Einspeisereduzierung jetzt gehts los!
Donnerstag, den 25. Februar 2010 von Erhard RenzJetzt hab ich mal eine Woche “Frau Merkel” gemacht und mich in die ganzen Streitereien nicht eingemischt. Allerdings war ich die ganzen Tagen in Sachen Solar aktiv. Zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es noch Infos. Aber ob es die Hessische SPD Landesvertretung im Bundestag (Montag), oder die hess. Landtagsabgeordneten Tarek al Wazir (Grüne), Alexander Bauer und Peter Stephan beide CDU (Dienstag) oder die Landräte vom Neckar Odenwaldkreis und Main Tauber Kreis (Mittwoch) waren, keiner der Politiker konnte mir erklären warum bewußt die Einspeisereduzierung auf den 31.12. gelegt wird. Im Gegenteil sagt mir jeder, daß die Sommerdegression einleuchtend wär. Bisher haben aber meine ganzen Aktionen noch keine Resonanz bei den Regierungspolitikern gefunden. Obwohl ich alle Mitglieder des Umweltausschusses angeschrieben habe. Im persönlichen Gespräch konnte mir noch niemand den Sinn erklären warum durch politische Beschlüsse die Hochsaison der Photovoltaikanlagen in den Dezember gelegt wird.
Jeder weiß, die Hochsaison des Speiseeisverkäufers sind die Sommermonate. Dies ist der Natur geschuldet.
Dass wir bisher im Dezember immer am meisten Photovoltaik installiert haben liegt an dem EEG Gesetz und dem dazugehörenden Degressionstermin 31.12. Dies ist allein der Politik geschuldet und nur die Politik kann diesen Unsinn beenden.
Wer sich für eine qualitativ hochwertige, kostengünstige und sichere Photovoltaik Installation einsetzt kann den regelmäßigen Degressionszeitpunkt nicht auf den 31.12. festlegen. Wer dies trotzdem tut widerspricht dem Ansinnen eine kostengünstige Photovoltaik zu bekommen.
Der regelmäßige Degressionszeitpunkt muß im Sommer liegen. Oder noch besser er wird aufgeteilt und zwar in vier Raten. Wenn wir eine 10% Degression auf vier Termine verteilen haben wir jeweils eine Reduktion um 2,5% die sowohl dem Kunden als auch dem Installationsbetrieb keine Schweißperlen auf die Stirn treiben.
Vorteile der Sommer Degression
Wir hatten in 2009 eine monatliche Installationsmenge von 3 MW (Januar) bis 600 MW (Dezember). Betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre eine gleichmäßige Menge von 250 MW. Dann wären die Monteure gleichmäßig rund ums Jahr beschäftigt und damit eine Kostenreduzierung. Wir hätten Monteure die hochwertige Photovoltaikmontagen installieren und keine “Saisonarbeiter” und damit eine Qualitätsverbesserung. Die regionalen Firmen könnten ihre Kunden bedienen ohne dass die “billig Wanderarbeiter” über die Region herfallen. Den Schwerpunkt der Degression zu verteilen oder in den Sommer zu legen bedeutet längere Arbeitszeiten je Arbeitstag sind möglich. Besonders wichtig wenn ein Montagetrupp eine Anfahrt von einer Stunde hat bedeutet eine Kostenreduzierung. Im Vergleich zum Winter können an einem Tag viel größere Anlagen installiert werden eine weitere Kostenreduktion. Der “Sommer Monteur” ist produktiver wie der “Wintermonteur” und damit Kostenreduktion.
Verstetigung der Nachfrage bedeutet auch eine bessere Auslastung der Modullieferfirmen und damit Kostenreduzierung! Wenn unsere deutschen Werke gleichmäßiger produzieren können, bedeutet dies sie können größere Jahres Stückzahlen produzieren, damit werden weniger Module importiert was sich ebenfall Volkswirtschaftlich bemerkbar macht.
Wenn die 7 wöchige Schneeperiode nicht am 24.12.2009 bis 12.2.2010 sondern bereits vom 12.11.2009 bis 24.12.2009 gekommen wäre, hätten viele Installationsbetriebe schlichtweg Insolvenz anmelden können. Dann hätten viele ca. 30% Ihres Jahresumsatzes nicht gemacht. Es wären unzählige Kunden sauer oder gingen sogar gerichtlich gegen ihren Installationsbetrieb wegen “Nichterfüllung der Installation” vor. Wie die Läger der Installationsbetriebe und der Hersteller dann aussehen würden, daran möchte ich erst garnicht denken.
Eine hohe Jahresenddegression (höher wie 5%) ist eine Gefahr für jeden Installationsbetrieb.
Am Schluß möchte ich meine ursprüngliche Motivation (Dez. 2008) noch anmerken die bisher aber kaum jemanden interessiert hat. Die Sicherheit unserer Monteure. Wer eine Winterdegression (Ende 2010 erneut mehr als 10%) beschließt ist Verursacher der Jahresendralley und hat es mit zu Verantworten wenn durch winterliche Einflüsse Monteure genötigt sind auf nicht einwandfreie Dächer versuchen eine ordentliche Arbeit abzulegen.
Deshalb mein Vorschlag an die Politik sich zu überlegen ob anstelle einer 16% Reduktion und anschließend einer Jahresenddegression von über 10% folgende Degressionsprozentsätze und Termine zu beschließen.
8% Degression zum 1.7.2010
3% Degression am 1.10.2010
3% Degression am 1.1.2011
3% Degression am 1.4.2011 usw.
Für diese nachhaltige Sommerdegression werde ich bis zum Gesetzgebungsbeschluß kämpfen. Das was CDU/CSU und FDP verabredet haben ist Diskussionswürdig aber noch lange nicht beschlossen. Natürlich bin ich weiterhin auf der Suche nach den vielen Anregungen (so wie z.B. erhöhter Eigenverbrauch) das bestehende EEG zu verbessern. Ich freue mich auf viele Kommentare…

