wie die weiteren rechtlichen Schritte sind, die von der Politik durchlaufen werden müssen. Den Sonnenfreunden unter uns bietet es die Chance weiterhin für eine bessere Novellierung des EEG’s zu streiten. Das werde ich auch in den nächsten Tagen tun. Nichts desto trotz muss ich sagen, daß es mir heute sehr schwer fällt diesen Kampf aufzunehmen. Dass ich es trotzdem probiere mag an meiner sturmerprobten Psyche liegen. Aber bevor man die Weichen für die Zukunft stellt sollte man genau Analysieren von wo wir gekommen sind und wo wir stehen.
Die Photovoltaik auf Hausdächern fand Anfang der 90ziger Jahren mit dem tausend Dächer Programm in Deutschland ihren Anfang. Fördergelder gab es in Höhe von 70% der Investitionskosten. Den produzierten Strom musste man selbst nutzen. Damals gab es zwei Deutsche Firmen (Modulhersteller die heute nicht mehr produzieren) die prompt die Preise für Photovoltaik erhöhten. Die Wechselrichter hatten damals noch Kinderkrankheiten und mussten öfter ausgewechselt werden. Mit den tausend Photovoltaikanlagen wurden keine Arbeitsplatz relevanten Dinge ausgelöst. Die bestehenden Fabrik Kapazitäten fackelten die tausend Dächer nach und nach ab.
Japan griff danach die Idee mit 70.000 Dächern auf. Daraus entstanden die heute noch agierenden japanischen Photovoltaikfirmen. Es geht also!
Erst im Jahr 2000 wurde durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in Deutschland der Grundstein gelegt, daß die Photovoltaik aus der Öko Ecke in die Ökonomische Ecke wanderte. Das Ziel der rot/grünen Regierung war eine 7% Rendite auch den Photovoltaikanlagen Betreibern zu ermöglichen. Schließlich gönnen sich die traditionellen Energieversorger auch eine “ähnliche” Rendite (mindestens). Die Einspeisevergütung betrug damals je kWh 99 Pfennige plus ein KfW Darlehen mit 1,9% Zinsen. Der Zinssatz sieht heute nicht mehr allzu Spektakulär aus aber wichtiger war damals, dass eine Bank überhaupt ein Darlehen für Photovoltaik gab. Das Wort Photovoltaik war im Wortschatz der Bänker nicht vorhanden.
Aus diesem ökonomischen Ansatz (7% Rendite für Solarkraftwerksbesitzer) entwickelte sich eine enorme Industrie. Nicht die Konzerne investierten sondern der Bürger baut seine Energieversorgung auf sein eigenes Dach. Das EEG wurde in den Jahren 2004 und 2008 aufgrund der gemachten Erfahrungen weiterentwickelt. Der Siegeszug des EEG war nicht aufzuhalten und wurde in über 40 Länder übernommen. Allerdings in vielen Ländern nicht mit dem Erfolg wie in Deutschland. In einem Land jedoch ließ das landesspezifische EEG die Photovoltaik explodieren. In Spanien waren die Förderbeträge für Freilandanlagen so hoch, daß massenweise Investoren Megawattanlagen in die “Pampa” stellten. Da diese Anlagen vom Energieversorger genehmigt werden mussten waren die Vergabekriterien nicht gerade transparent und auch nicht zeitnah. Die Spanische Goldgräberstimmung für Photovoltaik Megawattfreilandanlagen benötigte natürlich mehr Module wie die Modulhersteller selbst herstellen konnten.
Konsequenz daraus, es wurden neue Fabriken gebaut. Diese Fabriken wurden mit Deutschen Maschinen ausgestattet denn Deutsche Maschinen sind Spitzentechnik in der Photovoltaikbranche. Leider investierten aber nicht Deutsche Energieversorger (warum nicht?) sondern es waren eher die Asiaten. Die Deutschen PV-Industrie (FDP aufpassen – Mittelstand) hatten ja noch “fast” neue Maschinen in Ihren Fabrikhallen stehen. (Dies ist eine Vereinfachte Darstellung der PV Geschichte!) Ausserdem fehlten den kleinen Deutschen Solarfirmen das nötige Kapital um ständig in neue Fabriken zu investieren und die alten schon abzuschreiben. Andere Betreiber von Kraftwerken fordern derzeit eine “Laufzeitverlängerung”! Photovoltaikfabriken sollen anscheinend nach 5 Jahren schon verschrottet werden…(Laufzeitverkürzung!)
In 2008 stoppte die spanische Regierung die üppigen Freilandvergütungen mit einem Deckel es dürfen nur noch vorher definierte Mengen installiert werden. Früher nannte man so was Planwirtschaft. Der spanische Markt brach ein und die Investoren zogen weiter. Derzeit werden sie in Italien gesichtet…
Anfang 2009 waren durch den Neubau vieler Photovoltaik Fabriken und dem Zusammenbruch des spanischen Marktes eine Überkapazität auf dem Welt-Markt vorhanden. Die Folge sind bis heute fallende Modulpreise. Die vielen Länder mit EEG schaffen es nicht die vorhandenen Kapazitäten aufzunehmen. Verschiedene Märkte scheinen auf dem Sprung zu sein nennenswerte Größenordnungen an Photovoltaikmodulen aufzunehmen. Der einzige nachhaltig funktionierende Markt Deutschland nahm in 2009 ca. 3.000 MW auf.
Die weltweite Politik schafft es also nicht trotz Klimaveränderung, Rohstoffknappheit und Abhängigkeit von wenigen Ländern eine zukunftsgerechte für alle verfügbare Energieversorgung zu organisieren.
Die Deutsche Politik reagierte bereits in 2008 prompt und reduzierte die Einspeisevergütung ab Januar 2009 bereits um 10%. Eine weitere Reduzierung der Einspeisevergütung ist bereits in Diskussion obwohl wir bis heute den 19. Januar noch keine einzige (schneebedingt!) Photovoltaikanlage mit der um 10% reduzierten Einspeisevergütung montiert haben.
Besonders dramatisch ist die Ankündigung bereits ab April eine weitere Reduzierung um ca. 16-18% vorzunehmen.
Bei uns Montagefirmen klingeln derzeit alle Telefone. Alle wollen eins – eine Photovoltaikanlage.
Das ist Klasse.
Aber sie wollen sie bis zum 31.3.2010. Obwohl es noch nichts schriftliches gibt von der Bundesregierung.
Was können wir tun? Wir können natürlich alle keinen Urlaub bis 31.3. nehmen. Wir können jeden Tag 10 Stunden arbeiten und das an sechs Tage die Woche. Das können wir. Wir würden es auch tun. Wenn genügend Material (Module und Wechselrichter) vorhanden sind. Da gibt es aber auch ein Problem die Wechselrichter sind derzeit knapp. Vielleicht eine Frage des Preises? Aber auch bei Wechselrichterhersteller dauert ein Tag nur 24 Stunden. Unsere Monteure können (bei gutem Wetter) auch nur an 10 Stunden montieren.
Fakt ist die Interessenten die bei uns anrufen werden immer gereizter und es ist zu befürchten, dass steigert sich noch. Vemutlich werden viele sich andere Installationsfirmen suchen und sicherlich auch oft an Anbieter geraten die wenig Erfahrung und “andere” weniger erprobte Module montieren. Die Qualität bleibt bei so einer politisch erzeugten Situation auf der Strecke. Jetzt verkauft jeder!
Wenn zum 1.4. die angedrohte Kürzung kommt stellt sich die Frage ob die Modulhersteller die Modulpreise entsprechend reduzieren können/wollen. Denn eines ist klar. Weder die Wechselrichterhersteller noch wir diejenigen die das System Photovoltaik auf dem Dach integrieren. Wir können keine weiteren 16 % reduzieren. Wir diskutieren grad wie wir die 10 % Reduzierung von vor 19 Tagen auf den Dächern gebacken kriegen.
Die Modulhersteller deren Strategie “kostengünstig” hieß, haben natürlich Vorteile. Wer sich mit Qualitätsprodukten einen Namen gemacht hat wird Probleme haben. Derzeit wird diese denkweise platt gesagt mit “Chinesische Hersteller profitieren” kommuniziert. Ob die “kostengünstigen” 20 Jahre das halten was die “Prospekt Theorien” versprechen wird die Zukunft zeigen. Ich kann mich da an eine Zeit erinnern da gab es Windkraft Prospekte mit ganz tollen Perspektiven.
Aber das alles ist nur die halbe Wahrheit.
Wer langfristig günstige Photovoltaik haben will der muß den Herstellern von Maschinen und Werkzeugen für PV einen Markt bieten. Wenn aber die jetzigen Qualitätsprodukte keinen Absatz mehr finden. Die Billiganbieter mit ihren Kapazitäten produzieren und liefern können. Dann muß mir mal einer sagen wer die nächste Generation an Maschinen und Werkzeugen bestellen soll. Jedenfalls nicht diejenigen Hersteller die bisher auf Qualität gesetzt haben.
Nach meiner Einschätzung sind das u.a. die Deutschen Hersteller gewesen. Wer sich die Aktienkurse anschaut wird sehen, daß die Börse dies bereits ähnlich einschätzt. Der Wert der deutschen Photovoltaikindustrie wurde gerade mit Gerüchten reduziert. Wenn die Bundesregierung tatsächlich solch eine Verschlechterung der Einspeisevergütung vornimmt enteignet sie die Deutsche Solarindustrie.
Das Wort Enteignung mag Herrn Röttgen nicht gern hören aber wenn die Aktien tief genug gefallen sind oder wenn die Firmen insolvent sind werden sich sicherlich Käufer finden. Da am Donnerstag die konventionellen Energieversorger nach Berlin kommen wird man sicherlich den umgekehrten Deal machen. Alte Abgeschriebene Technik wird vergoldet werden. Mit den Gewinnen aus den alten hochgefährlichen Kraftwerk werden die vier Aktiengesellschaften die maroden Photovoltaikfirmen von den Öko Pionieren aufkaufen. Dann wird man in der schwarz/gelben Koalition wieder zufrieden sein. Es ändert sich also nicht viel, nur die Besitzer wechseln. Endlich hat man die Ökos aus dem Geschäft draussen. Da die neuen Besitzer die Insolvenzmasse zum Schnäppchenpreis kaufen können auch Qualitätsmodule wieder zu günstigen Preisen angeboten werden und alles wird gut. Schließlich wußte schwarz/gelb schon immer dass diese Technik nicht für den kleinen Mann taugt sondern nur im industriellen Massstab entweder im Meer (Windkraft) oder in der Wüste (Solarenergie) betrieben werden kann.
“Es muß Schluß sein mit der romantischen Träumerei, als würde künftig jeder seine Energie selbst produzieren”. Danke Roland Koch und wenn Roland dann noch Hartz IV neu organisiert bekomm ich von ihm endlich eine ordentliche Arbeit.
Nein Danke Roland so darfs nicht weitergehen mit der Photovoltaik! Die Photovoltaikbranche gehört den Pionieren und nicht in die Hände der Zocker!