Elektromagnetische Strahlung – Elektrosmog
Aus einer konkreten Anfrage möchte ich zum vielgefragten Thema Elektrosmog was schreiben.
Als gesetzliche Grenzwerte für die elektromagnetische Strahlung wird die 26. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (BImSchV) und die Vornorm zum Schutz von Personen VDE V0848 4/A3 1995 07 herangezogen.
Da sich die BImSchV und die VDE auf gesicherte pathogene (krankheitsauslösende) Effekte beschränken, werden auch baubiologische Empfehlungen mit berücksichtigt. Damit das ganze nicht zu trocken wird habe ich die Werte verglichen mit im Alltag vorkommenden elektrischen Geräten.
Elektrosmog wird umgangssprachlich für elektromagnetsiche Umweltverträglichkeit (EMVU) verwendet. Darunter wird die Wirkung elektromagnetischer Felder auf die Umwelt und insbesondere den Menschen
verstanden. Neben dem natürlichen Erdmagnetfeld werden elektromagnetische Felder durch eine Vielzahl von Elektrogeräten oder elektrischen Anlagen erzeugt. Hierbei sind je nach Gerät erzeugte Gleichfelder, niederfrequente Wechselfelder und hochfrequente Wechselfelder zu unterscheiden.
Gleichfelder entstehen durch Gleichspannungen oder Gleichströme, z.B. bei Photovoltaikmodulen,
niederfrequente Wechselfelder entstehen z.B. durch unser 230 V/50 Hz Stromnetz und alle daran
angeschlossene Verbraucher,
hochfrequente Wechselfelder entstehen z.B. durch Mobilfunkanlagen, Handys und drahtlose
Computerkomponenten
Es ist umstritten ab welcher Dosis die elektromagnetische Strahlung einen schädlichen Einfluß auf den menschlichen Körper hat. Fest steht, dass elektromagnetische Strahlungen im menschlichen Körper einen Strom induzieren, der ab einer gewissen Stärke zur Reizung von Nerven und Muskelzellen führen kann.
Bei PV-Anlagen kommen die PV-Module, Verbindungsleitungen und Wechselrichter als mögliche Erzeuger von elektromagnetischer Strahlung in Frage.
Die PV-Module erzeugen Gleichstrom also wird ein magnetisches Gleichfeld erzeugt. Bei einzelnen Modulen ist die elektrische Feldstärke so gering, daß bereits nach ein paar Zentimeter nicht mehr nachweisbar. Erst wenn die Module zusammengeschaltet sind wird das Gleichfeld stärker und kann bis zum Abstand von 50 cm höher sein als das natürliche Magnetfeld.
Bei den Verbindungsleitungen zwischen PV-Modulen und Wechselrichter treten ebenfalls Gleichspannungen und somit magnetische Gleichfelder auf. Um diese bei Bedarf möglichst gering zu halten, empfehlen wir, die beiden Plus- und Minus-Leitung dicht nebeneinander zu verlegen. Dadurch heben sich die Magnetfelder beider Leitungen gegenseitig auf (Reduktionseffekt), so dass sich das elektrische Feld auf den kleinen Bereich zwischen den beiden Leitungen konzentriert.
Im Wechselrichter wird der von den PV-Modulen erzeugte Gleichstrom in netzüblichen Wechselstrom umgewandelt. Hierbei entstehen lediglich niederfrequente Wechselfelder, keine hochfrequenten. Diese Wechselfelder können mit haushaltslüblichen Großgeräten verglichen werden.
Die Messung elektromagnetischer Wechselfelder im 30 cm Abstand ergeben: (Angaben in Feldstärke in V/m)
4 – 8 V/m elektrischer Herd
11 V/m Wechselrichter mit 50 Hz Trafo
12 V/m Bügeleisen
5 – 40 V/m typischer Wohnungswert
10 – 60 V/m Energiesparlampen
60 – 90 V/m Fabfernseher
80 V/m Haarfön
100 V/m Handmixer
110 V/m Kühlschrank
260 V/m Boiler
Grenzwerte und Empfehlungen in V/m 10 m Abstand:
26. BISchV 5.000 V/m
Vornorm zum Schutz von Personen VDE V0848 4/A3 1995 07 - 6.500 V/m
Baubiologen 20 V/m
Fazit: Die PV-Generatoren und ihre Verbindungskabel zum Wechselrichter erzeugen überwiegend Gleichfelder, die schon in wenigen cm Abstand schwächer als die natürlichen Erdmagnetfelder sind.
Wechselrichter erzeugen am Tag (bei Sonnenschein) in ihrer Umgebung schwache niederfrequente Wechselfelder. Die Feldstärkeemissionen von PV-Anlagen liegen dabei deutlich unter den Grenzwerten der 26. BISchV. Bereits bei einem Abstand von 10 cm werden selbst die wesentlich strengeren baubiologisch empfohlenen Werte unterschritten.
Eine Gefährdung oder Beeinträchtigung der Bewohner durch elektromagnetische Strahlung durch die Photovoltaikanlage kann somit nach heutigem Kenntnisstand ausgeschlossen werden.

Am 28. November 2008 um 08:41 Uhr
Hallo, mein Name ist Toni Fröhlich und ich bin Baubiologe IBN (Institut für Baubiologie + Ökologie Neubeuern). Also erst mal vorweg, selbst elektrosensitive Menschen können mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach gut leben! Für Baubiologen steht der Schlaf und somit die empfindliche Regenerationszeit des Menschen sowie das damit verbundene Langzeitrisiko im Mittelpunkt.
Außerdem gilt der Grundsatz “jede Reduzierung ist anzustreben” hierzu einige Beispiele:
- schnurlose Telefone und Computerkomponenten möglichst durch kabelgebundene Geräte ersetzen
- Lampen, Radios usw. vor allem im Schlafbereich komplett abschalten
- defekte und auffällige Elektroinstallationen und Geräte entfernen bzw. reparieren
Informationen zu diesen und weiteren Themen gibt es auf www(Punkt)baubiologie(Punkt)de
Übrigens, Ralos baut demnächst eine Photovoltaik-Anlage die nicht nur Strom erzeugt, sondern auch noch hochfrequente Strahlung abschirmt – mehr dazu demnächst…
Am 1. Dezember 2008 um 14:17 Uhr
Hallo Toni,
wenn ich dich richtig verstehe, dann sind den Baubiologen die Ruhephasen (nachts) sehr wichtig da die Person dann stundenlang der Strahlung ausgesetzt wäre. Aber genau in dieser Zeit produzieren Photovoltaikanlagen aufgrund der fehlenden Sonne keinen Strom. Mir erscheint dieses Argument sehr einleuchtend.
Am 10. Dezember 2008 um 10:59 Uhr
Hallo zusammen,
ist die Baubiologie eine echte, wissenschaftlich fundierte Disziplin oder etwas gefühltes, geahntes und herbeigeredetes. Kann Mal einer belastbare Fakten beisteuern?
Was ist erwiesen und was behauptet?
Ist das am Ende nur ein Placeboeffekt?
Am 10. Dezember 2008 um 12:47 Uhr
Hallo Nikolaos,
die Baubiologie ist wissenschaftlich fundiert!
Belastbare Fakten mit denen man auch etwas anfangen kann es jedoch nur dann geben, wenn ein Anlagen-Betreiber z.B. einen baubiologischen Messtechniker beauftragt die PV-Anlage (im Betrieb) mit seinen Messgeräten zu messen und dies auch schriftlich zu dokumentieren.
Ein solches Messprotokoll hat dann aber keine Allgemeingültigkeit und auch pauschale Aussagen bzw. Datenblätter von Wechselrichter-und Modulherstellern helfen hier nur sehr wenig.
Grundsätzlich sollten die Wechselrichter bzw. Kabel nicht zu nahe an Daueraufenthalts-Orten montiert / verlegt werden (min. 2 Meter Abstand) und auf eine funkbasierte Anlagenüberwachung möglichst verzichten
Am 17. November 2009 um 14:39 Uhr
[...] Jedenfalls haben sich unsere Kunden gefreut, daß die Elektromagnetische Strahlung vom Mobilfunksender vorerst aus dem Schlafzimmer draußen ist. Uns freut dieses neue Verkaufargument natürlich. Schließlich setzen wir uns schon lange mit dem Thema Elektrosmog auseinander. [...]
Am 2. Oktober 2010 um 15:24 Uhr
Hallo Zusammen,
die Tiere waren schon immer schlauer als wir Menschen! Macht man nicht auch versuche mit den Tieren? Die Tiere spüren sehr viel mehr, als wir!
Könnt ihr mir erklären, warum man keine Raten mehr hat, wenn man das Dach mit Photovoltaik benetzt? Es ist doch kaum erforscht, welche Auswirkungen Photovoltaikanlagen haben.
Die Raten laufen davon, weil sie sonst, unter einem Scheunendach mit Photovoltaik, der Strahlung ausgesetzt sind. Sind sie nicht schlau unsere Raten? Was für die Tiere nicht gut ist, soll für uns Menschen gut sein????
Wer schon krank ist, wird unter einem Photovoltaikdach nicht gesünder, ganz im Gegenteil, das Krebsrisiko steigt. Glaubt ihr es ist gesund?
Selbst wenn meine Nachbarn um mir rum, Photovoltaik aufs Dach bauen, dann bin ich der Strahlung ausgesetzt. Diese Strahlungen kreuzen sich.
Warum bedeckt nur Deutschland die Dächer mit Photovoltaik? Was ist mit den Italiener? Gibts in Italien nicht mehr Sonne?
Am 1. November 2010 um 00:14 Uhr
Hallo Leute,
super Artikel, ich wusste bisher nicht das meine Handmixer auch solche Felder erzeugen. Auch wenn 100 V/m noch deutlich unter der Schmerzgrenze liegen.