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Feuerwehr in der SolarAkademie

Am 06.06.08 hatten wir die Feuerwehr Erbach zu Ralos in die SolarAkademie nach Michelstadt eingeladen.

Hier wurde den Einsatzkräften die technischen Details der Photovoltaikanlagen vorgestellt. Solarmodule, Wechselrichter, Freischaltstellen, Verkabelung, Dachbefestigungen… konnten in Augenschein genommen werden.

Ziel war natürlich der Umgang und das Gefahrenpotential einer Photovoltaikanlage im Einsatzfall. Eine Besonderheit ist, daß man die Sonne nicht einfach ausschalten kann. Einen Wechselrichter kann man ausschalten, jedoch liegt die Spannung bei Sonnenschein über Leitungen am Wechselrichter an.

Sollte es zu einem Kabelbrand gekommen sein, der auch die Photovoltaikanlagenverkablung betrifft, bleibt nur die Möglichkeit die Verkablung so nah wie möglich am Modulfeld zu trennen oder die Solarmodule abzudecken (durch Folien oder Schaum).
Jetzt steht natürlich die Frage im Raum: “Warum nicht einfach den Brand löschen? Dazu braucht man doch nicht die Solarmodule abzudecken.”

Rückblick Gleichstrom und Stromkreis(von Wikipedia):

Als Gleichstrom wird ein elektrischer Strom bezeichnet, dessen Stärke und Richtung sich nicht ändert.
Ein elektrischer Stromkreis ist eine Zusammenschaltung einer oder mehrerer Stromquellen und verschiedener elektrischer Schaltelemente. In einem geschlossenen Stromkreis sind diese so miteinander verbunden, dass ein Ladungstransport ermöglicht wird.

Im Falle eines Kabelbrandes kann also der Gleichstromkreis geschlossen sein. Dies passiert nur dann wenn die Isolierung der Kabel einen Schaden genommen hat und wenn die Kabel eines Strings( Plusleitung und die dazugehörige Minusleitung) aneinander kommen. Dann gibt es einen Kurzschluss (in höhe der momentan erzeugten Energie der betreffenden Solarmodulen mit deren Spannungen und Strömen).  Dies kann bei üblichen Photovoltaikanlagen bedeuten,  dass eine Spannung von bis zu 800V und einem Strom von bis zu 10A fließen kann.
In jedem Falle also ein Gefahrenpotential für die Einsatzkräfte.

Diesen Kurzschluss kann man also nur stoppen wenn man im sicheren Abstand den Stromkreis unterbricht oder die Module abdeckt und dadurch keine Energie mehr erzeugt wird.

Hierzu wurden einige Schaumversuche mit verschiedene Anlagen gemacht:
- einschäumen von Solarmodulen und Spannungsmessung auf den Leitungen
- wie lange hält der Schaum auch bei verschiedenen Neigungen
- welche Schaumkonsistenz ist hierzu die beste

cv

Desweiteren wurde abends nach Sonnenuntergang getestet was für Spannungen gemessen werden, wenn im Einsatzfall durch Flutlichmasten die Solarmodule beleuchtet werden. Hierbei wurde festgestellt das Spannungen und Ströme leicht über 100V und leicht unter 0,5A anliegen und fließen können. Laut VDE 0100 darf die Berürungsspannung bei Gleichspannung 120V nicht übersteigen. Bei Strömen können schon ab 0,5A gefährliche Muskelkontraktionen hervorgerufen werden.

In allem war also der Besuch der Feuerwehr Erbach sehr aufschlussreich und sollte in Zukunft gerne wiederholt und durch weitere Versuche bereichert werden. Hier wurden schon einige Ideen aufgenommen.

Einen Pressetext und Bilder gibt es auch auf der Hompage Feuerwehr Erbach anzuschauen.

2 Reaktionen zu “Feuerwehr in der SolarAkademie”

  1. ralosBlog » Blog Archiv » Sicherheit geht vor

    [...] Ralos hat die Löschmannschaft zu einer Übung nach Michelstadt eingeladen. Dort werden wir ähnliche Übungen in der Solarakademie wie mit der Erbacher Feuerwehr durchführen. Vermutlich wird auch keiner aus [...]

  2. ralosBlog » Blog Archiv » Infoveranstaltung bei Feuerwehr Riedrode

    [...] einem ähnlichen Ergebniss sind wir ja bereits im Juli 2008 bei einer Übung mit der Erbacher Feuerwehr in Michelstadt [...]

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