Eckpunkte des Umweltministeriums zur Photovoltaikvergütung
Offener Brief an alle im Umweltausschuss sitzenden Personen und speziell an Herrn Röttgen.
Sehr geehrter Herr Röttgen,
wenn ich mir die Eckpunkte für eine zukünftige Photovoltaikvergütung anschaue habe ich folgende Anmerkungen. Wir sollten uns tatsächlich an einem Ihrer Kernsätze orientieren:
“Wir wollen einen dynamischen Ausbau der erneuerbaren Energien mit dem Ziel einer schnellen Erreichung der Wettbewerbsfähigkeit dieser neuen innovativen Energietechnologien.”
Dazu gehört auch, daß wir uns über eine kostengünstige Beratung, Planung und Montage unterhalten. Dem Geschäft der vielen Handwerkern die eine Photovoltaikanlage dem Kunden auf das Dach montieren. Wir nennen uns ja auch inzwischen Systemintegratoren. Es ist nun mal nicht so, daß man eine Photovoltaikanlage von der Stange kaufen kann. Jeder Kunde hat das Recht eine individuell passende Photovoltaikanlage auf sein Dach zu bekommen.
In der Vergangenheit waren uns bereits öfters die Hände gebunden wenn wir nicht die gewünschten/optimalen Komponenten liefern konnten. Inzwischen ist es durch die Ankündigungen der Politik seit dem Wahlkampf 2009, daß wir ständig Angebote an Kunden umplanen dürfen weil Komponenten nicht kurzfristig lieferbar sind. Eine Umplanung bedeutet erneute Kosten für Planung und Beratung des Kunden.
Was wir also brauchen ist eine verständliche Politik die uns bei der Information unserer Kunden unterstützt. Diese Politik muß langfristig orientiert und berechenbar sein.
Bei fallenden Modulpreisen werden die Beratungs, Planungs und Montagekosten immer relevanter. Es wird deshalb immer schwieriger werden die Gesamtkosten des Systems wie gewünscht zu reduzieren. Eines meiner Themen ist der Degressionszeitpunkt. Es gibt keinen vernünftigen Grund die Degression auf das Jahresende zu legen. Wenn Sie in 2010 eine einmalige Sonderabsenkung beschließen möchte ich Sie bitten die nächste Degression erst am 1.7.2011 vorzunehmen.
Dadurch ergibt sich zum 1.7.2011 eine erhöhte Nachfrage und nicht wie bisher zum Jahresende.
Vor dem 1.7. können unsere Mitarbeiter aber weitaus kostengünstiger eine Photovoltaikanlage auf das Dach montieren. Uns steht an diesen Tagen viel mehr Zeit zur Verfügung. Es ist früh hell und die Sonne geht spät unter. Damit besteht die Möglichkeit kleine Photovoltaikanlagen an einem Arbeitstag zu montieren. Wir sparen eine An- und eine Abfahrt. Unsere Monteure können viel sicherer montieren. Auf einem Sonnendach läßt sich auch schneller (Kosten!) und besser (Qualität!) montieren wie bei eiskaltem Wetter und schmierigem Untergrund.
Da die Nachfrage am Jahresende bleibt, durch Investoren die aus steuerlichen Gründen investieren, ergeben sich jährlich zwei Nachfrage Höhepunkte. Dies kommt auch den Modulherstellern entgegen die eine kontinuierliche Abnahme brauchen. Auch hier ergeben sich Kosteneffekte wenn die Module kontinuierlich direkt von der Fabrik auf das Dach kommen.
Bei den Netzbetreibern entspannt sich dann auch der Anschluß Streß am Jahresende und verteilt sich auf Sommer und Jahresende. Kurz gesagt wir bekommen in der ganzen Branche eine Verteilung der Spitzen was meines erachtens in aller Sinne sein dürfte.
Deshalb Sommerdegression statt Winterdegression.
Die kurzfristige Senkung der Einspeisevergütung halte ich für kontrproduktiv. Wir haben viele Interessenten die wir am Jahresende auf 2010 vertrösten mussten. Es liegen bei den Interessenten techn. ausgearbeitete Angebote vor. Die Interessenten wollten warten bis die 2010er Verkaufspreise bekannt sind. Jetzt wo die Preise bekannt sind haben wir das Problem kaum noch Montagekapazitäten bis zum 31.3. zu haben. Das ganze wird noch verstärkt durch die Schlechtwetter Periode die es in 2010 bei uns im Odenwald noch nicht erlaubte eine Photovoltaikanlage auf die Dächer zu montieren.
Deshalb frühester Kürzungszeitpunkt 1.7.2010
Weiterhin halte ich es für notwendig die Gewerbesteuer wie in der Windenergie auch zwischen der Gesellschaftergemeinde und der Standortgemeinde im Verhältnis 30/70 aufzuteilen. Es kann nicht sein, daß hier mit zweierlei Maaß gemessen wird.
Deshalb Gewerbesteuer Splitting
Aus unerfindlichen Gründen wurde der Zuschuß für Gebäudeintegration (Fassadenbonus) bei der letzten Änderung des EEG’s gestrichen. Da wir große Flächen an der Gebäudehülle haben sollte diese spezielle Förderung wieder aufgenommen werden. In Frankreich wird es bereits vorgelebt. Da für Gebäudeintegration eigentlich nur Neubauten in Frage kommen ist mit einem langen Atem zu rechnen. Denn von der Planung bis zur Realisierung vergeht hier einiges an Zeit. Es bedarf aber einer klaren sicheren Gesetzesregelung.
Fassadenbonus
Meine bisherige Forderung einer neuen Vergütungsklasse bis 10 kWp würde ich aufgrund der von Ihnen neu in die Diskussion eingebrachte verbesserten Eigenverbrauchsvergütung fallen lassen.

Am 27. Januar 2010 um 13:32 Uhr
[...] Termin, der ohne Zeitdruck und Not viel zu früh festgelegt wurde, wie auch Erhard Renz in seinem offenen Brief an die Mitglieder vom Umweltausschuss des Deutschen Bundestages und an Umweltminister … [...]
Am 9. Februar 2010 um 17:00 Uhr
[...] Bewegung die in die Diskussion gekommen ist muss genutzt werden um unsere konstruktive Weiterentwicklung des EEG mit immer mehr Bundestagsabgeordneten zu besprechen. Noch besteht die Chance etwas zu [...]
Am 25. Februar 2010 um 15:00 Uhr
[...] Aktionen noch keine Resonanz bei den Regierungspolitikern gefunden. Obwohl ich alle Mitglieder des Umweltausschusses angeschrieben habe. Im persönlichen Gespräch konnte mir noch niemand den Sinn erklären warum [...]
Am 10. Mai 2010 um 10:37 Uhr
[...] Nachfrageboom ausgerechnet am Jahresende von der Politik ausgelöst wird. Ich erspare mir hier die erneute Aufzählung aller Vorteile eines sommerlichen [...]