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Erhard Renz

EEG 2012 wird durchgepeitscht

Dienstag, den 28. Juni 2011 von Erhard Renz

Während wir die letzten Photovoltaikanlagen im ersten Halbjahr installieren bringt die Bundesregierung das EEG für 2012 in trockene Tücher. Da zu befürchten war, daß die Einspeisevergütung zum 1.7.2011 reduziert wird haben wir natürlich versucht möglichst vielen Kunden vor dem 1.7.2011 ihre Photovoltaikanlage zu installieren. Dass dieser Zeitdruck nicht nötig gewesen wäre war ja niemandem klar. Jedenfalls sind unsere Monteure momentan ganz schön ausgelastet. Unser Vertrieb natürlich auch, denn durch die Bekanntgabe des niedrigen Ausbaus in 2011 wird es zum 1.7.2011 keine Absenkung der Einspeisevergütung geben und viele unserer Interessenten haken derzeit nach. Die Beschäftigungslage ist also gut.

Diesen Moment nutzt natürlich mal wieder unsere Bundesregierung um Ihre nicht durchdachten Gesetzesänderungen durch die Instanzen zu peitschen. Gestern fanden die letzten Verhandlungsrunden zwischen Regierungsfraktionen (CDU, CSU und FDP) und den Ministerien statt. Heute werden von den Oppositionsfraktionen die Änderungsanträge verabschiedet. Morgen finden in den Ausschüssen die abschließenden Beratungen und die Abstimmungen statt. Im Plenum des Bundestages werden am Donnerstag die Gesetze vom Bundestag abschließend debattiert und in zweiter und dritter Lesung abgestimmt. Am Freitag darf sich dann der Bundesrat nochmal dazu äußern aber dies ist bereits “für die Katz” denn der Bundesrat ist nicht zustimmungspflichtig.

Die Bürgerbeteiligung ist auch für “die Katz”, denn wer will in den nächsten Tagen aktuell informiert sein? In jedem Gespräch müsste ich fragen hast du schon das neueste aus dem “xxx” Gremium gehört?
Nächste Woche wenn alles entschieden ist kann man sich das vermurkste EEG 2012 dann anschauen. Man kann dran “rummerkeln” und seinen Senf dazugeben.
Unter einer Demokratie verstehe ich was anderes!
Unter Bürgerbeteiligung auch.

Wer eine Energiewende weg von zentralen Kraftwerken hin zu dezentralen Kraftwerken wirklich will der muß die Bürger einbinden. Deshalb Frau Merkel ist Ihre Energiewende wie Sie sie momentan gestalten Scheinheilig und einer christlichen Partei unwürdig.

Erhard Renz

Sie könnens nicht lassen

Montag, den 30. Mai 2011 von Erhard Renz

Anstatt sich um einen klaren, verständlichen Atomausstieg zu kümmern haben die Regierungsparteien CDU, CSU und FDP mal wieder gegen die Photovoltaik lästern müssen. Als ob Sie gestern ihre Hausaufgaben schon gemacht hätten. Einen Atomausstieg innerhalb ihrer drei Parteien zu beschließen.

Die bisher bekannt gegebenen Absprachen sind alles andere als klar oder nachvollziehbar. Sieben Atomkraftwerke sollen nicht mehr angefahren werden aber eines oder zwei sollen im Kaltbetrieb Einsatzbereit sein. Kaltbetrieb soll bedeuten, wenn im Winter nicht genug Strom produziert werden kann schaltet man das Kraftwerk wieder an. Siegmar Gabriel hat gleich geantwortet und gesagt Angela Merkel müsste wissen wie lange das hochfahren eines Atomkraftwerkes dauert. Die technische Begründung ist also Makulatur. Bleibt nur noch die finanzielle Begründung, man gibt dem Kraftwerksbetreiber jährlich 50 Millionen damit er im Kaltbetrieb seine Mitarbieter vor sich hindösen läßt…

Was bis 2021 passiert wird natürlich noch nicht verraten. Aber 2021 sollen alle Atomkraftwerke abgeschaltet sein. Halt hier gibt es natürlich auch noch ein Hintertürchen (Scheunentor!) es soll einen Sicherheitspuffer geben. Diesmal sind es drei Atomkraftwerke die auch noch 2022 Atomstrom produzieren dürfen.

Wir sollen also das Risiko eines Atomgaus noch mehr als 11 Jahre tragen. Da sag ich nein, jeder Tag länger ist ein Risiko deshalb alle Atomkraftwerke abschalten sofort! Wenn keines der deutschen Atomkraftwerke die Sicherheitsstufe 3 (Absturz eines größeren Flugzeuges) übersteht dann kann auch ein Ethikrat dieses Manko nicht am Kaffeekränzchen wegreden.

Natürlich hatte die Regierungskoalition noch die Zeit eine “stärkere Kürzung” wie sie von Umweltminister Norbert Röttgen (bereits 24 % !) anzukündigen. Ich empfehle der Bundesregierung erst einmal einen ordentlichen Ausstieg aus der Atomenergie zu beschließen. Anschließend sich auf dem Internationalen Parkett für einen Ausbau aller erneuerbarer Energien stark zu machen. Es gibt genug bedrohliche Meldungen die den schnellstmöglichen Ausbau von Erneuerbaren Energien nötig machen!

Erhard Renz

EEG Erfahrungsbericht

Dienstag, den 17. Mai 2011 von Erhard Renz

Jetzt liegt der EEG Erfahrungsbericht (Stand 3.5.2011) der Bundesregierung vor. Mit diesem Erfahrungsbericht erfüllt die Bundesregierung ihre Berichtspflicht und sie stellt umfassend dar welche Änderungen  sie z.B. im EEG anstrebt.

Auf zwölf Seiten (S. 122-134) werden die Erfahrungen mit Photovoltaik beschrieben. Mir fällt als erstes auf, daß nach belieben die Zahlen aus dem Jahr 2010 hinzugenommen oder aber (bewußt?) nicht erwähnt werden.

Dies fällt besonders bei der Grafik der Vergütungssätze auf.
Vergütungssätze aus Erfahrungsbericht

Wir liegen momentan bei kleine Anlagen bei 28,74 Cent Vergütung. Gegenüber den 33,03 Cent die im “Erfahrungsbericht” dargestellt wird sind dies ca. 4,3 Cent weniger. Aber dann wäre ja auch klar geworden, dass wir bereits enorme Kostenreduzierungen in der Photovoltaik realisiert haben. Bei dieser Kostenreduzierung konnte bisher keine andere Erneuerbare Energieform mithalten.

Ähnlich sieht es auch bei dieser Grafik aus:
Entwicklung der Stromerzeugung aus Photovoltaik

Für die Vergütungen aus dem Jahr 2010 liegen überraschender Weise keine Werte vor. Ein Schelm wer böses dabei denkt! Wieviel CO2 eingespart wird konnte natürlich berechnet werden. Interessiert aber eigentlich kein Mensch im Erfahrungsbericht. Schön finde ich aber die Arbeitsplätze Entwicklung. Im Atomkraftbereich werden ca. 40.000 Arbeitsplätze in Deutschland statistisch erwähnt. Dass die Photovoltaik inzwischen das zweieinhalbfache an Menschen ernährt finde ich toll.

Nicht logisch erscheinen mir die Parameter für die Berechnungen der Stromgestehungskosten.
Parameter für Stromgestehungskosten Photovoltaik

Den Fremdkapitalzins bei kleinen Anlagen (10.000 Euro) gleich zu setzen mit Millionenprojekten halte ich für absoluten Quatsch. Großkunden haben bei der Bank immer bessere Konditionen wie ein Kleinkunde. Es erschließt sich mir ebenfalls nicht warum eine Freiflächenanlage mit 70% Eigenkapital finanziert werden soll? Im Gegenzug wird die Kleinanlage mit 10% Eigenkapital eingesetzt. Klar ist aber, daß genau mit diesen Berechnungen anschließend die pauschalen Aussagen untermauert werden…

Wie stark sich die Anlagengröße in den letzten Jahren verändert hat kann in der Grafik Verteilung Anlagengrössenklasse beobachtet werden.
Anlagengröße der gebauten Photovoltaikanlagen

Im Jahr 2000 wurden 68% der Leistung auf kleine Dächer mit max. 10 kWp installiert. Im Jahr 2009 waren dies nur noch 12%. Damit dürfte auch klar sein wo die Arbeitsplätze entstehen. Nicht beim kleinen Elektrohandwerker sondern immer mehr bei den Systemhäusern die auch größere Anlagen bauen können. Die Preisdifferenz von 800 Euro (ca. 40%) zwischen 2.030 Euro je kWp für eine Megawattanlage und 2.830 Euro für eine Kleinanlage zeigt wie groß inzwischen die Kostenspanne zwischen diesen Kraftwerken ist.
zukünftige Entwicklung PV Vergütung

Am spannendsten finde ich aber den Ausblick den der EEG-Erfahrungsbericht gibt. Bei einer PV-Vergütungshöhe entsprechend dem Zubau des von der Bundesregierung gewünschten Ausbaupfads werden wird ab 2015 sensationell günstige Photovoltaikpreise sehen.

Für Dachanlagen wäre die Vergütungshöhe bei 16 Cent je kWh. Bei einem derzeitigen Strompreis von 23 Cent kann ich mir kaum noch vorstellen, dass dann irgendjemand auf den Bau einer Photovoltaikanlage auf seinem eigenen Dach verzichtet?

Ich weiß auch nicht welche Stadtwerke dann noch eine Windkraftanlage im Meer finanzieren sollen, die für Windstrom vom Meer derzeit 15 Cent erhalten, wenn eine Photovoltaik Freiflächenanlage den Strom direkt neben der Stadt für 12 Cent produziert?

Photovoltaik wird bereits in vier Jahren so günstig sein, daß diese ganzen Ausbaupläne von Netzinfrastruktur innerhalb Deutschland in die Schubladen wandern dürften. Vor allem wenn ich die momentanen Ideen anschau Strom kurzfristig in Batterien zwischen zu speichern und langfristi evtl. in Methan umzuwandeln. Das Methan wäre dann in die Gaspipelines leicht zu integrieren(speichern).

Die im Erfahrungsbericht aufgezeigten Handlungsempfehlungen sind pauschal und wenig innovativ. Wichtig wäre aus meiner Sicht eine eigene Kleinanlagen Vergütung bis 10 kWp um diese Kunden nicht aussen vor zu lassen. Die Bemessungsgrundlage für den atmenden Deckel halte ich für ein Glücksspiel und es könnte leicht über oder untersteuert werden. Letztendlich müsste der Politik endlich klar werden, der Ausbau der Photovoltaik wird durch die Kostenreduktion für immer mehr Menschen interessant. Die Menschen werden den Ausbau der Photovoltaik weiterhin konsequent finanzieren. Aber wenn dies geschieht muß die Bundesregierung endlich erkennen, daß dazu ein Netzausbau in jeder einzelnen Gemeinde unbedingt erforderlich ist.

Anmerken möchte ich allerdings noch die nicht akzeptablen Eigenkapitalrenditen bei anderen Techniken die im Vergleich zur Photovoltaik anscheinend als “normal” angesehen werden.

Eigenkapitalrendite von 12 % bei Onshore Windkraft! Bei guten Standorter (120% Standort) bis zu 14%!!! (s. S. 111+112)

Bei Offshore Windkraft wird sogar empfohlen ein “Stauchungsmodell” für die Anfangsvergütung einzuführen. Dies würde bedeuten die Konzerne haben Ihre Kosten (und mehr) bereits nach 12 Jahren eingespielt und können mit den abgeschriebenen Windrädern gute Gewinne einfahren. Der kWh Preis liegt beim Stauchungsmodell bei 19 Cent!

Was würde die Bundesregierung sagen wenn ich ein Stauchungsmodell für kleine PV Anlage fordern würde? Zwanzig Prozent höhere Einspeisevergütung dafür kürzere Laufzeit des EEG?

Sicher würde mich Herr Dr. Pfeiffer wieder als Solarmafia bezeichnen.

Erhard Renz

Offshore Windräder ohne Risiko aber mit 12% Rendite

Donnerstag, den 24. März 2011 von Erhard Renz

Jetzt nachdem die letzte Bürgerbeteiligung an einem Offshore Windpark (Butendiek) weg ist bestimmen die Konzerne der Bundesregierung was benötigt wird! Für die Wind-Vision der Großkonzerne soll die Bundesregierung eine richtig fette Finanzspritze locker machen.

Da soll zum einen je Kilowattstunde Strom plötzlich 18 Cent vergütet werden es soll Risikobeteiligung und Darlehen geben. Bei der Kabeltrassenführung soll auch noch unterstützt werden. Verkauft wird die Meldung damit, daß die Bürger Windräder an Land nicht mögen. Vielleicht sollten wir den Bürgern mal sagen, daß an Land Windräder zu den halben Kosten Strom produzieren! Dass die Bürger dann selbst Windräder bauen, warten und betreiben können. Wir sollten dem Bürger sagen, dass Windräder an Land mit 7% Rendite auskommen müssen auf dem Meer sollen sie aber 12% bekommen. Was eine Vergütung von 18 Cent bei 10.000 Megawatt und je 5.000 Volllaststunden im Jahr kosten würde will ich erst gar nicht ausrechnen. (habs doch gemacht 9 Milliarden Euro im Jahr)

Begründung gibt es keine, nur die Vermutung, dass 7% für Konzerne halt zu wenig sind. Dann investiert der Konzern nicht. Wenn er allerdings eine Rendite erzielt die bei 12% liegt und die Windräder nach 9 Jahren schon abgeschrieben sind, dann macht es wieder richtig Spaß! Nach 9 Jahren schon alle Kosten drin, letztendlich “fast” ohne Risiko. Danach kann der Strom über die eigenen Netze an die eigenen Kunden verkauft werden. Ein sicheres Geschäft halt. Für den Ausbau der Übertragungsnetze müssen dann wieder die Naturschützer herhalten die ja berufsmäßig den Ausbau von Stromtrassen ausbremsen…

Ich frag mich was das soll. Wenn die Bundesregierung Windkraft ausbauen will, dann soll Sie eine erhöhte Förderung der Windenergie auf dem Land beschließen. Da würde ein Cent mehr pro kWh bereits viele Projekte anstoßen. Die Finanzierung würde durch die Bürger gestemmt und die Wertschöpfung bliebe vor Ort. Eine erprobte Technik die weltweit exportiert wird. Aber nein die Förderung soll ja den Konzernen zu Gute kommen. Die sollen wenig Risiko tragen und danach mit abgeschriebenen Windrädern den anderen Betreibern Konkurrenz machen.

Mir wäre eine Photovoltaikvergütung mit 12% Rendite und kurzer Laufzeit auch recht. Das gäbe einen richtigen Boom. Nur haben wir keine Lobby die solche Wünsche nach Berlin zur Kanzlerin tragen kann. Oder gibt es jemand der Angela Merkel den Vorschlag macht wir wollen eine Vergütung mit 12% Rendite auf neun Jahre. Für den regionalen Netzausbau erhält der netzbetrieber ebenfalls eine 12% Rendite plus KfW Darlehen…

Aber irgendwie hab ich das Gefühl dass uns selbst Brüderle nicht folgen würde…
Vielleicht sollten wir ihn mal zum Äbbelwoi einladen.

P.S.: Solarstrom vom Acker wird spätestens 2014 schon günstiger sein wie 18 Center! Warum dann ins Meer?

Erhard Renz

Die Solarrekorde purzeln

Montag, den 21. März 2011 von Erhard Renz

Heute scheint es einen neuen Solarrekord zu geben. Über 11.000 MW Photovoltaikleistung soll um die Mittagszeit produzieren. Zwar sind die Prognosen der Strombörse mit Vorsicht zu genießen aber wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich nur eines: blauer Himmel
Odenwälder blauer Himmel
Der Einspeiserekord von Photovoltaik liegt bei 11.134,4 GW am 2.3.2011 um 12:15 Uhr. Diese Werte werden im viertelstunden Takt veröffentlicht.

Die Frage die sich mir stellt ist, wie wird dieser Rekord in nächster Zeit ansteigen. Bei bundesweitem herrlichem Sonnenwetter müsste es doch möglich sein eine Abschätzung vorzunehmen.

Der Einstrahlwinkel verändert sich täglich, die Temperatur steigt kontinuierlich und jeden Tag werden neue Photovoltaikanlagen ans Netz angeschlossen. Der bessere Einstrahlwinkel und die neuen Photovoltaikanlagen erhöhen die Werte und die hohen Temperaturen werden die bundesweiten Höchstwerte reduzieren… Wo geht also die Reise hin? Welchen Spitzenwert werden wir in diesem Jahr erreichen?

Gut wäre es wenn wir am 21. und 22.5.2011 viel Sonnenschein haben. Denn an diesen beiden Tagen werden nur 4 von 17 Atomkraftwerken am Netz sein. Da müssen dann die Solarmodule und Windräder zeigen was sie können.

Dank der chaotischen Energiepolitik der letzten zwei Jahre gehen wir in diesen Streßtest ziemlich unvorbereitet rein. Es macht halt keinen Sinn einmal die Verlängerung von Laufzeiten von Atomkraftwerken zu beschließen. Den Photovoltaikanlagen Besitzer vorzuschreiben, man müsste nachrüsten um Photovoltaikanlagen aus der Ferne abschalten zu können. Aus Angst es wäre zuviel Solarstrom im Netz um anschließend 7 Atomkraftwerke ohne Vorplanung vom Netz zu nehmen. Jetzt brauchen wir wieder jedes kWp. Aber rumjammern weil keine Speicher vorhanden sind. Wo sollen die auch herkommen. Es macht derzeit keinen Sinn in Speicher zu investieren. Sinn vielleicht schon, nur wäre es unwirtschaftlich und wenn ich es machen würde, dann hätte ich ruck zuck wieder den Ökospinner Titel am Hals.

Also liebe Bundesregierung wie wärs einmal mit einer Energiepolitik die so wie unsere Photovoltaik Spitzenleistung von Tag zu Tag mehr und kontinuierlich ausgebaut wird. Das Aktionsprogramm vom Bundesverband Erneuerbare Energien gibt dazu sicherlich eine gute Anleitung. Wenn wir alle Atomkraftwerke abschalten wollen, muß dies politisch begleitet werden. Hau Ruck Aktionen sind da wenig hilfreich. Die Umgestaltung unserer Stromversorgung weg von zentralen Kraftwerken zu dezentralen Strukturen braucht auch ein Verständnis in der Politik. Aber nicht nur Verständnis sondern auch konsequentes handeln. Auch wenn sich die alten Profiteure der Stromversorgung wenig kompromissbereit geben.

Erhard Renz

Atomkraft Moratorium

Dienstag, den 15. März 2011 von Erhard Renz

In die politische Diskussion der jetzigen Merkelschen Entscheidung möchte ich mich nicht einmischen. Aber die Auswirkungen auf die Stromversorgung möchte ich schon mal beschreiben.

Es sollen also sieben Atomkraftwerke drei Monate lang keinen Strom mehr produzieren. Nun ja von den sieben sind drei (Brunsbüttel, Krümmel und Biblis B) momentan sowieso nich eingeschaltet. Es sind also “nur” vier Atomkraftwerke die zusätzlich “abgeschaltet” werden sollen. Diese haben zusammen eine Leistung von ca. 3.800 MW um eine Größenordnung zu bekommen in 2010 wurden ca. 7.000 MW Photovoltaik installiert. Ich weiß natürlich auch, dass Atomkraftwerke nachts nicht abgeschaltet werden können, sondern ihren Strom zu Schleuderpreisen anbieten. Wenn man sich die Strommenge der vier zusätzlich abzuschaltenden Atomkraftwerke in 2010 anschaut kommt man auf 20,5 TWh Strom.

Wenn ich mir allein unsere Strom Import / Export Bilanz anschaue:
Deutschland exportiert Strom

Ups! Da haben wir ja schon fast die 20,5 TWh Strom. Das heißt also hier können die Lichter gar nicht ausgehen. Weil wir die 20,5 TWh Strom ja exportiert haben. Hoffentlich geht jetzt in Frankreich nicht das Licht aus.

Ich könnte natürlich auch mal nachsehen wie lange wir gebraucht haben um zusätzlich 20 TWh Stromproduktion auf die Reihe zu kriegen.
Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien

In 2006 hatten wir 71 TWh Strom aus Erneuerbaren Energien produziert und 2009 waren es gut 94 TWh. Wir konnten also innerhalb von 4 Jahren die Strommenge zubauen die durch das abschalten von 4 Atomkraftwerken verloren geht.

Oder eine Faustformel ein Jahr ein Atomkraftwerk. Wir sollten also mit der Stromlücken Debatte aufhören. Was natürlich geregelt sein will wird die zeitgleiche Produktion von Strom sein. Wir schalten ja aber “dumme” rund um die Uhr produzierende Atomkraftwerke ab und bauen immer mehr Kraftwerke zu die dann Strom produzieren wenn die Menschen ihn brauchen. Also auch da dürfte es in den nächsten drei Monaten kein Problem geben.

Natürlich wäre es uns recht wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet bleiben. Denn dann ist erst einmal wieder Platz in den Netzen für unseren Solarstrom. Die Bundesregierung sollte aber schnellstmöglich sich um Intelligente Zähler und intelligente Netze kümmern. Denn die brauchen noch Anreize und Regelung.

Was natürlich auch noch kommen wird ist die Verteuerung des konventionellen Stroms an der Strombörse. Die 4 alten abgeschriebenen Atomkraftwerke fallen jetzt mit ihrer Produktion ja weg. Dafür kommen vermutlich Gas oder Steinkohlekraftwerke zum Einsatz und die produzieren nicht so günstig. Der Börsenpreis wird also steigen und damit wird die Differenz zwischen Börsenpreis und dem EEG Entgelt kleiner. Auch eine nette Aussicht für uns dann wären die “Photovoltaik macht den Strom teuer” Diskussionen mal wieder weg vom Tisch.

Deshalb finde ich das Moratorium gut aber ein endgültiges abschalten aller 7 Uralt AKW’s wäre viel sinnvoller.

Erhard Renz

Kürzung der Einspeisevergütung – Chance für Schnellentschlossene

Mittwoch, den 23. Februar 2011 von Erhard Renz

Wie die Bundesregierung vor einigen Wochen bekannt gab, wird die Einspeisevergütung für Solarstrom schon zum 1. Juli 2011 gekürzt und nicht wie geplant erst zum 1. Januar 2012. In welchen Umfang gekürzt wird, hängt davon ab wie viel Anlagenleistung 2011 in Deutschland ans Netz gehen. Es wird erfasst, wie viele Anlagen zwischen März und Mai 2011 gebaut werden, dann wird für eine Ganzjahresprognose hochgerechnet. Bis zu einem erwarteten Zubau von 3,5 GWp greift die vorgezogene flexible Kürzung jedoch nicht und tritt erst zum 1. Januar 2012 in Kraft.

Liegt die Zubau-Prognose für 2011 über 3,5GWp beträgt die Kürzung ab dem 1. Juli 2011 3%, übersteigt der Zubau 4,5 GWp wären es 6%. Bei mehr als 5,5 GWp Zubau für 2011 sinkt die Einspeisevergütung um 9%, ab 6,5 GWp um 12% und ab 7,5 GWp neuinstallierter Anlagenleistung um 15%.

Für die Zeit ab dem 1. Januar 2012 wurde eine Senkung der Einspeisevergütung um zusätzliche 9% vereinbart. Sollte sich jedoch die vom Zeitraum März bis Mai ausgehende Prognose als nicht korrekt erweisen, werden die 9% zum Jahresanfang 2012 nach unten oder oben angepasst.

Wer von der höheren Einspeisevergütung profitieren möchte. Der muss die Anlage noch vor dem 1. Juli 2011 in Betrieb nehmen um mit der Vergütung vor dem Stichtag zu liegen.

Die garantierte Einspeisevergütung ist dann ab 1. Januar 2012 für 20 Jahre festgeschrieben. Der Betreiber profitiert aber doppelt von einer frühen Inbetriebnahme. Erstens erhält er eine höhere Vergütung. Zweitens wird die Betriebszeit in 2011 nicht auf die 20 Jahre angerechnet – man erhält also fast 21 Jahre garantierte Vergütung.

Um die Anlage noch vor dem 1. Juli 2011 ans Netz zu bringen, sollte man rechtzeitig mit der Planung beginnen. Dann bleibt auch genug Zeit für die Montage und Anschlusslegung sowie dem Papierkram wie Finanzierung, Steuer und Versicherung.

Besonders attraktiv kann die Nutzung von Solaranlagen für den Eigenverbrauch sein. Dabei spart man Kosten für herkömmlichen Strom (den man bisher gekauft hat) und profitiert unter Umständen zusätzlich durch die Netzeinspeisung der überschüssigen Energie.

Also nix wie ran und schnell bei uns gemeldet am besten Online.

Erhard Renz

Erläuterungen zur “Solarmafia” von H. Pfeiffer

Dienstag, den 8. Februar 2011 von Erhard Renz

Nachdem ich am 20.8.2010 hier im Blog schon mit der Äußerung von H. Pfeiffer nicht einverstanden war habe ich bei Abgeordnetenwatch am 1.9.2010 ihm eine Frage gestellt die er am 19.1.2011 ausführlich beantwortete.

Herr Pfeiffer bleibt also bei seinem Statement der Solarmafia. Dies bedauere ich natürlich sehr weil seine Argumentationen mich nicht überzeugen auch wenn sicherlich sehr viel Arbeit hinter dieser Argumentationskette stand.

Mit befremden stelle ich fest, daß Herr Pfeiffer auch den Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW) und deren Argumente von 2008 für seine Solarmafia Beschimpfung benutzt. Ausgerechnet mit diesem Verband dem BSW hat die Bundesregierung einen Vorschlag zur weiteren Kürzung der Photovoltaik Einspeisevergütung gemacht. Herr Pfeiffer führt den Verband in seiner Solarmafia Begründung an – die Bundesregierung holt sich diesen Verband zum gemeinsam Vergütungs absenken. Tolle Solarmafia! Übrigens sind dem BSW nur 800 Solarunternehmen angeschlossen, wieso sieht die Bundesregierung den BSW als den Vertreter der Solarbranche an???

Als nächstes geht Herr Pfeiffer auf einen der schillernden Vertreter aus der Solarbranche Herrn Franz Asbeck mit seiner Firma Solar-World ein. Dass Asbeck im Sept. 2009 folgenden Satz sagt: “Wir haben in diesem Jahr erneut einen starken Ausbau unseres Geschäfts. Zugleich sind die Preise für Solarstrom-Anlagen deutlich gesunken. Das erlaubt, die Vergütung zu senken” ist doch nichts aussergewöhnliches Herr Pfeiffer!
Seit dem Jahr 2000 hat die PV Branche jedes Jahr einen
starken Ausbau
des Geschäftes gehabt und in jedem Jahr sind die
Preise deutlich gesunken
und in jedem Jahr hat diese Konstellation es erlaubt die
Vergütung zu senken
!
Da hat Asbeck die Wahrheit gesagt und nichts anderes als die Wahrheit! Dies mit dem Wort Solarmafia in Verbindung zu bringen ist unseriös.

Dass die Branche die Installationsmengen niedriger geschätzt hat (im Jahr 2008 geschätzt) wie dann tatsächlich eingetroffen (im Jahr 2010) mag Herr Pfeiffer als “tarnen und täuschen” umschreiben. Ich sage aber die Branche konnte nicht wissen wie stark der Zulauf von Kunden wird und die tolle Marketingkampagne der CDU/CSU/FDP Bundesregierung Anfang des Jahres 2010 konnten wir aus der Solarbranche schon gar nicht erahnen. Wenn Sie und Ihre Kollegen Herr Pfeiffer gewußt hätten welchen Solarboom Sie auslösen, hätten Sie sicherlich auch anders agiert! Die vielen Kunden sind nicht wegen der tollen Rendite sondern wegen der Agitation der Bundesregierung zu uns geströmt!

Dass wir in 2010 letztendlich mehr Photovoltaikanlagen gebaut haben, als alle jemals für möglich hielten, betrachte ich nicht für Mafiös sondern als Lohn für harte Arbeit. Ich lade Sie gerne mal ein, im Winter mit unseren Monteuren, auf den Dächern des Odenwaldes rumzukraxeln.

Über die läppische Vergleichsrechnung der EEG-Differenzkosten gehe ich hier und heute nicht mehr ein. Wer die Kosten sieht aber die Vorteile nicht betrachtet disqualifiziert sich selbst!

Die Beschreibung der Beilage im “Berliner Tagesspiegel” mit einem Kostenvolumen von 50.000 Euro (April 200) mag für die Solarbranche außergewöhnlich sein, in der Energiebranche allgemein sicherlich eine Peanuts Anzeige. Mich würde interessieren wie Herr Pfeiffer die Millionenbeträge (z.B. hier Areva letzte Woche) anderer Energie Branchen bewertet?

(Kleiner persönlicher Hinweis: Ich hab mich von den Idealen (abschalten aller Atomkraftwerken weltweit) noch keinen Millimeter wegbewegt!) Selbst wenn ich es getan hätte, hätte es auch nichts mit Mafia zu tun…

Auch die Spenden von SolarWorld und First Solar für Herrn Kelber in Höhe von 90.000 Euro über drei Jahre halte ich in dieser Höhe für legitim. SolarWorld hat derzeit einen Umsatz von 1,3 Milliarden dann darf man wohl noch spenden und wenn H. Kelber dies ordentlich veröffentlicht ist dies in Ordnung. Oder waren es Zahlungen die über schwarze Konten liefen? Dann allerdings wäre es mafiös was Sie schildern!

Nach diesem Absatz kommen mehrere Absätze in denen sich Herr Pfeiffer wiederholt über die hohen Kosten ausläßt aber die Vorteile unberücksichtigt läßt. Ich laß diese Absätze auch in meiner Kommentierung aus. Im Kreis rumlaufen muß ich nicht.

Der kuriose Vergleich von Stromgestehungskosten aus abgeschriebenen Atomkraftwerken und neuen Photovoltaikanlagen kann Herr Pfeiffer nicht allen Ernstes als Beleg für mafiöse Strukturen in der Solarbranche anführen. Höchstens für seine eigene Voreingenommenheit der Photovoltaik gegenüber. Ein fairer Vergleich sind die Gestehungskosten aus abgeschriebenen Photovoltaikanlagen mit den 2,46 Cent aus Atomkraft. Da keine Kosten für den “Brennstoff” Sonne einzurechnen sind fallen nur Wartungskosten an. Herr Pfeiffer seien Sie mal ehrlich wie sollen da 2,46 Cent je Kilowattstunde entstehen? Wer aber die Kosten vergleicht der muß auch die Rendite vergleichen. Mit welchen Renditen kalkulieren AKW Besitzer wenn sie diese Kilowattstunde für 23 Cent verkaufen? Was soll der Photovoltaikanlagenbesitzer als Verkaufspreis kalkulieren wenn er nach 20 Jahren keine EEG Vergütung mehr bekommt?

Dass die Kernenergie die Erneuerbaren Energien nicht behindert ist leider keine korrekte Aussage. Sie wissen genau, daß bereits Windräder abgeschaltet werden weil zu viel Strom im Netz ist. Selbst negative Strompreise werden in solchen Zeiten erzielt. Wenn man sich dann an der EEX anschaut welche Kraftwerke noch am Netz waren, dann waren die Kernkraftwerke dabei. Da die Energieversorger dieses abschalten den Windradbesitzern bezahlen müssen wird den Erneuerbaren Energien dieser Vorgang auch noch negativ ausgelegt. Dies sind die real existierenden Behinderungen durch die Kernenergie.

Den persönlichen Erfahrungen von H. Pfeiffer kann ich natürlich nicht widersprechen:

“In meiner Tätigkeit als Energiekoordinator bzw. wirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsfraktion stehe ich seit Jahren im engen Kontakt mit allen möglichen Firmen und Konzernen im Energiebereich. Ich habe in dieser Zeit eine Vielzahl an Versuchen der politischen Einflussnahme erlebt. Gegenüber der Aggressivität, die die Solarwirtschaft — obwohl erst sehr jung — dabei allerdings an den Tag legt, erscheinen die großen Energiekonzerne wie Waisenknaben. Und diese sind wahrlich nicht untätig”

nur ich kann diese Aussage nicht glauben. Herr Pfeiffer meine Erfahrungen sprechen eine andere Sprache.

Erhard Renz

FDP Bananenminister versteht EEG immer noch nicht!

Mittwoch, den 2. Februar 2011 von Erhard Renz

Nachdem heute sich die Minsiter von Frau Merkel geeinigt haben ab 1.7.2011 erneut “außerplanmäßig” die Einspeisevergütung zu kürzen möchte ich zumindest ein paar ungereimtheiten anmerken. Die nachhaltige Gesetzgebung unser aller Regierung hat somit gerade mal ein halbes Jahr gehalten…

Warum wird eigentlich in dem Gesetz eine fiktive Jahres Zubauprognose ermittelt? Die Vergütungskürzung soll doch an dem mengenmäßigen Ausbau der Monate März bis Mai 2011 gekoppelt sein. Es wäre doch einfacher und ehrlicher zu sagen wenn in diesen Monaten “nur” 1.125 MW (Ein Viertel von 4.500 MW) installiert werden wird die Vergütung auch “nur” um 3% gekürzt. Bei 1.375 MW werden 6% gekürzt etc.

Wir ersparen uns dann eine Multiplikation und es wird auch nicht der Eindruck erweckt es wären “schon wieder” fünf, sechs oder sieben GW Photovoltaik installiert worden.

Der Unions-Fraktionsvorsitzende Michael Fuchs meint sogar die Photovoltaik “sei in Deutschland keine effiziente erneuerbare Energie”. Ich meine dagegen es gibt in Deutschland kein einziges “effizientes” Kohlekraftwerk und schon gar nicht ein “effizientes” Atomkraftwerk. Ob es ein einziges “effizientes” Auto in Deutschland gibt müsste ich mir noch in Ruhe überlegen.

Der Bananenminister von der FDP hat das EEG immer noch nicht verstanden. Die EEG Vergütung wird nur für produzierte Kilowattstunden gezahlt. Wenn die erneuerbaren Energien für produzierten Strom 13 Milliarden in einem Jahr erhalten dann ist dies schon ein Unterschied zu seinem “Orangen und Bananenvergleich”. Zumindest auf Freiflächen wachsen in Deutschland weder Orangen noch Bananen. Eine Vergütung für Deutsche Bananen macht schon deshalb keinen Sinn weil diese Vergütung niemand nutzen könnte, weil hier die krummen Dinger nicht wachsen. Wenn man in Deutschland aber auf 8 qm Solarmodule verlegt, dann produzieren diese Solarmodule in jedem Jahr ca. 950 Kilowattstunden Strom.

Wenn wir aber eine “Orangen und Bananen” Situatiion hätten wäre der Ertrag bei Null Kilowattstunden und wir bekämen keine Vergütung.

Herr Brüderle es wird Zeit, dass Sie sich mal das EEG erklären lassen.