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Erhard Renz

100% Erneuerbare Energien

Donnerstag, den 6. Januar 2011 von Erhard Renz

Die konventionelle Energieversorgung, viele Bewahrer und Zweifler begleiten den Wandel der Energieversorgung. Immer wieder wird angezweifelt ob die 100% Erneuerbare Energieversorgung möglich ist. Die schwarz/gelbe Bundesregierung jedenfall hat als Ziel bis 2050 schon mal eine 80% Versorgung vorgelegt.

Da sich bisher weder CDU und schon gar nicht die FDP als Vorreiter in Energiefragen geoutet haben würde ich dies erst einmal als untersten Level einrammen.

80% sind also möglich!

Jetzt könnte ich anhand des Energiekonzeptes der Bundesregierung mich abarbeiten, Hinweise, Anmerkungen anbringen und auf 100% mich hocharbeiten.

Viel lieber verweise ich aber auf qualifizierte Studien die sich diesem Thema angenommen haben und alle zum Ergebnis kommen 100% sind möglich.

1. Energieziel 2050 – Die Stromlaststudie des Umweltbundesamt (UBA)
2. Energiekonzept 2050 – Die Machbarkeitsstudie des Forschungsverbunds Erneuerbare Energien (FVEE)
3. Klimaverträglich, sicher, bezahlbar – Die Kostenstudie des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU)
4. Vom Ziel her denken – Die Modellstudie des World Wide Fund For Nature (WWF)
5. Plan B – Die Effizienzstudie von Greenpeace

Keine Angst ich mach jetzt keine Analyse aller Studien. Ich verweise aber gerne auf den Flyer der Online abgerufen werden kann.

 Bekanntlich halte ich wenig von diesen langfristigen Studien. Wichtig ist die Aussage von allen fünf, dass es möglich ist. Nachrangig wird dann sein wer von denen Recht hat. Als Photovoltaik Blog wünsche ich mir natürlich dass der SRU und der FVEE recht behalten. Denn beide haben für 2050 eine Photovoltaik Stromertrag von jährlich 112 TWh/a prognostiziert.

Weniger freuen würde ich mich wenn der WWF recht hätte denn die wollen mit 28 TWh/a auskommen. Die sind in Ihrer Studie aber auch die ober Sparer. Da sag ich nur schön wärs…

Derzeit können ca. 10 TWh/a Photovoltaikstrom im Jahr mit den derzeit installierten Anlagen produziert werden.

Erhard Renz

Warnung vor Habsucht und irdischen Sorgen

Freitag, den 29. Oktober 2010 von Erhard Renz

Sehet die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch
Bibelstelle Mathäus 6,26

Gestern hat die Bundesregierung die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängert. In ihrer Podcast Meldung vom Wochenende hat die Bundeskanzlerin bereits auf diese tolle Entscheidung hingewiesen. Es wären hohe Investitionen in den Ausbau der Erneuerbaren Energien notwendig und die Gelder dafür müsste Sie den großen Energiekonzernen zuschustern.

Warum Frau Merkel meinen Sie die vier Konzerne würden in Erneuerbare Energien investieren? Bisher haben sie es doch auch nicht getan:

In der Hand der kleinen Leute

Am Ausbau der Erneuerbaren Energien waren die “Große 4″ eigentlich die vier Versager da sie nur mit 7% am Ausbau der Erneuerbaren Energien beteiligt waren. Obwohl die Milliardengewinne der Energieversorger in den letzten Jahren dies zugelassen hätte. Allerdings sind die geringen Rediten, die mit Erneuerbaren Energien gemacht werden können, für Energiekonzerne nicht akzeptabel. Investiert haben zu zwei drittel Privatpersonen, Landwirte und Projektierer.

Wer also den Ausbau der Erneuerbaren Energien möchte muß diese Menschen (Private, Landwirte und Projektierer) fördern.

Was aber meint die Regierung? Die Konzerne sollen erst einmal ordentlich Geld (Milliarden) verdienen. Das Geld bekommen Sie natürlich von den kleinen Energieverbrauchern.Danach werden diese Gewinne großzügig von den Konzernen in den Ausbau der Erneuerbaren Energien gesteckt. Natürlich in die “hoch effizienten” Windräder im Meer und in Solarkraftwerke in die Wüste. Windräder in der Nähe von Bürger finanziert durch Bürger sind zwar kostengünstiger aber die will man ja nicht. Windräder die zu sehen sind, sind schlechte Windräder. Jedenfalls denkt so die Bundesregierung.

Dass für Kraftwerke im Meer und in der Wüste keine Netze da sind muß natürlich die Politik klären. Die Konzerne sind ja schließlich “die Vögel” die nicht zum säen sondern nur zum ernten da sind. Wenn die Politik für den Netzausbau (inclusive Ärger mit den Anwohnern) gesorgt (bezahlt wird das Netz sicherlich aus dem Steuertopf) hat. Dann könnten natürlich die Raubvögel ihren Strom an die “Tauben” die den Strom benötigen “günstig” verkaufen! Allerdings zu den Preisen die von den Konzernen als angemessen angesehen werden.

Frau Merkel Sie und ihre Bundesregierung fördern die falschen. Durch das jetzt beschlossene Energiekonzept werden den vier großen Energie Vögeln Milliarden in den Schnabel geschoben. Den Ausbau der Erneuerbaren Energien haben aber die Bürger mit dem Mittelstand sich hart erarbeitet. All dies machen Sie mit dem neuen Energiekonzept platt und rücken die Energieversorgung nach Ihrem gutdünken wieder zurecht.

Wenn die Klimaveränderung, die Knappheit der Ressourcen, die Abhängigkeit von anderen, die Wertschöpfung vor Ort und der Demographische Wandel als ernsthafte Probleme bekämpft werden sollen dann sind die in allen Regionen Deutschlands vorhandenen Erneuerbaren Energien die Lösung.

Das Energiekonzept 2010 der noch Bundesregierung leider nicht. Das Energiekonzept der Bundesregierung ist ein Rückschritt in die Neunziger und wird alte Konflikte wieder aufleben lassen. Denn eines dürfte klar sein. Die Bürger lassen sich nicht mehr alles gefallen auch wenn die andere Seite mit Wasserwerfern und Pfefferspray statt Argumenten um sich sprüht!

Erhard Renz

Energiekonfus statt Energiekonzept

Donnerstag, den 28. Oktober 2010 von Erhard Renz

Heute wird der Bundestag ein Energiekonzept beschließen. Wenn die CDU/CSU und FDP ihr vorgeschlagenes Energiekonzept verabschieden ist dies eine Katastrophe für die Branche der Erneuerbaren Energien. Vor allem für die Windenergie Onshore und die Photovoltaikbranche.

Dabei geht es mir nicht um die sicherlich auch vorhandenen Milliardengeschenke die den vier Atomkonzernen durch die Laufzeitverlängerung zugeschustert werden. Es geht mir um das Katastrophale Signal das von der Bundesregierung in alle Welt posaunt wird.

Deutschland schafft es nicht aus der Atomenergie auszusteigen!

So wird es weltweit aufgenommen werden wenn bekannt wird, daß wir nach 10 Jahren beschließen “wir schaffen den Atomausstieg nicht”. Obwohl Deutschland auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien weltweit anerkannt führend ist. Wenn Deutschland den Umstieg nicht schafft dann werden andere Länder erst gar nicht den Mut haben damit anzufangen. Diese Länder werden uns sagen: “Warum sollen wir Windräder und Solaranlagen bauen wenn die schmutzigen Kraftwerke nicht abgeschaltet werden können?”

Dabei sollten die Branche der Erneuerbaren Energien in Zukunft von Deutschland aus exportiert werden. Mit diesem “Versagerimage” was uns die Bundesregierung momentan anhängt wird dies nicht gelingen. Es sind genau die Politiker die uns den Ausbau der Erneuerbare Energien auf 12,5% bis 2010 nicht zugetraut haben. Sie können sich natürlich nicht irren und können aber den Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2020 nicht mehr aufhalten. Doch was danach kommt diese Entwicklung wollen sie gestalten und verbiegen zum Nutzen der vier Konzerne. Nur um zu zeigen Sie hätten schon immer recht gehabt Erneuerbare Energien können den Energiebedarf nicht decken.

Ich hab die Entwicklung bis 2050 aus dem Energiekonzept mal dargestellt.

Energiekonzept 2010 der Bundesregierung

Die beiden Linien zeigen die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energiequellen auf. In 2008 konnten die Erneuerbaren Energien mit 93 TWh Strom zum Strommix beitragen. Laut dem Energiekonzept der Bundesregierung wird bis 2020 diese Strommenge auf 193 TWh ansteigen.

Beim Energiekonzept soll bis 2050 der Stromverbrauch um 20% von 614 TWh auf 460 TWh (Balken – Strombedarf) gesenkt werden. Da ”nur” 80% dieses Strombedarfs aus Erneuerbaren Energiequellen stammen soll, bleiben von den 460 TWh nor noch 368 TWh übrig.

Im Meer soll der Ausbau der Windräder eine Stromproduktion von mindestens 68 TWh ermöglichen. Es könnte aber auch eine um 45 TWh höhere Erzeugung realisiert werden. Dann kämen insgesamt 113 TWh Offshore zusammen.

Ebenso möchte die Bundesregierung weiterhin von Stromimport abhängig sein. Auch hier wird eine Spanne von 60 TWh bis 120 TWh angegeben.

Damit bleiben im extrem ungünstigen Fall (113 TWh Offshore und 120 TWh Import) für die “deutschen”  heimischen regionalen Erneuerbaren im Jahr 2050 nur 135 TWh übrig. Dies würde bedeuten wir müssten Kraftwerke mit einer Kapazität von 59TWh zwischen 2020 und 2050 zurückbauen? Wer solch einen Schwachsinn als sein Konzept verkauft hat kein Energiekonzept sonder ein konfuses Verständnis von regionaler Wertschöpfung aus Erneuerbaren Energien.

Auch wenn man von der “Softvariante” (68 TWh Offshore und 60 TWh Import) ausgeht bleiben im Jahr 2050 nur 240 TWh für Erneuerbare Energien. Das wären 47 TWh (240 TWh – 193 TWh) die in 30 Jahren (In Worten dreißig Jahren) zugebaut werden dürften.

Liebe Bundesregierung allein die Photovoltaikbranche wird in einem Jahr (2010) ca. 8 -9.000 MW Photovoltaikanlagen installieren die ca. 7 bis 8 TWh Strom im Jahr produzieren. Wenn die Regierung der gesamten Erneuerbaren Branche nur 2 TWh im Jahr zubilligt dann kommt dies einem Berufsverbot oder anders gesagt einer Entlassungswelle bei den Erneuerbaren Energien gleich.

Liebe CDU/CSU und FDP eure Laufzeit wird nicht bis 2050 reichen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Ich habs mir überlegt ich sags doch. Wir werden euch abwählen!

Erhard Renz

Energiekonzept ignoriert die Photovoltaik

Freitag, den 8. Oktober 2010 von Erhard Renz

Jetzt habe ich mir das ganze Energiekonzept der Bundesregierung gegönnt. Sicherlich waren es keine 36 Seiten voller praller Lebensfreude aber schließlich muß es ja einer mal lesen. Ich finde zumindest die definierten Ziele als bemerkenswert. Vor zehn Jahren wären diese Zahlen auf einem grünen Parteitag noch belächelt worden. Jetzt sind diese Zahlen mitten in der Gesellschaft angekommen.

Energiekonzept 2010

Bis 2050 sollen 80% des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen! Aber auch die anderen Ziele wären vor Jahren nicht diskutabel gewesen. Wer diese Zahlen vor 10 Jahren gefordert hätte wäre als Spinner abgetan worden. Deshalb diese Ziele ausdrucken und immer parat haben in allen Gesprächen!
Was auch erträglich ist sind die Entwicklungszahlen bis 2020 obwohl auch hier die Branche weitaus mehr könnte wie das Konzept vorsieht.

So weit so gut, aber…

Die Kanzlerin verkauft dieses Konzept als “Revolution” und verkennt dabei, dass SPD und Grüne diese Revolution bereits im Jahr 2000 mit dem Erneuerbaren Energien Gesetz begonnen haben. Umweltminister Röttgen meinte “Wir haben gemeinsam einen Fahrplan in das Zeitalter der erneuerbaren Energien aufgestellt”. Auch er ignoriert, dass der Zug schon lange fährt und Deutschland sowohl bei Wind als auch Sonnenenergie Weltmarktführer ist.

Wir haben heute bereits eine Stromproduktion von ca. 93 TWh Erneuerbaren Strom bei einer jährlichen Stromproduktion von ca. 614 TWh erreicht. Da im Konzept eine Reduzierung des Stromverbrauchs bis 2020 von 10% vorgesehen ist, werden 2020 nur noch 552 GWh Strom verbraucht. Bei 35% erwartetem Stromanteil aus Erneuerbaren Energien heißt dies einen Ausbau um 100 GWh auf 193 GWh bis 2020!

Da im Energiekonzept eine Verbrauchsreduzierung von 25% bis 2050 vorgesehen ist werden nur noch 460 TWh Strom bis dahin jährlich benötigt. Davon 80% sind 368 TWh Strom aus Erneuerbaren Energien.
Allerdings möchte Angie viel Windkraft auf dem Meer (Offshore) installieren. Wenn ich die Energieszenarien anschaue dann ist da von 68 bis 113 TWh Strom (Energieszenario A 1-12) die Rede.
Ebenso wird von einem Stromimport zwischen 60 und 140 TWh (Energieszenario S. 115) geredet.

Das bedeutet bei einem Bedarf von 368 TWh werden mind. 60 TWh importiert und mind. 68 TWh auf dem Meer produziert. In diesem günstigen Fall bleiben 240 TWh Strom für die “regionalen Erneuerbaren Energien” übrig.

Wenn viel Meeres Windstrom (113 TWh) und viel (140 TWh) importiert wird dann bleibt ein Rest von 115 TWh Strom für die “regionalen Erneuerbaren Energien” übrig.

Es werden also zwischen 115 TWh bis 240 TWh Strom aus regionalen Erneuerbaren Energien in 2050 benötigt!

Da heute schon die Erneuerbaren Energien 93 TWh Strom im Jahr 2008 produziert haben und bis 2020 locker ein Volumen von 193 TWh Strom ökologisch sinnvoll vor Ort erzeugt werden kann, bedeutet das Konzept von der Bundesregierung ab 2020 ein Stillstand und evtl. sogar ein Rückschritt bei den “regionalen Erneuerbaren Energien”.

Damit entlarvt sich das Konzept der Bundesregierung als ein Ausstieg aus der weltweiten Führerschaft bei regionalen Erneuerbaren Energien. Dem werden wir nicht folgen Frau Merkel, wir werden auf jeden Fall mehr Solar- und Windkraftanlagen bauen wie sie in Ihrem planlosen Konzept vorgesehen haben!

Erhard Renz

Energiekonzept

Dienstag, den 28. September 2010 von Erhard Renz

Das Armutszeugnis der jetzigen Bundesregierung bezüglich Energievision ist da. Die Bundesesregierung nennt es Konzept. Bitte nicht ausdrucken es wäre Papierverschwendung. Maximal als pdf aufrufen, ankucken und vielleicht auch lesen.

Ihr werdet feststellen das Wort Photovoltaik wird achtmal verwendet.

Viermal um die Kürzungen der Einspeisevergütung (2010) zu verherrlichen.

Zweimal wird es als Beispiel für flukturierende Energieträger benannt.

Ein weiteres mal um auf die Innovationsallianz hinzuweisen und einmal wird die Fassaden-Photovoltaik erwähnt die anscheinend wieder besonders gefördert werden soll. Na da hat die Bundesregierung zumindestens was gelernt denn diese besondere Vergütung wurde von schwarz/rot im EEG ab 2009 gestrichen. Haben wir dies etwa dem Brüderle zu verdanken?

Unterdem Strich bleiben also die Innovationsallianz und die Fassaden Photovoltaik. Für eine Entwicklung und Umsetzung einer langfristigen, bis 2050 reichenden Gesamtstrategie ist das ein klein bißchen wenig.

Meine jedenfalls ich!

Zu einer detaillierteren Analyse bin ich heute noch nicht in der Lage. Dieses Mauschelpapier geht mir zu sehr auf die Nerven. Aber in den nächsten Tagen werde ich mich leider damit auseinander setzen müssen.

Erhard Renz

Energiekonzept der Bundesrepublik

Montag, den 27. September 2010 von Erhard Renz

Nachdem in letzter Zeit viel über die Absprachen der Bundesregierung mit den vier Energiekonzernen geschrieben wurde geht die Gesetzesänderung jetzt langsam in die parlamentarische Realität über. Die erste Beratung im Bundestag findet am kommenden Freitag den 1.10.2010 um 9:00 Uhr bis 15:05 Uhr statt. In dieser ersten Beratung müssen die Regierungsparteien endlich Farbe bekennen wie sie sich den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorstellen.

Dass die Bundesregierung mit diesem Gesetz eilig hat ist an der Terminfestlegung für die zweite und dritte Lesung im Bundestag am 29. Oktober 2010 erkennen. Am 26. November will die Koalition das Gesetz dem Bundesrat lediglich zur Kenntnisnahme vorlegen. Dass dann geänderte Atom- und Energiekonzept soll dann zum 1.1.2011 in Kraft treten. Es sei denn das Bundesverfassungsgericht tritt auf Antrag der Oppositionsparteien auf die Bremse!

Es bleibt also nicht viel Zeit um auf die Unzulänglichkeiten des aktuellen Energiekonzeptes der Bundesregierung zu reagieren. Inzwischen haben auch die Grünen die Abbauziele der Bundesregierung erkannt und kommentiert. Der Bundesverband Windenergie reagierte bereits mit seinem Artikel 5 Jahre Restlaufzeit für Windenergie. Den Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW) läßt das ganze kalt. Selbst eine Aufforderung des BWE in Gespräche einzutreten beantwortet der BSW nicht.

Mit dieser Ignoranz der Solarbranche den anderen Erneuerbaren Energien wird der hervorragende Ruf der Solarenergie aufs Spiel gesetzt. Die Solarbranche ist vom Energiekonzept der Bundesregierung und der Laufzeitverlängerung genauso betroffen wie alle anderen Erneuerbaren Energien. Es gilt die dezentralen Energien im Gesetzgebungsverfahren angemessen zu vertreten. Momentan sehe ich in der Solarbranche keinen Verband der dies adäquat tun könnte!

Erhard Renz

Noch 7 Jahre Restlaufzeit für die Photovoltaik

Mittwoch, den 8. September 2010 von Erhard Renz

Das Energiekonzept der Bundesregierung begrenzt den Ausbau der Photovoltaik auf die nächsten 7 Jahre. Wobei dies die maximale Laufzeit wäre wenn wir in den nächsten Jahren keine Steigerung der Installationszahlen hinbekommen würden. Damit hat die Photovoltaikbranche sogar noch eine längere Perspektive zugeteilt bekommen wie die Windenergie die nur noch 5 Jahre Laufzeit erhalten soll.

Die Photovoltaik hat in den letzten Jahren ein enormes Wachstum hingelegt.
Im Jahr 2007 produzierten Photovoltaikanlagen “nur” 3 TWh Strom.
Bereits in 2008 stieg die Produktionsmenge auf 4,4 TWh Strom um dann im Jahr 2009 auf 6,6 TWh Strom anzusteigen. Also jeweils eine Steigerung von rund 50% Strom wie im Jahr zuvor.

Das Jahr 2010 dürft erstmals die 10 TWh Stromgrenze überschreiten und in den Folgejahren rechne ich mal konservativ mit je 3 TWh zusätzlich. Da die Bundesregierung bis 2020 aber nur ein Potential von 31 TWh ausbauen möchten, ist ab 2018 Schluß mit Lustig in der PV Branche. Vielleicht wäre Angela Merkel (wenn noch Bundeskanzlerin) aber auch gnädig und würde uns 2018, 2019 und 2020 nochmals jeweils 3 TWh Strom installieren lassen. So eine Art Laufzeitverlängerung wäre dass dann.  Dann hätten wir ein Photovoltaik Stromproduktion von 40 TWh bereits in 2020 erreicht!

Danach hätten wir zumindest von 2020 – 2050 Ruhe und bräuchten keine einzige Photovoltaikanlage mehr bauen und wir hätten trotzdem die Ziele des Energiekonzeptes der Bundesregierung für Photovoltaik (39 TWh bis 2050) erreicht und sogar um ein TWh überschritten.

Gut ich wäre in 2020 erst 66 Jahre alt und müsste mich noch nach einem neuen Arbeitsplatz umschauen aber was machen die anderen 30.000 sollen die sich auf die Wartung und Pflege konzentrieren? Wenn ich in das Energiekonzept der Bundesregierung nachschlage sehe ich man will Desertec politisch flankieren ein “Overlay-Netz” planen und ein “Zielnetz 2050″ entwickeln. Auf “praktisch” übersetzt: neue Netze bauen und die Arbeitsplätze und die damit verbundene Wertschöpfung ins Meer und die Wüste verlagern.

Die Bundesregierung will zentrale Energieversorgung und Wertschöpfung bei den Konzernen. Ich will dezentrale Energieversorgung und Werterhaltung bei den Bürgen. So minimal ist der Unterschied.

Ich empfinde die klaren Worte des Bundesverbandes für Wind Energie erfrischend klar und ehrlich und hab mich mal in der Solar Branche umgesehen:

Eurosolar
“Erneuerbare brauchen keine Brücke” und organisiert traditionell eine Anzeigenkampagne in den Printmedien.

SFV e.V.
Auf der Homepage ist die Laufzeitverlängerung noch nicht angekommen.

Bundesverband Solarwirtschaft (BSW)
Auf der Homepage ist die Laufzeitverlängerung noch nicht angekommen.

Deutsche Gesellschaft für Solarenergie (DGS)
Die DGS verlinkt auf ihre Fachzeitschrift Sonnenenergie und philosophiert über den Sinn von Aktiengesellschaften und Atomkraft. Vergisst aber die Solarenergie zu analysieren und kommentieren.

Photon
Selbst die Photon sonst immer für große Sprüche schnell zu haben. Dort wird unter aktuell ein 1,5 MW Solarpark beschrieben. Bei Politik findet sich ein Artikel über Spanische Einspeiseveränderungen vom 11.8.2010. Im Newsletter von Photon hab ich auch nix gefunden.

Photovoltaikforum
Im Forum diskutiert man den Atomausstieg das Energiekonzept ist dort auch noch nicht angekommen.

Solarserver
Hier finde ich zumindest einen hervorragenden Kommentar von Volker Quaschning der es nicht beruhigend findet “dass randalieren, bekifft Autofahren und das Betreiben von Kernkraftwerken versicherungsrechtlich gleichgestellt sind”. 

Was will ich damit sagen?
Die Solarbranche ist in einem katastrophalen Zustand was ihre Kommunikation gegenüber der Politik betrifft. Wenn eine Bundesregierung ein Energiekonzept veröffentlicht und die eigene Branche dermaßen “in den Eimer” plant erwarte ich Reaktionen. Harte Reaktionen. Die Branche kann solch ein Energiekonzept nicht akzeptieren und dies muß auch klar wie beim Bundesverband Windenergie kommuniziert werden. Damit dies geschieht benötigt die Photovoltaikbranche eine ähnliche Organisation wie die Windenergie in der Hersteller, Planer, Betreiber, Kommanditisten und einfache Mitglieder gemeinsam an einem Strang ziehen. Bei 30.000 Arbeitsplätzen und 600.000 Photovoltaikanlagenbesitzer müsste sowas doch möglich sein.

Die Atommafia erlaubt sich da ganz andere Dinge. Ich verwende das Wort Atommafia weil es ja anscheinend in Ordnung ist eine Branche mit der Mafia zu vergleichen.